TV-Doku enthüllt auch, wie viel ein Manager kassiert

Meistgekaufter Burger und Münchner Lieferant: 15 McDonald's-Geheimnisse

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Big Mac und Pommes: In einer TV-Doku wird McDonald's unter die Lupe genommen.

München - McDonald's gibt es in Deutschland seit 45 Jahren. Gewusst? In einer TV-Doku wurden einige Fakten rund um den Burger-Giganten bekannt, die so wohl den wenigsten Liebhabern geläufig sind.

  • 36.000 Restaurants in 119 Ländern der Welt
  • 1.477 Restaurants in Deutschland, nur 20 Prozent davon betreibt McDonald's selbst
  • Kerntemperatur eines Patties: immerzwischen 69 und 74 Grad
  • Erste Filiale in Deutschland im Jahr 1971
  • 62 Prozent der Waren stammen aus Deutschland

Der Name ist wohl den meisten weltweit ein Begriff: McDonald's. Hamburger, Pommes, Cheeseburger - dafür ist der Konzernriese bekannt. Was aber steckt wirklich dahinter? Welche Ausmaße hat McDonald's mittlerweile erreicht? Und wie viel Regionalität steckt in dem Fastfood-Herrscher? Der Sat.1-Check hat versucht, Fragen wie diese aufzudecken. „15 Dinge, die Sie noch nicht über McDonald’s wussten“ kamen dabei heraus. Die Doku lief diesen Mittwoch im TV. Ob es nun schon bekannt war oder nicht, einiges ist erschreckend, anderes wiederum faszinierend.

Fakt 1: Die neuen Burgerkreationen

Rund 15 neue Produkte bringt McDonald's jährlich auf den deutschen Markt. Meistens sind es neue Burgerkreationen. Doch wie entsteht ein neuer Burger? Verantwortlich in Deutschland für neue Kreationen ist Chefkoch Björn Pölking (46). 1477 Restaurants der Kette gibt es in Deutschland. Doch Burger bietet nicht nur bei McDonald's an. Es herrscht ein regelrechter Burger Boom, deswegen ist Kreativität gefragt. Beispielsweise das aus München stammende "Hans im Glück" ist eine Konkurrenz für den Weltkonzern, gerade kleinere Läden nehmen McDonald's die Kundschaft weg. 

Seit rund 40 Jahren bestellt der Fastfood-Riese seine Saucen bei Develey, einem Unternehmen bei Unterhaching. Für die ist McDonald's natürlich ein profitabler Auftraggeber. Ein neuer Burger braucht auch eine neue Sauce. Diese darf auch nicht zu dünn- oder zu dickflüssig sein, das wird durch die Fließgeschwindigkeit überprüft. Dazu gibt es geheime Parameter, doch die werden nicht verraten - Betriebsgeheimnis.

Fakt 2: Die Franchisenehmer

1477 Mc-Donald's-Restaurants gibt es in Deutschland, aber nur 20 Prozent davon betreibt McDonald's selbst. Der Rest wird von Franchisenehmern geführt. Entstanden ist diese Strategie 1961 durch Ray Crock, der die Kette damals übernommen hat. "Er hat da relativ schnell 200 Restaurants aufgemacht" erzählt Holger Beeck (61), Vorsitzender von McDonald's Deutschland. Franchising bei McDonald's bedeutet, dass der Konzern das Restaurant, die Logisitik, das Sortiment und auch die Werbung zur Verfügung stellt. Der Restaurantbetreiber bezahlt eine einmalige Übernahmegebühr und eine monatliche Gewinnbeteiligung. 

Fakt 3: Das Konzept 

Abläufe sind weltweit standardisiert. Wird ein Burger nicht innerhalb von zehn Minuten verkauft, verliert er seine Haltbarkeit und muss in den Müll. Zum Standardsortiment gehören nur zehn Produkte. Jedes Land hat eigene Geschmäcker, auf die der Konzern reagiert. Ein weiterer Standard: Die Kerntemperatur eines Patties muss immer zwischen 69 und 74 Grad betragen.

