Neues Café

"Gans am Wasser": Genussvoll rasten am Mollsee

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Aller Anfang ist schwer, aber bisher werde das „Gans am Wasser“ am Mollsee im Westpark gut angenommen, sagt Betreiber Julian Hahn.

München - Seit Mitte August gibt es das „Gans am Wasser“ im Westpark – und bisher wird das neue Café gut angenommen.

„Hier sieht es ja aus wie in Berlin“, sagt eine Frau, und obwohl das in München nicht immer gilt, ist es im Fall des Cafés „Gans am Wasser“ durchaus als Kompliment gemeint. Bunte Kissen machen Bierbänke und Stühle unter freiem Himmel gemütlich, auf den Tischen stehen Kerzenleuchter, und Lampions sorgen spätabends für das richtige Licht. Auch ein paar Teppiche haben die Betreiber auf den Boden gelegt, und wer mag, kann Bier oder Cappuccino in einer alten Badewanne sitzend trinken.

Seit Mitte August hat das Bauwagencafé am Mollsee im Westpark geöffnet und scheint nicht unter mangelndem Erfolg zu leiden. Zumindest sind an diesem sonnigen Nachmittag bereits rund die Hälfte der Plätze besetzt: Ältere Damen sitzen beim Kaffeekränzchen, junge Mütter schauen ihren Kindern beim Krabbeln über den Kies zu und ein Mann sitzt am Wasser und spielt Didgeridoo.

Ein Ratsch bei Kaffee und Pfeife: Mehrere Jahre lang war das am Mollsee nicht möglich, weil das Seecafé dicht gemacht hatte.

Dazwischen steht Julian Hahn, 23, einer der beiden Betreiber des neuen Gastronomiebetriebes. „Ich hätte nicht gedacht, dass es so schnell so gut angenommen wird“, sagt er inmitten des nachmittäglichen Betriebs. „Ich kann mich wirklich nicht beschweren.“

Es scheint, als hätten Bewohner und Besucher des Viertels gleichermaßen auf das Café gewartet. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn seit 2013 das alte Seecafé abgerissen wurde, lag die Fläche rund um den Mollsee gastronomisch brach. Da kamen Hahn und sein Geschäftspartner Florian Jund mit ihrer Idee für das „Gans am Wasser“ gerade richtig.

Seit der Eröffnung haben Hahn und sein Geschäftspartner stetig am Konzept gefeilt. Unter der Woche gibt es zum Kaffee und den diversen Säften Kuchen und Torten vom Café Kubitschek (3,50 bis 3,90 Euro), Eis aus dem Riviera am Harras (Kugel 1,20 Euro) und selbst gemachte Pommes (3,50 Euro).

An Samstagen haben die Betreiber angefangen, mit Spezialangeboten zu experimentieren. Ein Abend mit indischem Essen kam bei den Café-Besuchern schon einmal gut an, erzählt Hahn. Dazu gibt es Programm. Einmal wöchentlich trifft sich an dem Café eine Trommelgruppe, in Zukunft kann sich Hahn auch Tanzkurse und Yogastunden in seinem Freiluftcafé vorstellen.

Umnutzung: Kissen und Decken sorgen dafür, dass die Paletten nicht unbequem sind. Für die Kleinen gibt es vorzügliches Eis im Becher.

Zunächst läuft die städtische Genehmigung für das „Gans am Wasser“ noch bis Ende Dezember, dann kann verlängert werden. Dass das funktioniert, da sind die Betreiber zuversichtlich. Momentan arbeiten sie an Ideen, die ihre Gans gut über den Winter bringen sollen. Glühwein soll es auf jeden Fall geben, ein beheizbares Zelt ist noch in der Diskussion. Dass die Gäste auch bei kälterem Wetter in das Freiluftcafé kommen, daran haben die Betreiber keinen Zweifel. „Das Café funktioniert nur nicht, wenn es regnet“, meint Julian Hahn.

Dass sie einmal unter freiem Himmel ihre Gäste bewirten, hatten sich Hahn und sein Geschäftspartner vor kurzem so noch nicht vorgestellt. Denn eigentlich hatten sich die Beiden zunächst um eine Bar in Sendling beworben. Doch der Genehmigungsprozess zog sich hin, die beiden sahen sich nach Alternativen um. Er landete im Westpark. Enttäuscht von dem Plan B ist Hahn keineswegs. „Hier hat man bei schönem Wetter zumindest mal nicht das Gefühl, man verpasst was“, sagt er mit Blick auf den See und das kleine Stück Berlin in München.

Das „Gans am Wasser“ liegt direkt am Mollsee im Westpark. Geöffnet ist Montag bis Freitag von 14 bis 22 Uhr und Samstag und Sonntag von 11 bis 22 Uhr. An verregneten Tagen bleibt das Café geschlossen. Nähere Informationen gibt es auf der Internetseite www.gansamwasser.de

Annika Schall

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