Konzert am Königsplatz

Herbert Grönemeyer singt und hüpft den Regen weg

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Ein Konzert wie ein Besuch von einem guten alten Freund: Herbert Grönemeyer gab am Sonntag vor 18.000 Zuschauern alles.

München - Drei Stunden tobte Herbert Grönemeyer am Sonntag über die Bühne am Königsplatz. Eine Nacht-Kritik zu einem Abend unter Freunden.

Der Beste kommt zum Schluss. Aus dem Background rennt er gestern Abend wie ein Aufziehmännchen auf die Bühne des Königsplatzes. Zuvor durften seine Musiker das vom Regen durchnässte Publikum mit den ersten Takten von "Unter Tage" musikalisch einstimmen.

Er mag runder geworden sein seit seinem letzten Konzert an diesem Platz vor ein paar Monaten. An Energie hat er nichts eingebüßt. Klingt noch stimmgewaltiger als sonst. Und wenn er mal abstoppt bei seinem Hin- und Hergehopse, dann "liegt das nicht an meinem Alter, sondern daran, dass es hier ziemlich glatt ist", betont er gleich zu Beginn. Um dann zu versichern: "Wir geben alles, dass es ein wunderschöner regenfreier Abend wird." Wer diesen Herbert kennt, der weiß: Das Versprechen wird eingehalten.

Überhaupt ist es bei Grönemeyer immer, als würde ein alter Jugendkumpel mal wieder vorbeischauen. Denn ein Abend unter richtig guten Freunden verläuft immer gleich. Und immer gleich gut. Dieser Kumpel hat die alten Witze dabei, die er jedes Mal bringt. Und klar würde was fehlen, würde er nicht auf seine legendären Tanzkünste anspielen, würde er nicht den sturen Westfalen in sich immer wieder herausstellen, würde er nicht über den FC Bayern frotzeln.

Grönemeyer fordert Zivilcourage in diesen "wackeligen Zeiten"

An so einem Freundschaftsabend wird's natürlich immer auch ein bisschen politisch. Zu Zivilcourage für Menschen, die um ihr Leben laufen, ruft der 60-Jährige in diesen "wackligen Zeiten" auf. Die musikalische Untermauerung gibt's gleich hinterher. Bei "Unser Land" - diesem Appell für Toleranz gegenüber Zugezogenen - wird der Himmel überm Königsplatz doch tatsächlich blauer.

Die Wolken verziehen sich nach und nach. Die Sonne geht langsam unter - und die 18.000 Münchner, die sich auch von der Schafskälte nicht abhalten ließen, zu kommen, fangen so richtig an zu tanzen.

Es gibt nur wenige Nicht-Bayern, denen das gelingt. Welcher Künstler darf schon seit über 30 Jahren mitten in München von "Bochum" schwärmen, und wird dafür noch gefeiert? Der Lieblingspreiß der Bayern. "Hier üben sie immer noch die Welle. Das ist die Reihe Starnberg!", amüsiert er sich über das glückliche Publikum. Und haut dann des Fans Lieblings-Medley raus. "Was soll das", "Alkohol", "Vollmond" - jedes Mal wieder elektrisierend. Plötzlich ist der Sommer da. Mitten im Juni, für drei Stunden. Danke, alter Freund.

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