1971 wurde die erste Filliale in Deutschland eröffnet. Damals waren keine teuren Werbekampagnen nötig. Erst 1973 gab es den ersten deutschen Werbespot. Darin wurde vor allem um die kleinen Gäste geworben. Mittlerweile steckt McDonald's rund 200 Mio. Euro jährlich ins Marketing. Der wohl bekannteste Spruch "Ich liebe es" wurde 2003 kreiert - in Deutschland.

Fakt 4: Die Hitparade der Verkaufsschlager

In Deutschland siegen die Klassiker.

Platz 3: Der Big Mac ist mit 550 Kalorien das Schwergewicht unter den Burgern. 1967 wurde er erfunden und war ursprünglich die Antwort auf eine Kampagne von Konkurrent Burger King. Dann wurde er zum milliardenschweren Kassenschlager.

Platz 2: Ebenfalls klassisch, der Hamburger. Den gibt es schon seit 1948.

Platz 1: Ganz oben steht der Cheeseburger. Er ist das am meisten gekaufte Produkt bei McDonald's in Deutschland. Wie oft - das will der Fastfood-Riese nicht verraten.

Fakt 5: Die Karriereleiter

Wer bei der Burger-Kette einen Fuß in der Tür haben will, muss die konzerneigene Schulbank drücken. Will man ganz nach oben, muss die Prüfung zum Restaurant Manager absolviert werden. Aber was verdient man in den oberen Etagen bei McDonald's eigentlich? Ein stellvertretender Restaurantmanager bekommt etwa 2.100 Euro. Schafft der die Prüfung zum Manager, sind es rund 200 Euro mehr. Auf dem Weg dahin gibt es eine viertägige schriftliche Theorieprüfung, einen Fernlehrgang der konzerneigenen Nachwuchsschule und ein eigenes Lernprogramm auf dem Computer.  

Fakt 6: Der Geschmackstest

Erkennen die Deutschen ihr Lieblingsprodukt ohne Verpackung am aussehen? Oder mit verbundenen Augen nur am Geschmack? Im Ruhrgebiet, wo es die meisten Imbiss-Buden gibt, hat Sat.1 einige Personen getestet. Sie hatten jeweils einen Cheeseburger von McDonald's, von Burger King und einen aus der Imbiss-Bude zur Auswahl. Und das ist das Ergebnis: Von 18 Personen erkennen 15 den Cheeseburger von McDonald's am Aussehen. Beim Geschmackstest mit verschlossenen Augen haben 15 von 16 Kandidaten den McDonald's-Burger richtig geraten.

Fakt 7: Der enorme Fleischverbrauch

Der Fleischverbrauch bei einem Weltkonzern wie McDonald's ist riesig: Mehr als 40 000 Tonnen Rindfleisch und 20 000 Tonnen Geflügel werden in Deutschland jährlich verbraucht. Das Fleisch beziehen die Restaurants von insgesamt mehr als 100.000 Höfen, 50 Prozent davon sind in Deutschland. Für ihre Burger brauchen die Filialen mehr als 50.000 Kühe. Aber wie viele Patties sind eigentlich aus einer Kuh herauszubekommen? Angenommen die Kuh wiegt etwa 900 Kilogramm - das beschert dem Burger-Riese rund 2000 Patties.

Fakt 8: Der größte Flop

In Deutschland hat einen Burger ein ziemlich schneller Verkaufs-Tod ereilt: den Bio-Burger. Außer dem Fleisch war daran nichts bio. Der Konzern wollte mit diesem Angebot eine neue Linie einschlagen und nahm die harten Auflagen einer Bio-Produktion in Kauf. Bei den Kunden kam das aber so gar nicht an. Schon nach dem zweimonatigen Testverkauf kam für den Bio-Burger das Aus.

Fakt 9: Das Warenkarussell

Täglich kommen rund zwei Millionen Menschen in Deutschland zu McDonald's, rund 1024 Produkte und Verpackungen hat der Riese im Sortiment. Daran sind 129 Lieferanten beteiligt, 31 davon seit mehr als drei Jahrzehnten. 62 Prozent der Waren stammen aus Deutschland, beispielsweise Eier, Fisch, Kartoffeln, Rindfleisch oder Weizenmehl. Vier Prozent werden von außerhalb der EU geliefert. Das sind besonders Kaffeebohnen und Bananen, wobei sich letzteres bei der Burger-Kette wohl in Grenzen halten wird.

