Alles, was Luxus ist

Münchens Top 7 Party-Tafeldecker

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Wo tafelt die Münchner Prominenz, und wo kauft der Geldadel ein, wenn er nicht nur Couture, sondern eine ganze Villa braucht? Wo lässt man sich stylen? Und wer sind die letzten Paradiesvögel?

Die tz-Klatschredaktion ist diesen Fragen nachgegangen – bei echten Münchner Institutionen, die wir aus vielen Gesprächen mit der Hautevolee kennen. Die Auswahl ist durch und durch subjektiv – ganz nach dem Schickeria-Motto: In ist, wer drin ist. Und wer draußen ist, ist auch nicht out!

Käfer: Feiern à la carte

Tafeldecker der Nation – so wurde Gerd Käfer (1932–2015) genannt. Er gilt als der Vater des modernen Partyservices für Privatleute – mit allem Pipapo. Er schuf Märchenkulissen, die sich auf Tellern widerspiegelten – mit einer Hingabe, die heute legendär ist, ohne Aufwand und Ertrag hart gegenzurechnen. Er liebte es, die Menschen glücklich zu machen, und wenn es sein musste, zahlte er drauf. Die Wirtschaftswunderjahre haben Gerd Käfer in die Hand gespielt – man wollte leben, man wollte feiern! In den 70er- und 80er- Jahren stand er jeden Tag mit einer anderen Fete in der Zeitung – ob bei einem Ölmilliardär in den USA oder wegen eines diplomatischen Spezialdinners im Kreml – Käfers Partyservice flog um die Welt. Ja, er belebte sogar das Tischleindeckdich wieder – bei einer Party von Jetsetter Gunter Sachs, wo die vollbeladenen Tische von der Decke herabschwebten.

Um alle Wünsche so individuell wie möglich erfüllen zu können, hielt sich Gerd Käfer einen eigenen Lkw-Fuhrpark, lagerte 14 Zelte mit einem Fassungsvermögen von je bis 1200 Personen ein, betrieb eine eigene Schreinerei, eine Schlosserei und eine Dekorationsabteilung und hatte 50 Musikkapellen im Portfolio. Von der Gestaltung der Einladungen bis zur After- Party-Reinigung, von der Abholung bis zur Gästeunterbringung – alles war in Gerd Käfers Hand. Er war der Dirigent auf rund 1500 Festen Ende der 80er-Jahre allerdings wurde der Konkurrenzdruck bei der Schlacht ums kalte Büfett immer heißer – jedes bessere Hotel oder Restaurant fing mit einem Partyservice an –, freilich ohne die großartigen Visionen, die ein Gerd Käfer hatte. Sie blieben bis zu seinem Tod unerreicht. Wie die meisten anderen Catering- Betriebe arbeitet heute auch das Haus Käfer mit Partnern für die Ausstattung und Dekoration zusammen. Ein Drittel seiner Partys richtet Käfer heute in München aus, ein Drittel im Rest von Deutschland und ein weiteres Drittel im Ausland.

Wie Gerd Käfer sagt auch dessen Sohn Michael Käfer (58) heute: „Es kommt auf jedes kleine Detail an – jede Party muss unvergesslich werden. Als Privatperson feiert man vielleicht vier-, fünfmal im Leben ein großes Fest – da darf nichts schiefgehen.“ Der Trend gehe heute zu immer weiterer Perfektion: Der Kunde will stets überrascht und ausgezeichnet unterhalten werden. Sorgte früher ein überbordendes Büfett für „Ahhs“ und „Ohhs“, zählt heute Raffinesse, die auch ganz einfache Speisen beinhalten kann, wie Eintöpfe oder 50 verschiedene Brotsorten. Um die 1200 bis 1300 Events bespielt Käfer heute im Jahr – 40 Mitarbeiter entwickeln die Konzepte und schreiben Angebote – für zwei bis 10 000 Gäste. Ab 50 bis 60 Euro pro Person geht es los. Michael Käfer sagt: „Eine gute Party zu kreieren, ist wie ein Haus zu bauen – von Genehmigungen einholen, Einladungen entwerfen über Hotelzimmer organisieren – bis zum eigentlichen Fest.“ Käfer ist im Partyservice Marktführer in Europa – mit einem Umsatz von 38 Millionen Euro. Sein Vater Gerd hat das Fundament gelegt.

