Coca Cola, Pepsi & Co.

Stiftung Warentest: Viel zu viel Zucker in der Cola

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Lieblingsgetränk vieler Kinder: Cola. Doch aufgepasst: Neben den meist sehr hohen Zuckerwerten greift das Getränk auch die Zähne an.

Coca-Cola verkauft mit Abstand am meisten Cola in Deutschland, gefolgt von Pepsi – die Stiftung Warentest hat verschiedene Colas untersucht. Können Colas mit bedenklichen Substanzen belastet sein? Wie gut sind Colas mit Steviaextrakten? Machen die Marktführer wirklich die beste Cola? 

Können Colas mit bedenklichen Substanzen belastet sein? Wie gut sind Colas mit Steviaextrakten? Machen die Marktführer wirklich die beste Cola? Bei einigen stimmt die Chemie nicht.

Wasser, Zucker oder Süßungsmittel, Kohlensäure, der Farbstoff Zuckerkulör, Phosphorsäure, Koffein und Aromen – aus diesen Zutaten bestehen die meisten Colas. Das erfährt der Verbraucher über die Zutatenliste. Wovon er nichts ahnt: Einige Colas enthalten gesundheitlich bedenkliche Substanzen. Sie können etwa aus Zuckerkulör stammen oder aus Rückständen von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln. Das ergab der Test von 30 Getränken. Auch im Test: Colas von Discountern und Colas mit alternativen Zutaten, die etwa statt Phosphorsäure Zitronensaft enthalten und statt Zuckerkulör Karamellsirup.

Rückstände von Chlorat

In Pepsi Light stellten die Tester eine sehr hohe Belastung mit Chlorat fest. Es kann aus Reinigungs- oder Desinfektionsmitteln stammen. Solche Rückstände fanden sich auch in anderen Cola-Getränken, aber in deutlich geringerem Umfang. Bei der klassischen Coca-Cola, Coca-Cola Zero und Life führte das zur Note „befriedigend“ in der chemischen Qualität.

Schädliches aus braunem Farbstoff

Das typische Braun einer Cola kommt fast immer vom Farbstoff Zuckerkulör. Er bringt den Schadstoff 4-Methylimidazol mit sich, der als möglicherweise krebserregend gilt, so die Tester. Die Untersuchung von Club Cola ergab eine so hohe Konzentration, dass das Produkt bei den Testern mit „mangelhaft“ abschnitt.

Das Labor übermittelte weitere Befunde, die nicht gerade für gute Produktqualität sprechen: Eine Cola wies mehr Alkohol auf als gesetzlich vorgeschrieben (Red Bull Cola), in einer anderen war keine Vanille aus dem versprochenen Vanilleextrakt nachweisbar und eine Cola enthielt vergleichsweise viel Phosphorsäure (Fritz-Kola). All das führt dazu, dass zwei Produkte ein „mangelhaftes“ test-Qualitätsurteil bekommen, Pepsi Light und Club Cola Original, und weitere fünf insgesamt nur „ausreichend“ sind (Pepsi, Fritz-Kola, Vita Cola Pur, Isis Bio Fresh Cola, Red Bull Cola).

Zersetzungskraft ist ein Mythos

Dass Kinder Cola so lieben, ist nicht nur wegen des hohen Zuckergehaltes bedenklich. Das Forschungsinstitut für Kinderernährung rät auch deswegen von Cola als Standardgetränk für Kinder ab, weil es die Zähne angreift. Extrem ätzend wirkt die Phosphorsäure im Cola aber nicht: Dass sie über Nacht ein Steak zersetzen kann, ist laut Stiftung Warentest ein Mythos.

Mit Stevia lässt sich etwas Zucker sparen

In einem halben Liter klassischer Cola ist im Durchschnitt so viel Zucker gelöst wie in 16,5 Zuckerwürfeln steckt. Wer diese Menge an Cola trinkt, hat sein tägliches Zuckerkontingent praktisch schon verbraucht – es liegt nach Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation bei 50 Gramm zugesetztem Zucker am Tag. Colas mit einem Mix aus Zucker und Stevia-Bestandteilen sind in dieser Hinsicht besser – sie lassen noch etwas Spielraum für Zucker aus anderen Lebensmitteln wie Süßigkeiten und Kuchen. Die Tester haben die unterschiedlich hohen Zuckergehalte bewertet. Gänzlich zuckerfrei sind aber nur die Colas, die nur mit Süßstoffen auf ihren kräftig süßen Geschmack kommen. Allerdings schmecken die Süßstoffe immer durch – das mag nicht jeder.