Fakt 10: Die heftigsten Skandale

Besonders McDonald's wird ständig auf die Finger geschaut, und es gibt viele Kritiker: Die Arbeitsbedingungen werden unter die Lupe genommen, Lebensmittelskandale werden aufgedeckt - die Gerüchteküche wird ständig neu geschürt. 2011 gab es einen handfesten Skandal in Amerika: Fleisch wurde mit Ammoniak vermischt, um es besser haltbar zu machen. Fernsehkoch Jamie Oliver klagte gegen McDonald's und brachte den Konzern vor Gericht. Das Ende vom Lied: Die Fleischproduktion wurde umgestellt.

1985 deckt Journalist Günter Wallraff in seinem Buch "Ganz unten" bei McDonald's schlechte Arbeitsbedingungen und Hygienemängel auf. Eine der erschreckendsten Erkenntnisse darin: Die Toilette wurde mit einer Fleischgabel gereinigt.

Fakt 11: Das Familienunternehmen - hinter den Kulissen

Ein Beispiel einer Familiendynastie ist Familie Kielhorn aus Kaufbeuren. Sie betreiben neun Restaurants und sind langjährige Franchisenehmer. Junior Jan ist mittlerweile jüngster Chef mit 26 Jahren, er hat 5 Restaurants seines Vaters übernommen. Vater Karl Heinz hatte seine erste Filiale im Jahr 1988 in Kaufbeuren und musste mehrere 100.000 Euro zahlen. Für ihn hat sich das gelohnt.

Fakt 12: Der Bau eines Restaurants

Jährlich finden bei McDonald's in Deutschland rund 200 Neu- und Umbauten statt. Erst im vergangenen Jahr wurde am Frankfurter Flughafen das größte Restaurant Deutschlands erbaut: Ein Burger-Tempel mit 500 Sitzplätzen. McDonald's verdient nicht hauptsächlich durch verkaufte Burger. Der Kette ist einer der größten Immobilienkonzerne weltweit. Sechs Milliarden Dollar werden jährlich durch Pachteinnahmen eingenommen. Das Immobilienvermögen der Burger-Kette wird auf 400 Milliarden Dollar geschätzt.

Fakt 13: Die Pommes-Nation

Die deutsche Nation ist in Sachen Pommes gespalten zwischen Burger Kind und McDonald's. Erkennt man den Unterschied auf den ersten Blick? Im Sat.1-Check wurde klar: Die Pommes vom Imbiss sind dicker, das haben die Tester richtig erkannt. Burger King und McDonald's wurden oft verwechselt, von zwölf erkennen nur zwei, woher das Kartoffelstäbchen kommt. Und das, obwohl alle einen klaren Favoriten haben. Die  Geschmacksprobe zeigte: Auch hier werden Burger King und McDonald's oft vertauscht.

Fakt 14: Die Arbeitskleidung kommt aus München

Alle fünf Jahre gibt es eine neue Kollektion für rund 60.000 Mitarbeiter. Ausstatter von McDonald's ist die Schneiderei Weißhäupl in München. Seit 1971 schneidert das Team für McDonald's Deutschland die Arbeitskleidung. Drei Mitarbeiter tüfteln derzeit mit ihrem Chef Florian Kamm (53) an neuer Kollektion. Die Kleidung muss in erster Linie ihren Zweck erfüllen aber auch modisch ankommen. Die neue Idee: bunte T-Shirts in grün, rot und blau. Der komplizierteste Artikel: die Damenhose. "Da ist das immer ein bisschen schwieriger", erzählt Kamm.

Fakt 15: Das Restaurant der Zukunft

McDonald's hat eine Vision: Das Restaurant der Zukunft soll zum einen Trends folgen, zum anderen auch manchmal Trends setzen. Am Empfang werden die Kunden begrüßt, es gibt ein digitales Bestellsystem per iPad. und wer will, wird direkt am Tisch bedient. Außerdem spielen Individualisierung und Technisierung eine große Rolle. Ware soll nur noch auf Bestellung und somit frisch zubereitet werden. Durch individualisierte Bestellungen soll erreicht werden, dass weniger Essen im Müll landet. In erster Linie soll das Zukunftsmodell von McDonald's für Familien sein.

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