MEIN KÜCHENGEHEIMNIS

Satt und glücklich zur Traumfigur

+
So kocht man sich satt und glücklich: Sabine Hülsmann, eine studierte Ernährungswissenschaftlerin, ist es wichtig, dass die Gerichte nicht nur gesund sind, sondern auch gut schmecken.

Sabine Hülsmann (36) aus Holzkirchen kocht Gerichte nach dem „Slow Carb“-Prinzip. Die langsamen Kohlenhydrate stehen nicht für Verzicht in der Küche. Trotzdem schafft man mit ihnen, ein paar überflüssige Pfunde los zu werden.

Satt und trotzdem zufrieden und glücklich. Klingt auf den ersten Blick widersprüchlich. Doch wer Sabine Hülsmann sieht, zweifelt nicht mehr länger an diesem Satz. Die groß gewachsene, schlanke 36-Jährige steht mit einem zufriedenen Lächeln in ihrer Küche in Holzkirchen und bereitet mit „langsamen Kohlenhydraten“ eine verlockende Mahlzeit zu. Schon bald duftet es verführerisch nach angebratenem Curry und Kurkuma. Nach Verzichten sieht das nicht aus. Slow Carb heißt der neue Ernährungstrend, nach dem Susanne Hülsmann kocht, eine Weiterentwicklung von Low Carb. „Mit dem Unterschied, dass man seine Ernährung nicht komplett umstellen muss. Erlaubt ist fast alles, in Maßen, wie Sabine Hülsmann sagt. „Seelenfutter wie Gnocchi oder Pfannkuchen sind auch nicht tabu, trotzdem purzeln die Pfunde.“ Wichtig sei, dass ballaststoffreich gekocht werde. Weißmehl(produkte) ersetzt die Hobbyköchin gern durch Vollkornmehl(produkte). Wenn es beispielsweise Nudeln gibt, dann könne man am Anfang tricksen und nur zur Hälfte zu Vollkorn-Nudeln greifen. Ein Tipp, der gerade bei Kindern die Umstellung auf Vollkorn-Produkte erleichtere.

Möglichst häufig sollten Lebensmittel mit einem besonders hohen Ballaststoffgehalt auf dem Speiseplan stehen wie beispielsweise Avocado, Nüsse oder Hülsenfrüchte. Die Avocado verwendet Sabine Hülsmann für ihre Mousse-Pralinen, die sie zum Nachtisch serviert. Eine wirklich zarte Verführung – und ein Traum, dass diese nebenbei noch so gesund sind. „Avocados enthalten reichlich Vitamin E. Ein natürlicher Jungbrunnen, der den Alterungsprozess bremst“, wie Sabine Hülsmann erklärt. Essen spielt schon immer eine zentrale Rolle im Leben von Sabine Hülsmann. Bereits zuhause in Osnabrück wurde viel gekocht, „ich bin mit gesunder Ernährung aufgewachsen“, erzählt sie. Da lag es gewissermaßen auf der Hand, dass sie zunächst den Beruf der Diätassistentin erlernte. Später setzte Sabine Hülsmann noch ein Studium der Ernährungswissenschaften drauf. Nach dem Studium verschlug es die Ernährungsfachkraft zunächst nach Franken, später arbeitete sie ein paar Jahren in Alfons Schuhbecks Kochschule. Heute ist sie bei der Verbraucherzentrale Bayern für Lebensmittel und Ernährung zuständig. Nebenbei macht sie zur Zeit noch eine Ausbildung zur Heilpraktikerin. Doch nicht nur beruflich befasst sich die 36-Jährige mit dem Thema Essen, auch privat dreht sich bei ihr Vieles ums Zubereiten von Gerichten. Zusammen mit ihrem Freund Andreas Hussong kocht Sabine Hülsmann fast jeden Abend. „Da wir beide viele Lebensmittelunverträglichkeiten haben, entwickeln wir ständig neue Gerichte.“ So sei auch das Kochbuch „Slow Carb“ entstanden.

Honig ist zwar nicht „Slow Carb“, trotzdem ein Hobby von Sabine Hülsmann. Seit vier Jahren hat sie ein paar Bienenvölker. Mit einem Lachen erzählt die Hobby-Imkerin, dass sie ursprünglich gar keinen Honig mochte. Aber seit sie ihn selbst herstellt, mag sie ihn und verwendet ihn regelmäßig. So auch heute für die Sauce. „Der Honig harmoniert wunderbar mit den Früchten und Gewürzen“, sagt sie. In der Tat: eine ausgefallene, aber wohlschmeckende Sauce zur Hähnchenbrust. Seit Sabine Hülsmann Bienen hat, achtet sie deshalb in ihrem Garten nicht nur darauf, dass die Pflanzen schön aussehen, sondern auch Nahrung für ihre Bienen liefern. Beim Anrichten der Hähnchenbrust mit dem Erbsen-Bulgur und der Aprikosensauce kommt es dann aber doch aufs Aussehen an: Das Auge isst schließlich mit. Das hat die leidenschaftliche Hobbyköchin einst bei Alfons Schuhbeck gelernt.

