Superstar lässt Fans lange warten

Konzertkritik: Rihanna im Oly-Stadion - heiß und spät

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Rihanna bietet den Fans, was sie erwarten.

München - Superstar Rihanna lässt ihre 41.500 Fans im Münchner Olympiastadion lange warten. Dann liefert sie eine solide Popshow und ist erwartbar sexy. Doch wirkliche Überraschungen bleiben aus. Die Konzertkritik:

Wer einer der größten Popstars unserer Zeit ist, kann auch mal in einem Kleidungsstück, das zwischen sehr großem Bademantel und sehr großer Zwangsjacke angesiedelt ist, die Bühne betreten. Wer einer der größten Popstars unsere Zeit ist, kann diese Bühne erst um 21.35 Uhr betreten. Nur, um 23 Uhr wird im Olympiastadion der Strom abgedreht. Diese Erfahrung mussten auch schon Iggy Pop und Madonna machen.

Rihanna (28) ist am Sonntagabend zu spät dran. Doch die Fans bleiben cool. Als ihre Limousine ins Stadion einfährt und auf der Bühne die Lichter angehen, da gehen auch im Stadion die Lichter der Smartphones an. 41 500 Fans sind gekommen, und alle zücken verzückt das Handy, um festzuhalten, wie Rihanna klavierbegleitet Stay stöhnt.

So zart und verletzlich bleibt sie nicht. Bei Sex with me ist sie voll da als feuchter Männertraum und bei Numb greift sie sich eine wunderschöne Unendlichkeit lang in den Schritt. Seit Mitte März ist Rihanna auf Anti World Tour, knapp 70 Konzerte hat sie gespielt. München ist eine ihrer letzten Stationen.

Heiße Rihanna - heiße Fans

Bei Bitch better have my Money, bei dessen Video sie selbst eine tarantinoeske Gewalt inszeniert und Regie geführt hat, dreht das Publikum mit Rihanna und ihren Tänzern ab. Die männlichen Fans haben sich in einem betont lässigen Chic gestylt. Man kann ja nie wissen, ob Rihanna nicht doch über Nacht in München bleibt und die Abreise direkt nach dem Konzert ein Bluff ist.

Die weiblichen Fans sehen aus wie Rihanna-Doubles. Heiß! Selten sah man so viele schöne, junge Menschen den Hintern im Olympiastadion shaken: Solche, die ihre Fotos für Instagram in Perfektion vor der Rihanna-Bühne inszenieren und das aktuelle Album Anti bei einem Streamingdienst aufs Smartphone geladen haben. 2012, 2013 und 2015 war Rihanna die meist gestreamte Künstlerin bei Spotify. So verwundert es nicht, dass es ihr neues Album zunächst exklusiv zu streamen gab – allerdings beim Spotify-Konkurrenten Tidal, den ihr Mentor Jay-Z ins Leben gerufen hat.

Rihanna liefert eine solide Popshow und ist erwartbar sexy. Doch wirkliche Überraschungen bleiben aus. Sie inszeniert sich als der heiße amerikanische Popstar, der sie ist, mit jeder Menge heißer Tänzer. Regenschirme sind bei dem Konzert aus Sicherheitsgründen übrigens verboten. Der unvermeidliche Umbrella kommt natürlich trotzdem, und das sogar sehr früh. Besser ist’s, denn wenn ihr um elf Uhr tatsächlich der Strom abgedreht werden sollte, hat sie wenigstens diesen Superhit gespielt. Am Ende hetzt sie durch ihr Set. Von Song zu Song, Kostüm zu Kostüm. Hätte sie es nur auch so eilig gehabt, zu ihren Fans ins Olympiastadion zu kommen …

Jasmin Menrad

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