Einblicke in die Produktion

McDonald's geht in die Nugget-Offensive - das soll wirklich drinstecken

Obion County - McDonald's will endlich mit Vorurteilen aufräumen. Im Rahmen seiner Transparenz-Kampagne gewährt der Konzern nun Einblicke in die Chicken-McNugget-Produktion. Doch zeigt er wirklich alles?

Endlich wissen wir Bescheid! McDonald's zeigt in einem Video, wie die Herstellung von Chicken McNuggets wirklich abläuft und dass dabei vom berüchtigten "rosa Schleim" keine Spur zu sehen ist. Jetzt brauchen wir wirklich kein schlechtes Gewissen mehr haben, wenn wir das nächste Mal im Fastfood-Laden schlemmen. Oder etwa doch...?

Schauspieler Grant Imahara wirbt für McDonald's

Grant Imahara ist ein US-amerikanischer Schauspieler und vielen am ehesten bekannt aus Star Wars und Matrix Reloaded. In einem aktuellen McDonald's-PR-Clip steht er mit seinem Regenschirm vor den Toren der Tyson Food  Gesellschaft in Obion County, Tennessee, die unter anderem Geflügel-Produkte für McDonald's herstellt. Das Video gehört zu einer Reihe ähnlicher Kurzfilme, die im Rahmen einer großen Transparenz-Kampagne des Fast-Food-Riesen ins Internet gestellt werden. Der Konzern will damit seine Kunden per Social Media erreichen und Fragen beantworten, die vor allem auch Fast-Food-Verweigerern auf der Zunge brennen. Zu viele Gerüchte über das angeblich ungenießbare, mit Chemie vollgepumpte und ungesunde Essen kursierten seit jeher. Damit soll jetzt Schluss sein.

Da steht also Imahara mit seinem Regenschirm, ein kurzer Text wird links eingeblendet: "Compensation provided by McDonald's," was so viel bedeutet wie: Der Schauspieler wird von dem Fast-Food-Konzern dafür bezahlt, dass er diesen Spot dreht.

Einblicke in den Herstellungsprozess der Nuggets

Nichtsdestotrotz ist der kleine Rundgang durch die Hallen der Nugget-Produktion interessant. Der Prozess beginnt bei den gerupften Hühnchen, deren Fleisch von Mitarbeitern der Firma sortiert wird: Nur Brust-, Lenden- und Rippenfleisch kommen angeblich in die Nuggets, genauso wie Teile der Haut: "Für den Geschmack". Die Masse, die unter anderem aus dem geschredderten Fleisch und einer Marinade aus Stärke, Salz, Natriumphosphat, Rosmarin-Extrakt und Öl besteht, wird dann geformt, paniert, mit noch mehr Gewürzen und Fett umhüllt und vorfrittiert. Im Laden müssen die Nuggets dann nochmal in die Fritteuse, um innen völlig gar zu werden.

Worüber die McDonald's-Mitarbeiterin im Video schweigt: Die Herkunft der Hühner. Man bekommt wohl doch nur die halbe Wahrheit serviert. Einen weiteren Bruchteil der Realität liefert die Organisation Mercy For Animals. In ihrem heimlich gefilmten Video von einer Hühnerfarm ist am Ende deutlich das Logo der Firma Tyson Foods, Inc. zu sehen. Es prangt auf einem Truck, der gerade die mehr oder weniger lebendigen Hühner abtransportiert, die von den Arbeitern der Farm in Körbe gestopft wurden. Die Tiere leben offensichtlich in Massentierhaltung und werden zu ihrer Schlachtung wortwörtlich "ausgepickt": Die Mitarbeiter spießen einzelne Hühner mit angespitzten Stecken auf, um sie dann in Eimern zu den Transportkörben zu tragen. Viele der Vögel, die in dem Video gezeigt werden, sind krank oder verletzt.

Fest steht: Das Video mit Grant Imahara, in dem angeblich die ganze Wahrheit der Chicken McNuggets offenbart wird, zeigt definitiv nicht alles. Trotzdem steckt in den Nuggets wohl Hühnchenfleisch, und wer sich vom Anblick des gequälten Federviehs freimachen kann und trotz schwächelnder Beliebtheit  immer noch zu den "Fast Foodies" gehört, wird auch in Zukunft seine Nuggets mit Dip genießen können.

Wer sich dafür interessiert, was in den deutschen Chicken McNuggets steckt, findet hier die Zutatenliste von McDonald's Deutschland.

lg

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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