Finale beim Theatron-Sommerfest am Sonntag

"Kontrast zum glattgebügelten Radio-Pop"

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Im Gespräch: Jonas Immer - Labelbetreiber von Sun King Music aus München.

München - Zum Theatron-Abschluss spielen am Sonntag die Münchner Bands The Whiskey Foundation, The Charles und The Black Submarines. Wir sprachen mit Labelbetreiber Jonas Immer.

John Lee Hooker, Bo Diddly oder Led Zeppelin sind Vorbilder! Die jungen Münchner Bands The Whiskey Foundation, The Charles und The Black Submarines lassen es zum Abschluss des Münchner Theatron-Musiksommers am Sonntag, 21. August, 19 bis 22 Uhr, im Olympiapark krachen. München ist nicht nur die Stadt des „Discogottes“ Giorgio Moroder, sondern eben auch eine Stadt des erdverhafteten Blues, Rocks und Krautrocks. In den letzten Jahren haben sich in der bayerischen Metropole etliche junge Musiker gefunden, um der besagten Blues- und Rockmusik der 60er bis 80er Jahre zu frönen. Eines der rührigsten Labels dieses Genres ist Sun King Music aus Haidhausen. Bodo-Klaus Eidmann von Munich Online sprach mit Labelbetreiber Jonas Immer.

Hallo Jonas, das ist ja eine besondere Ehre! Euer Label darf mit The Whiskey Foundation, The Charles und The Black Submarines den Abschluss des Theatron-Sommers 2016 bilden.

Jonas Immer: Ja, total. Ich freue mich schon auf den Abend, seitdem die Bestätigung ankam. An dieser Stelle vielen Dank an das Feierwerk und die Stadt München.

Was erwartet das Publikum - wie unterscheiden sich denn die drei jungen Münchner Bands?

Gitarren an die Front! The Black Submarines stellten jüngst ihre zweite CD im Backstage vor.

Immer: Man darf sich auf einen gebührenden Abschluss des Theatron-Musiksommers freuen. The Black Submarines und The Charles haben vor kurzem erst ihre neuen Alben veröffentlicht, The Whiskey Foundation werden ihr voraussichtlich letztes Konzert in München in diesem Jahr spielen. Musikalisch bewegt sich der ganze Abend im Bereich des Blues und des Rocks, allerdings hat jede Band ihre ganz eigene Interpretation davon. Die Zuhörer werden die wilden 60er Jahre ebenso heraushören wie die mondänen 70er und 80er Jahre. Musik lässt sich immer schwer beschreiben. Ganz wichtig ist: Die Bands machen mit ihren eigenen Songs ihr eigenes Ding, wenn auch mal eine Coverversion darunter sein kann. Ich empfehle: Lasst euch überraschen!

Das "Zugpferd" ist The Whiskey Foundation, die letztes Jahr schon Vorband von AC/DC waren und von der Hardrockgemeinde nicht ausgepfiffen, sondern sogar beklascht wurden. Die Jungs sind gerade an ihrem dritten Album dran - in welche Richtung entwickelt sich der Sound?

Basteln am neuen, dritten Album! The Whiskey Foundation in ihrem neuen Proberaum in Trudering – (v.l.) Sänger Murat Kaydirma, Bassist Franz Klein, Gitarrist Pascal Fischer und Pianist Julian Frohwein. Der fünfte im Bunde ist Schlagzeuger Janis Gursky und leider nicht auf dem Foto.

Immer: Genau, wie gesagt, nach diesem Konzert werden sich die Jungs weiter konzentriert ans Songsschreiben machen. Sie haben vor wenigen Monaten ihren neuen Proberaum in Trudering bezogen und üben dort. Geplant ist auch, mit einem neuen Produzenten für das kommende Album zusammenzuarbeiten. Ich will gar nicht zu viel verraten, aber sowohl Band, als auch Label werden alles daran setzen, dass das nächste Jahr ein großer Erfolg für The Whiskey Foundation wird.

Alle Bands bei Sun King Music sind junge Münchner Bands, die selber mit "Gitarre, Schlagzeug und Bass" authentische Musik machen. Ist das ein Gegenentwicklung zum Radiopop?

Immer: Ich denke schon, dass viele Musiker einen Kontrast zum glattgebügeltem Radiopop schaffen wollen. Aber natürlich ist das nicht die einzige Motivation, um so einen Sound zu machen. Viel mehr geht es da, glaub ich, um das Lebensgefühl, das diese Musik verkörpert.

Wie kommt es, dass solche Rock- und Blues-Bands im beschaulichen München aus dem Boden sprießen? Ihr seid ja nicht alleine - da gibt es den großartigen jungen Bluessänger Jesper Munk und viele weitere! 

Schicker junger Sänger! Xavier D’Arcy von der Band The Charles lässt die 70er und 80er Jahre wieder auferstehen.

Immer: Ja, einige! Auch gerade zur Zeit gibt es ganz generell einige spannenden neuen Projekte in dem Genre! Leider hat München vollkommen zu Unrecht keinen allzu guten Ruf als Musikstadt. Ich hoffe, dass das immer mehr Leute merken. Auch in vielen anderen Städten gibt es einen Trend zu handgemachter, "analoger" Musik. Vielleicht sticht München da besonders heraus, weil es niemand hier erwartet hätte. 

Was sagt der Wetterbericht - wie wird das Wetter am Sonntag? Für wen lohnt sich ein Besuch?

Fesche Damen! The Charles werden manchmal von ihrem Background-Chor unterstützt.

Immer: Nach einigem hin und her, sieht es jetzt wettertechnisch sehr gut aus. Ab spätestens Sonntag Mittag sollte kein Regen mehr kommen, und es steht einem schönem Abend nichts mehr im Wege. Ich kann die Konzerte im Theatron jedem empfehlen. Abgesehen von den guten Bands ist auch einfach die Atmosphäre im Olympiapark sehr angenehm. Egal, ob man vor der Bühne tanzen, oder am Olympiasee sitzend zuhören möchte. Der Eintritt ist übrigens kostenlos! 

Interview: Bodo-Klaus Eidmann

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