Am 30. April in der Alten Rotation

Diese zwei reisen per Anhalter zur langen Nacht der Musik

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Da Rocka (l.) und da Waitler machen sich auf den Weg.

München - Bei der Langen Nacht der Musik tritt das schräge bayerische Crossover-Duo Da Rocka und da Waitler in der Alten Rotation auf. Im tz-Interview spricht Florian Pledl über seine Erfahrungen in Wacken.

Sie sind gerne mit dem Daumen unterwegs, reisten auch zu ihrem Auftritt beim Metal-Festival in Wacken per Anhalter. Jetzt sind Da Rocka und da Waitler unterwegs zur Alten Rotation unseres Verlagshauses. Hier tritt das schräge bayerische Crossover-Duo am 30. April im Rahmen der Langen Nacht der Musik auf. Mit ihrem Lied Macht‘s Musik Koan Krieg sorgten Da Rocka (Florian Pfisterer) und da Waitler (Florian Pledl) 2013 für den tz-Wiesnhit. Wir unterhielten uns mit dem Waitler.

Sie spielen gerne auf Metal-Festivals. Wie werden Sie da aufgenommen?

Pledl: Ja, toll. Die Metal-Leute sind sehr tolerant. Wenn man eine gute Show bietet, dann honorieren sie das. Wir haben da Stammgäste, die immer zur Party kommen. Zuletzt waren wir beim Full Metal Mountain in Österreich. Das war schon lustig, zweieinhalbtausend Metaller auf Skiern.

In Österreich verstehen sie bairisch ja noch eher als in Wacken, wo Ihr auch schon wart.

Pledl: Da musste ich seeeehr laaangsaaam sprechen. Aber wir versuchen schon, die Sprache nicht zu krass zu halten.

Wie wichtig ist es für Sie, im eigenen Dialekt zu singen?

Pledl: Es gibt Lieder, die kann man nur im Dialekt schreiben, weil man bestimmte Gefühle nur in der Sprache ausdrücken kann.

Wie wichtig ist die Heimat?

Pledl: Schon sehr. Der Flo ist aus dem Allgäu, ich komme aus Niederbayern. Da ist man nun einmal aufgewachsen, da sind die Freunde, die Familie. Es gibt Gefühle, die hat man nur in der Heimat. Ich wohne zwar jetzt in München und mag die Stadt sehr, aber es ist immer etwas Besonderes wieder nach Hause zu fahren.

Wie seid Ihr beiden Florians zusammengekommen?

Pledl: Das war auf einer Hochzeit in Niederbayern. Da habe ich den Flo kennengelernt. Er hatte seine Gitarre mitgebracht, und wir wollten was singen, aber er kannte die Lieder, die ich normalerweise singe nicht, und so haben wir nach Gemeinsamkeiten gesucht.

Am Anfang habt Ihr hauptsächlich bekannte Lieder gecovert, aber inzwischen habt Ihr ein gutes Repertoire an eigenen Stücken.

Pledl: Irgendwann kam der Florian mit einem Song an, Wenn die Welt heut untergeht. Er schreibt ja ständig Lieder. Den haben wir zusammen eingespielt, und das wurde der tz-Wiesnhit. Cover machen auch Spaß, aber natürlich freut es einen ganz besonders, wenn die Leute auf Lieder, die man geschrieben hat, abfahren.

Sie treten solo viel mit Volksmusik auf. Gab es Leute, die geschimpft haben, was Sie denn jetzt für Musik machen?

Pledl: Bei einem Vatertagsfest sind der Flo und ich einmal aufgetreten. Das war so ein Keglerverein. Und einer hat plötzlich geschrien: „Spuits amoi was Bairisches. Mia san ja ned in Amerika!“ Aber am Ende haben wir ihn auch gekriegt.

Also vielleicht doch lieber auf Festivals. Was kommt als Nächstes?

Pledl: Wir haben die Ehre, beim Taubertal-Festival aufzutreten. Und außerdem – das ist ganz frisch – werden wir tatsächlich Status Quo auf ihrer Abschiedstournee begleiten. Unglaublich, Status Quo, die sind auf unseren Partys früher immer gelaufen. Status Quo und Uriah Heep.

Das Konzert in der tz

Die Musik beherrscht das öffentliche Leben am 30. April, und zwar ab 20 Uhr. Bis drei Uhr morgens präsentiert die Lange Nacht der Musik an über 100 Spielorten Künstler. In der Alten Rotation (Paul-Heyse-Straße 2-4) treten neben Da Rocka und da Waitler mehrere Newcomer-Bands auf, die wir Ihnen noch vorstellen werden. Karten, die für alle Veranstaltungen gelten, gibt es zu 15 Euro am 30.4. bei allen beteiligten Spielstätten, oder im Vorverkauf unter www.muenchner.de/musiknacht.

Antonio Seidemann

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