Stromberg: Der Koch der Nationalelf

Er gilt als einer der Kreativsten unter Deutschlands Caterern: Holger Stromberg (44). „Wenn jemand nicht so viel Geld für die Deko hat, dann gehen wir auch mal in den Wald und suchen Material in der Natur“, erklärt der gebürtige Westfale, der schon mit 23 Jahren einen der begehrten Michelin-Sterne erkocht hat. Das schmeckt auch den Profis: Seit 2007 bekocht er die Deutsche Fußballnationalmannschaft, die er auch 2014 zur WM nach Brasilien begleitet hat – wo er selbst ordentlich ins Schwitzen kam, vor Ort alle wichtigen Produkte zu organisieren. Wer selbst einmal so ausgewogen und trotzdem raffiniert wie Philipp Lahm oder Thomas Müller essen will, kommt für rund 60 Euro pro Kopf in den Nationalelf-Genuss. Denn als Ernährungscoach der Sportler weiß Stromberg, was gesund und fit macht. Bestellt man Stromberg-Catering, kümmertsichein60-köpfiges Team um das Wohl der Gäste. Wer nicht zu Hause feiern will, dem bietet er seine Event-Location an: Im Kutchiin (Balanstraße 73, Haus 32) haben 300 Gäste Platz am Tisch. „Und mit Flying Buffet sogar 500“, so Stromberg. Und es geht noch mehr: Bis zu 5000 Gäste kann er versorgen. Frei nach dem Motto: Alles ist möglich.

Schuhbeck: Münchner Institution

Ganz Deutschland kennt ihn aus dem Fernsehen, in München ist er der König am Platzl: Wo Alfons Schuhbeck (67) ist, schmeckt’s. Wer sein Catering bestellt, ordert auch den guten Namen und Bodenständigkeit statt Chichi. „Ich lege Wert auf regionale Produkte, die ich dann mit den Gewürzen dieser Welt verfeinere“, erklärt der Meisterkoch – der’s auch intim kann: „Wir catern nicht nur Großevents. Man kann uns auch für ein Candle-Light-Dinner buchen.“ Schon als junger Mann schwang er den Kochlöffel für die ganz Großen: „Mit 24 lernte ich bei Veranstaltungen Superstars wie Sean Connery und Beatles-Mitglieder kennen“, erinnert er sich. „Da habe ich das Organisieren gelernt – ungemein wichtig für meinen Beruf.“ Heute zehrt er davon, denn er ist einer der wenigen, der Events in gigantischer Größe auf die Beine stellen kann. „Gerade haben wir eine Veranstaltung eines Versicherers mit 8000 Gästen in Bologna betreut.“ Das Motto des Sterne-Kochs: „Wir nehmen unseren Kunden alles ab. Bei uns können sie ihren To-do-Zettel zur Seite legen.“ Ein Rundum-sorglos- Paket, das bei 70 bis 100 Euro pro Gast losgeht.

Schuhbeck Catering, Erdinger Straße 35, Riem

Dahlmann: Der Luxus-Couturier für maßgeschneiderte Feste

Wenn bei einer Party, sagen wir mal einer des Modelabels Boss auf der Berlinale, auf dem Serviertablett Miniatur- Häppchen wie Kunstwerke liegen, fast zu schön, um sie sich zu schnappen und reinzubeißen– dann steckt Uli Dahlmann (44) da- hinter, der Edelcaterer, der in den Highlight-Towers in der Parkstadt Schwabing seine Produktionsküche mit 600 Quadratmetern und 60 festen Mitarbeitern sowie ein Tagesrestaurant betreibt. Der Sohn eines Gastwirts und Metzgers im fränkischen Hof hatte schon im elterlichen Tanzsaal Veranstaltungen organisiert. Dort, später im Hotelfach und in der Spitzengastronomie, im Bayerischen Hof und bei Käfer, hat Dahlmann gelernt, dass eine gute Party mehr als nur Essen und Getränke braucht, dass alles stimmen muss – von der Ausstattung bis zum Lächeln der Servicekraft, Dass jeder Event ein maßgeschneidertes Erlebnis sein muss – unvergesslich! Ob für sechs oder 4500 Gäste. Dahlmann will der Beste sein. 450 Veranstaltungen kreiert er im Jahr – Jacht-Partys, Diners, Fashion-Week-Feten, kürzlich hat er das Alice-im-Wunderland-Thema für eine Privatperson in der Reithalle nachinszeniert. Los geht’s bei 150 Euro pro Person – nach oben ist alles offen. „Wir messen uns mit Zwei-Sterne-Restaurants.“ Couture ist halt immer etwas teurer.

