Spaghetti-Test

Stiftung Warentest: Günstige Nudeln schlagen Marken-Produkte

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Stiftung Warentest nimmt 25 Spaghetti-Produkte unter die Lupe und verrät, welche die besten sind.

Dünn, lang, begehrt: Spaghetti sind die Lieblingsnudeln der Deutschen. Doch welche sind die besten? Der Test von 25 Produkten zeigt: Einige günstige Handelsmarken schlagen die teuren Marken- Produkte.

Der Siegeszug der Spaghetti begann vor 100 Jahren. Solange reicht die Geschichte der industriell hergestellten Hartweizennudeln zurück. Damals erfand der Italiener Fereol Sandragne die erste komplette Nudelproduktionsanlage. Infolge dessen wurde italienische Pasta zur Massenware und zum Exportschlager. Heute werden Nudeln hoch standardisiert hergestellt: vom Teigmischen bis hin zum Trocknen. Das gilt auch für Spaghetti – die Lieblingsnudel der Deutschen.

Doch welche Spaghetti haben das meiste Aroma, kleben nicht nach dem Kochen und sind frei von Schadstoffen? In einer Untersuchung der Stiftung Warentest traten 25 Produkte gegeneinander an: 20 klassisch helle aus Hartweizen, drei aus dunklem Vollkorn und zwei ohne Gluten. Um die vorderen Plätze konkurrierten deutsche Marken wie Bernbacher und Riesa, italienische wie Barilla und De Cecco sowie zahlreiche günstige Handelsmarken.

25 Produkte wurden getestet

Die Tester prüften die Nudeln auf Aussehen, Geruch und Geschmack sowie auf Keime und Schadstoffe. Am Ende gibt es viele „gute“ Spaghetti. Die besten kommen allerdings nicht von Marken wie Buitonni (Note 3,0; 1,39 Euro je 500 Gramm) oder Jamie Oliver (Note: 2,9; 1,79 Euro) – sondern von Kaufland (K-Classic-Spaghetti, Note 1,8; 0,49 Euro); bei den Vollkornprodukten von Dennree (Note 1,8; 0,99 Euro). Auch zahlreiche andere Handelsmarken schneiden gut ab, so etwa Spaghetti von Aldi Süd, Rewe (ja!), Norma und Netto für jeweils 0,49 Euro pro 500-Gramm-Packung. Geschmacklich überzeugen zwei Produkte mit der Note „Sehr gut“: Die Mondo Italiano Spaghetti von Netto und die Vollkorn- Spaghetti von Dennree. Einmal heißt die Note nur „ausreichend“ – aufgrund der Deklaration.

Sieger-Nudel ist kein Marken-Produkt

Der Test offenbarte: Trotz standardisierter Produktion laufen nicht alle Spaghetti einwandfrei vom Band. Die Prüfer fanden unter anderem bei den rohen, ungekochten Nudeln Luftblasen sowie ungleich lange oder gebrochene Stücke. Solche Mängel entstehen, wenn sich Grieß und Wasser beim Teigmischen ungenügend verbinden, oder Nudeln nicht langsam von innen nach außen trocknen. Ebenso waren die meisten Spaghetti nicht frei von Schadstoffen: Die Prüfer wiesen in fast allen getesteten Produkten Schimmelpilzgifte und Rückstände von Mineralölen nach – wenn auch nicht in einem gesundheitlich schädigenden Ausmaß.

Gewöhnungsbedürftig, aber gesund sind Vollkornspaghetti. Sie sehen deutlich dunkler aus als die klassischen Hellen, fühlen sich im Mund rauer und körniger an, schmecken leicht süßlich und leicht nussig. Für viele ist der typische Kleie-Geschmack ungewohnt. Vollkornspaghetti haben in etwa genauso viele Kalorien wie die hellen – um die 350 Kalorien je 100 Gramm –, aber oft mehr als doppelt so viele Ballaststoffe, zudem mehr Mineralstoffe.

Glutenfreie Spaghetti verzichten auf das Klebereiweiß des Weizens. Die zwei Produkte im Test von Lidl und Seitz („befriedigend“) werden auf Basis von Maismehl hergestellt.

mm

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