Geschmack mal leicht nach Espresso

Die Tester haben die Colagetränke auch sensorisch untersucht und feine Unterschiede festgestellt. Die einen hatten eine eher malzige Note, andere waren leicht karamellig. Es fielen auch Colas auf, die leicht nach Espresso, Zitronenlimonade oder Kräutern schmeckten. Die Getränke von Coca-Cola und Pepsi haben jeweils ihren eigenen Touch. Insgesamt schneiden die Marktführer aber unterschiedlich im Test ab, auch ihre Produkte kommen jeweils auf unterschiedliche Noten. Alle vier „guten“ sind mit Süßstoffen gesüßt.

Die Testsieger

Testsieger ist Coca-Cola-Light, der Liter kostet 70 Cent. Es folgen Coca-Cola Zero für 66 Cent und zwei Discounterprodukte für jeweils 26 Cent pro Liter: Freeway Cola Light von Lidl und River Cola 0% von Aldi (Nord). Wer klassische Cola bevorzugt, sollte Maß halten: Sie enthalten sehr viel Zucker. Am besten schneidet noch Mio Mio Cola ab (1,16 Euro pro Liter).

„Beste Durstlöscher sind Wasser und zuckerfreier Tee“

Fragen zum Cola-Test an die Projektleiterin bei Stiftung Warentest, Birgit Rehlender. 

Nur vier von 29 Colas im Test sind „gut“ – was sind die Gründe? 

Gesundheitlich bedenkliche Stoffe in nennenswerten Mengen, mehr Alkohol als erlaubt und gravierende Kennzeichnungsmängel sind die Gründe für schlechte Noten im Test. Fünf Produkte schnitten „ausreichend“ und zwei sogar nur mit „mangelhaft“ ab. 

Warum schneidet im Gegensatz zu den Light- Produkten keines der zuckerhaltigen Produkte besser als „befriedigend“ ab? 

Den klassischen Colas ist ihr hoher Zuckergehalt zum Verhängnis geworden – dafür gab es Punktabzug. Denn bereits mit einem halben Liter dieser Colas erreicht ein Erwachsener die gesamte Menge an zugesetztem Zucker, die er nach Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation pro Tag maximal aufnehmen sollte. Für Kuchen, Eis oder Schokolade ist da kein Spielraum mehr. 

Zwei Markenprodukte im Test sind „mangelhaft“ – aufgrund nachgewiesener Schadstoffe: Als wie gefährlich sind diese einzuschätzen? 

27 Produkte im Test sind mit Ammonsulfit-Zuckerkulör (E 150 d) gefärbt. Bei dessen Herstellung bildet sich 4-Methylimidazol. Diesen Stoff hat die Internationale Agentur für Krebsforschung als „möglicherweise krebserregend“ eingestuft. Club Cola hat mit Abstand den höchsten Gehalt – wir haben sie mit „mangelhaft“ bewertet. Pepsi Cola Light hat ebenfalls mit „mangelhaft“ abgeschnitten. Sie war hoch mit Chlorat-Rück– ständen belastet, die aus Reinigungs- oder Desinfektions– mitteln stammen können. Wer einen halben Liter dieser Cola trinkt, überschreitet bereits die tolerierbare tägliche Aufnahmemenge, die die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit berechnet hat. Zu viel Chlorat kann die Jodaufnahme im menschlichen Körper hemmen und ist in hohen Mengen giftig. 

Ist Cola generell gesundheitsschädlich?

Wer zu klassischer Cola greift, sollte Maß halten, denn sie enthält sehr viel Zucker. Zuckerreiche Getränke können zum Übergewicht beitragen und das Risiko für Diabetes, Bluthochdruck und Herz- Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Eine Alternative sind Colas, bei denen der Zucker ganz oder teilweise durch Süßstoffe ersetzt ist. Alle Süßstoffe sind geprüft und gelten in den zugelassenen Mengen als gesundheitlich unbedenklich. Beim Süßstoff Aspartam müssen Menschen mit der Stoffwechselkrankheit Phenylketonurie allerdings aufpassen. Nierenkranke sollten wegen der Phosphorsäure auf Cola gänzlich verzichten. Eine gute Nachricht: Kein Produkt enthält mehr Koffein als erlaubt. Die Gehalte in den getesteten Erfrischungsgetränken sind sehr unterschiedlich. Da jeder anders auf Koffein reagiert, muss man selbst ausprobieren, bei welcher Menge es anregend wirkt und ab wann es nervös macht. Filterkaffee enthält übrigens deutlich mehr Koffein als Cola. 

Warum sollte Cola für Kinder nur die Ausnahme sein? 

Nicht nur wegen des vielen Zuckers, auch wegen der zahnschädigenden Säuren ist Cola kein Standardgetränk für Kinder. Auch das anregende Koffein und der süße Geschmack sprechen gegen Cola als Durstlöscher. Den Durst am besten löschen ohnehin Wasser und ungesüßter Früchte- oder Kräutertee.

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