Kochen nach dem Slow Carb-Prinzip

Hähnchenbrustfilet mit Erbsen-Dinkel- Bulgur (Zutaten für 4 Personen)

Für den Bulgur: 

200 g (Dinkel-)Bulgur
600 ml Gemüsebrühe
200 g TK-Erbsen
4 EL geriebenen Pecorino
1-2 EL Olivenöl Salz schwarzer Pfeffer aus der Mühle
4 EL Schnittlauch, frisch geschnitten

Für das Fleisch: 

4 Hähnchenbrustfilets (je ca.120 g)
1-2 EL Olivenöl
1 EL Zitronensaft
Salz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Für die Aprikosensauce: 

2 Schalotten
2 Knoblauchzehen in feine Würfel geschnitten
2 Scheiben Ingwer, geschält und fein gewürfelt
1 kleine, frische Chilischote, entkernt und in Würfel geschnitten
12 getrocknete Aprikosen, in feine Würfel geschnitten (am besten ungeschwefelte)
1 EL Blütenhonig
4 EL Apfelessig
300 ml Gemüsebrühe
150 ml Sahne
1 EL Currypulver
1 TL Kurkuma frisch geschnittener Schnittlauch zum Garnieren

Zubereitung: 

Bulgur: Den Bulgur mit der Gemüsebrühe in einem Topf zum Kochen bringen. Bei niedriger Temperatur fünf Minuten köcheln lassen. Anschließend vom Herd nehmen und bei geschlossenem Deckel garziehen lassen, bis die Flüssigkeit komplett aufgesogen ist. Die aufgetauten Erbsen, Pecorino, Olivenöl und Schnittlauch unterrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Hähnchenbrustfilet: Backofen auf 100˚C vorheizen. Die Hähnchenbrüste in einer Pfanne in etwas Öl auf beiden Seiten je etwa 2 Minuten anbraten und im Backofen in etwa 20-30 Minuten saftig durch garen. Anschließend mit Zitronensaft beträufeln und mit Salz und Pfeffer würzen.

Aprikosensauce: Die Schalotten in die heiße Pfanne geben und anschwitzen. Knoblauch, Ingwer und Chilischote zufügen und kurz mitbraten. Aprikosen, Honig, Apfelessig, Gemüsebrühe und Sahne dazugeben, erhitzen und etwa 10 Minuten bei geringer Hitze köcheln lassen. Mit Currypulver, Kurkuma, Pfeffer und Salz würzen abschmecken. Hähnchenbrust und Bulgur auf Tellern anrichten, die Sauce außen herum geben und mit Schnittlauch bestreuen.

Schoko-Mousse-Pralinen mit Avocado  (Zutaten für etwa 42 Stück)

 1 Avocado (ca. 160 g)
40 g Kokosmus (aus dem Reformhaus oder Biomarkt)
1 EL rohes Kakaopulver (etwa 12 g)
1 EL Chiasamen
6 EL Agavendicksaft (ca. 80 g)
fein gehackte Pistazien
Amaranth-Popps oder Mandelsplitter zur Deko

Zubereitung:

Die Avocado halbieren, den Stein entfernen, das Fruchtfleisch (etwa 120 g) schälen und in Stücke schneiden. In einen hohen Rührbecher geben, das Kokosmus, das Kakaopulver, die Chiasamen und den Agavendicksaft hinzufügen und alles mit dem Stabmixer zu einer cremigen Masse pürieren. Die Avocado-Schoko- Masse mit dem Teigschaber oder einem Löffel gleichmäßig ½ cm dick auf ein Backpapier streichen. Mit Pistazien, Amaranth- Pops oder Mandelsplittern bestreuen und 1 bis 2 Stunden in das Tiefkühlfach stellen. Herausnehmen und in etwa 1 cm breite Würfel schneiden, auf einen Teller legen und wieder in das Tiefkühlfach stellen. Diesen erst kurz vor dem Verzehr herausnehmen.

Tipp: Die Schoko-Mousse-Pralinen sind luftdicht verschlossen etwa 1 Woche haltbar. Für Gäste nach dem Essen zu einem Gläschen Wein ist diese Süßigkeit hervorragend geeignet. Für diesen Anlass die Avocado- Schoko-Masse mithilfe eines Spritzbeutels mit großer Lochtülle in kleine Eiskonfektförmchen spritzen.

auch interessant

Meistgelesen

Draußen zu kalt? Bianca verrät ihre "neuen Hotspots" in München
Draußen zu kalt? Bianca verrät ihre "neuen Hotspots" in München
Michelin-Sterne-Regen für deutsche Spitzen-Restaurants
Michelin-Sterne-Regen für deutsche Spitzen-Restaurants
Großes Bier-Battle: Runde vier ist angelaufen
Großes Bier-Battle: Runde vier ist angelaufen
Thermomix-Weihnachtsmenü: So wird Ihr Essen perfekt
Thermomix-Weihnachtsmenü: So wird Ihr Essen perfekt

Kommentare