Präsentation mit Philharmonikern

"Finsterlieder": Dreiviertelblut im Interview zum neuen Album

+
Sebastian Horn (li.) und Gerd Baumann in dessen Tonstudio "Millaton".

München - Am 7. Oktober erscheint die neue Platte des Duos "Dreiviertelblut". Die wird mit den Philharmonikern präsentiert. Wir haben mit Sebastian Horn und Gerd Baumann über das neue Album gesprochen.

Dreiviertelblut: Das ist diese seltsame düstere mundartliche musikalische Pflanze, die Bananafishbones-Sänger Sebastian Horn (45) und Filmkomponist Gerd Baumann (48) in die Erde gesetzt haben. Am 7. Oktober kommt die zwei Platte Finsterlieder heraus. Die Präsentation des Albums steigt mit den Münchner Symphonikern am 8. Oktober im Prinzregententheater. Eine sogenannte Preview dieses Konzertes gibt es in Zusammenarbeit mit der Stadtsparkasse morgen in den Bavariastudios. Und Sie können dabei sein! Mehr am Ende des Textes. Wir trafen Horn und Baumann zum Interview.

Ursprünglich war das ja Musik für Filme, dann ein Studioprojekt. Hat sich durch das Livespielen viel verändert?

Sebastian Horn: Eigentlich nicht. Unseren ersten Auftritt haben wir mit unserem Freund Dominik Schreiber gemacht. Da haben wir dann gemerkt: Ui, das ist ja lustig! Und wie das halt so ist unter Musikern: Es macht wahnsinnig Spaß, mit anderen Songs zu spielen. Der Gerd ist ja so ein gedankliches Multiorchester, der hätte am liebsten noch Backgroundsängerinnen und einen Geiger und Xylofon. Inzwischen sind wir zu siebt. Wer weiß, wie viele wir noch werden.

Mit den Symphonikern werdet ihr bestimmt noch mehr …

Horn: 57 oder 60, ja.

Was bedeutet es für Sie, wenn Sie nicht gegen eine Band, sondern ein ganzes Orchester singen müssen?

Horn:Das ist ja eher nicht ein „gegen“, sondern ein „mit“. Das ist kein Problem. Ich habe eher mit meiner Emotionalität zu kämpfen. Die Songs sind ohnehin von den Texten sehr nahe bei mir. Und ich bin vom Typ her jemand, der sich von den Emotionen überrennen lässt.

Die Lieder gehen immer vom Text aus?

Horn: Ja, meistens geht es vom Text aus. Der hat ja einen eigenen Rhythmus und eine Melodie. Mit meinem relativ kruden Popmusik-Verständnis versuche ich, das dann dem Gerd vorzumachen. Und er hat so eine gute Wellenlänge mit mir, dass es eigentlich kein Stück gibt, wo wir Differenzen hätten.

Von den Texten ist das neue Album etwas mehr am Zeitgeschehen. Es geht oft um Flüchtlinge, Abgrenzung …

Horn: Ned nur mia und Der Sturm. Auch Texte wie Zeit oder Schaf. Das hat schon alles einen aktuellen Horizont.

Ist jetzt eine Zeit gekommen, wo man das einfach machen muss?

Gerd Baumann: Ja. Ned nur mia ist entstanden für ein Konzert bei einer Flüchtlinge-willkommen-Demonstration. Da merkt man plötzlich, wie viel das auslöst und wie notwendig das ist. Nicht nur für uns Künstler, sondern dass die ganze Gesellschaft den Mund aufmacht. Dass nicht nur die sich solidarisieren, die Hass und Zwietracht in die Gesellschaft bringen wollen, sondern auch die, die das Friedliche und Gute suchen, um das mal ganz pathetisch zu formulieren.

Eure Konzerte sind immer mal wieder mit Stubnmusi verglichen worden. Das würde auch in der Küche daheim funktionieren …

Baumann: Also, fast nach jedem Konzert auf Tour landen wir an irgendeinem Tisch und spielen das ganze Konzert noch einmal. Unverstärkt dann. Da hatten wir schon einmalige Erlebnisse. Manchmal entwickeln sich die Stücke dann ganz anders.

Antonio Seidemann

auch interessant

Meistgelesen

Rockavaria 2017: Jetzt wird es noch verwirrender
Rockavaria 2017: Jetzt wird es noch verwirrender
Guns N' Roses kündigen München-Show an - War's das für Rockavaria?
Guns N' Roses kündigen München-Show an - War's das für Rockavaria?
Garretts Geigen-Feuerwerk in der Olympiahalle
Garretts Geigen-Feuerwerk in der Olympiahalle
Kirk Douglas wird 100: Der Titan des Jahrhunderts
Kirk Douglas wird 100: Der Titan des Jahrhunderts

Kommentare