Dallmayr: Der Caterer ihrer Majestäten

Als Hoflieferant war Alois Dallmayr schon Caterer, als es diesen Begriff überhaupt noch nicht gab. Menüs wurden an den Hof oder herrschaftliche Münchner Familien geliefert – von der Dallmayr- Stadtküche, wie damals die Catering- Küche genannt wurde. In den 20er-Jahren wirbt die Urgroßmutter des heutigen Dallmayr-Chefs, Florian Randlkofer (48): „... für festliche Gelegenheiten, Familienfeiern, Hochzeiten, Einladungen und Banketts in reichhaltiger wie auch in einfacher Zusammenstellung, jedoch immer in denkbar bester Ausführung in warmer und kalter Küche nach hier und auswärts ...“ Geändert hat sich an diesem Qualistätsanspruch bis heute wenig – Dallmayr gilt als das Feinste, was man für ein Fest ordern kann. In den Küchen im Dallmayr-Haus in der Dienerstraße entstehen laufend neue Speisenkreationen. Das Prinzip: Die Gäste immer wieder zu überraschen. Möglich ist alles: für zwei bis 5000 Gäste – Familienfeiern, Staatsempfänge bis hin zu internationalen Markenevents. „Catering im großen Stil bezieht sich heute längst nicht mehr nur auf die Speisen, 80 Prozent davon sind Planung und Organisation“, so Randlkofer, der mit Wolfgang Wille auch Herr über Delikatessen- und Kaffeehandel ist. Ihr Credo: Jeder Event soll unvergesslich sein!

Kuffler: Große kulinarische Weltreise

Asiatisch, bayerisch, gehoben, deftig – bei Kuffler Catering ist Vielseitigkeit Programm. Allein in München betreibt die Familie vier renommierte Restaurants: gehobene Fischküche im Seehaus, Asiatisch im Mangostin, Bayerisch im Spatenhaus und Deftiges beim Haxnbauer. Ihr neuester Hit: „Ein Höhepunkt auf jeder Party ist unser zwei Meter breiter Smoker, mit dem wir nicht nur die klassischen Spareribs grillen, sondern auch einen halben Meter breiten Rinderhinterschenkel“, erklärt Chef Sebastian Kuffler. Besonders praktisch: „Das Fleisch können wir auf kurzem Weg aus unserer Metzgerei besorgen.“ Überhaupt bemüht man sich um das perfekte Gesamtpaket: „Wenn jemand den Wunsch nach einem asiatischen Nudelkoch hat, dann fliegen wir ihn zum Beispiel aus China ein“, erklärt der Chef, der schon den einen oder anderen Prominenten bewirtet hat. Wie etwa Anton Graf von Faber-Castell, dessen Schloss-Hochzeit mit 300 Gästen Kuffler ausgerichtet hat.

Tafelgold: Promi-Party-Macher

Hier nascht die Prominenz: Marco J. Baumgartner und Michael Sturm organisieren komplette Events, die kaum hochkarätiger sein können, wie etwa die Verleihung des Deutschen Filmpreises mit 3500 Gästen 2015 in Berlin. Wie man alle sattbekommt? Tafelgold servierte das Essen an fünf Ständen und verteilte 19 000 Schälchen Fingerfood als sogenanntes Flying Buffet. Dafür braucht es viel Einsatz: Um allen gerecht zu werden, umfasst allein ihr Lager für Küchenutensilien 2000 Quadratmeter. Doch am Wichtigsten sind die Macher selbst – „einer von uns beiden ist immer dabei“, so Baumgartner. Der Hotelfachmann hat seinen Kompagnon Michael Sturm, der wiederum gelernter Koch ist, 1994 im Hotel Rafael (heute Mandarin Oriental) kennengelernt. „Aller Anfang war schwer“, erklärt der Hotelfachmann, der mit seiner Firma in Grünwald (Bavariafilmplatz 7) sitzt. Nächster Großtermin: das Sommerfest der Stadtwerke mit 3000 Gästen.

Von Ulrike Schmidt und Sandra Brockötter

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