Umweltschützer: Deutsche Biere mit Glyphosat belastet

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Das Münchner Umweltinstitut hat mehrere deutsche Biere untersucht und dabei Spuren von Glyphosat nachgewiesen. Foto: Roland Weihrauch

Das Münchner Umweltinstitut hat in mehreren deutschen Bieren das Pflanzengift Glyphosat entdeckt. Die Mengen des Pestizids sollen demnach über dem gesetzlichen Grenzwert für Trinkwasser liegen. Bundesinstitut für Risikobewertung gibt jedoch Entwarnung.

München (dpa) - Mehrere deutsche Biere sind einer Untersuchung des Münchner Umweltinstituts zufolge mit dem Pestizid Glyphosat belastet. Beim Test von 14 der beliebtesten Biermarken Deutschlands wurden Spuren des Unkrautvernichters gefunden.

Die Werte lagen zwischen 0,46 und 29,74 Mikrogramm pro Liter und damit im extremsten Fall fast 300-fach über dem gesetzlichen Grenzwert für Trinkwasser von 0,1 Mikrogramm. Einen Grenzwert für Bier gibt es allerdings nicht. Das Pflanzengift steht im Verdacht, krebserregend zu sein. "Ein Stoff, der wahrscheinlich krebserregend ist, hat weder im Bier noch in unserem Körper etwas verloren", erklärte Sophia Guttenberger vom Umweltinstitut.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sieht keine Gefahr für die Gesundheit. Selbst die höchsten Werte von rund 30 Mikrogramm pro Liter seien so niedrig, dass die hieraus rechnerisch resultierende Aufnahmemenge bei einem Erwachsenen mehr als 1000-fach niedriger liegen würde als die derzeit als unbedenklich geltenden Aufnahmemengen, teilte das BfR auf Anfrage mit.

Marike Kolossa, Leiterin des Fachgebiets gesundheitsbezogene Umweltbeobachtung im Umweltbundesamt, sagte allerdings, da nach wie vor zwischen Experten nicht abschließend geklärt sei, ob Glyphosat Krebs beim Menschen verursachen könne, sei eine Belastung des Menschen "nicht wünschenswert".

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