Zum heutigen Verkaufsstart

Wie gut ist der neue Harry Potter?

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Binge-Lesen - also exzessives Lesen: Beim neuen Harry-Potter-Buch geht das recht einfach. Das Buch ist schnell ausgelesen.

München - Eigentlich wollte J.K. Rowling nie wieder ein Harry-Potter-Buch schreiben. Heute kommt jedoch mit "Harry Potter und das verwunschene Kind" Teil 8 in Deutschland heraus. Wir verraten Ihnen, ob sich der Kauf lohnt - und das ohne Spoiler.

Jetzt also wieder ein neuer Harry Potter: Knapp zehn Jahre, nachdem die "Heiligtümer des Todes" erschienen sind und damit die Geschichte des Zauberschülers eigentlich zu Ende erzählt war, kommt mit "Harry Potter und das verwunschene Kind" heute der 8. Teil auf den deutschen Buchmarkt. In Großbritannien gibt es die Geschichte schon seit einer Weile, sie wurde unter ihrem englischen Titel "Harry Potter and the Cursed Child" bereits am 31. Juli veröffentlicht - ein Datum, das Potter-Fan kennen: Harrys Geburtstag. Klar, ein Marketing-Gag. Aber ein durchaus guter.

Doch geht das Buch selbst über diesen Witz hinaus, ist die Geschichte auch gut? Wir nennen Ihnen drei Gründe, warum es sich heute lohnt, den neuen Harry Potter zu kaufen - und einen dagegen.

Harry Potter und das verwunschene Kind: Drei Gründe dafür

  • Überraschungen: Die Geschichte beginnt 19 Jahre nach dem Ende der "Heiligtümer des Todes" - der Leser begleitet Harrys Sohn Albus nach King's Cross, auf den Bahnsteig 9 3/4 und in den Hogwarts-Express. Harry-Potter-Leser kennen diese Szene bereits aus Band 7 - dort ist sie der Epilog und sorgte für jede Menge Kontroversen. Vielen Fans war der Anhang zu schwülstig, passte nicht mehr so recht in das durchkonstruierte Potter-Universum. Doch weil diesmal nach der Szene nicht Schluss ist, siegt die Neugier. Denn mit Harry, der nun Ende 30 ist, geht es rasant weiter. J.K. Rowling und ihre Co-Autoren ließen sich so viele Überraschungen einfallen, dass man ständig damit beschäftigt ist, sie zu verarbeiten: Hermines Beruf etwa oder Draco Malfoys vermeintliches Geheimnis. Damit reiht sich das "Verwunschene Kind" ohne Probleme in die Tradition der ersten sieben Potter-Bände ein, die so viele grandiose Wendungen und phantastische Überraschungen enthielten, dass man kaum aufhören konnte zu lesen.
  • Plot aus Alt und Neu: Auch die eigentliche Handlung von "Harry Potter und das verwunschene Kind" ist einmal mehr perfekt durchkomponiert - und typisch für die Hogwarts-Welt: Unvorhersehbar, tiefgründig, emotional, lustig, kurzweilig und so vollgepackt mit Inhalt, dass man das Buch eigentlich schon wieder kaum aus der Hand legen kann. Und verworren, denn: Es gibt Zeitreisen mit Zeitumkehrern, so wie sie Potter-Fans schon aus dem "Gefangenen von Askaban" kennen. Durch diese Reisen ändert sich die Gegenwart, und das nicht nur einmal, es gibt gleich mehrere Visionen der Gegenwart. Das Trigmagische Turnier aus dem "Feuerkelch" wird zudem noch einmal wichtig, Cedric Diggory spielt eine zentrale Rolle. Der Plot mäandert also zwischen Alt und Neu hin und her - eine tolle Idee.
  • Neue Charaktere: Es gibt sie, die neuen Figuren im Potter-Universum und ohne die würde das neue Buch vermutlich auch nicht funktionieren: Die alten Helden müssen abtreten, um den neuen Platz zu machen. Es scheint ein ungeschriebenes Gesetz von Fortsetzungen zu sein, etwa auch bei "Star Wars 7 - Das Erwachen der Macht" war es nicht anders. Wer nun aber Angst hat, dass das Buch ohne Harry, Ron und Hermine in den Hauptrollen nicht funktioniert: Die neuen Figuren tragen die Geschichte. Harry Potters Sohn Albus Severus, der zu Beginn des Buches elf Jahre alt ist und zum ersten Mal nach Hogwarts fährt, ist zum Beispiel definitiv ganz anders, als man es erwartet hätte. Sein bester Freund Scorpius gehört zu den neuen großen Helden und ist einer der Sympathieträger von "Harry Potter und das verwunschene Kind" - was durchaus überraschend ist.

Harry Potter und das verwunschene Kind: Ein Grund dagegen - und ein Trostpflaster

  • Theaterfassung: Der neue Harry-Potter-Band ist kein Roman, sondern ein Theaterstück - das ist schade. Denn so ist er auch geschrieben: mit Regieanweisungen und in Dialogform. Das erinnert an die Bücher, die viele in ihrer Schulzeit gelesen haben, Dürrenmatts "Die Physiker" zum Beispiel. Dramen lesen sich schnell, für die Phantasie allerdings ist jeder selbst verantwortlich. Denn J.K. Rowling und ihre Co-Autoren beschreiben die Hogwarts-Welt natürlich bei Weitem nicht so genau wie das in den ersten sieben Bänden der Fall war. Im Gegenteil: Innerhalb von nur ein paar Seiten vergehen drei Jahre. Harry-Potter-Fans sind mit 800-Seiten-Wälzern anderes gewohnt. Und so wünscht man sich an vielen Stellen, viel mehr zu erfahren: über Harrys Beruf, über Ron und viel mehr darüber, wie die alten Helden nun leben und was ihre Kinder, die neuen Helden, antreibt.
  • Die Hoffnung stirbt zuletzt: Durchs Internet geistern immer wieder Gerüchte, nach denen J.K. Rowling irgendwann aus ihrem Theaterstück, das derzeit noch in London aufgeführt wird, einen Roman macht. So wie ihn Harry-Fans kennen, mit mindestens 900 Seiten, umfangreich und detailliert - die verschiedenen Ebenen, die durch die Zeitreisen mit den Zeitumkehrern entstehen, geben das locker her. Und auch wenn Englands bestbezahlteste Autorin immer wieder behauptet, dass sie fertig ist mit Harry und seiner Welt - so ganz glauben mag ihr das keiner. Kurz nach dem 8. Band brachte sie nämlich mal eben noch schnell drei kleine Bücher über das Harry-Potter-Universum auf den Markt. 

Sollte "Harry Potter und das verwunschene Kind" jemals verfilmt werden - was sicherlich passiert - dürfen sich Potter-Fans auf mindestens drei Filme freuen, die Hollywood aus diesem einen Buch herausschälen wird. Jede Wette. Vielleicht spielt auch Daniel Radcliffe dann noch einmal Harry Potter? Allerdings müsste zuerst noch ein bisschen Zeit vergehen, findet der Schauspieler. Im Momente wäre es ihm noch zu früh. Außerdem ist er erst 28, der Harry im "Verwunschenen Kind" ist 37...

Harry Potter und das verwunschene Kind seit heute auf dem Buchmarkt

Verkaufsstart für "Harry Potter und das verwunschene Kind" ist am heutigen Samstag, 24. September. Die gebundene Ausgabe kostet 19,99 Euro, das e-Book 14,99 Euro.

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