Heißer Mix in unserem Pressehaus

Lange Nacht der Musik: So liefen die Konzerte

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Gringo Bavaria in der Alten Rotation.

München - Wo spielt die Musik? In der ganzen Innenstadt bei der 17. Langen Nacht der Musik. Auch in unserem Pressehaus ging es heiß her. Ein Überblick über die Konzerte.

Und natürlich wieder auch in der Alten Rotation unseres Pressehauses in der Bayerstraße. Bei uns ging’s am Samstag wie schon im Vorjahr bairisch zu – alle fünf Bands verbinden Tradition und Moderne auf einmalige Art. Klar, dass die Hütte dampfte – rund 20 000 Besucher waren insgesamt in München Nachtschwärmer nach Noten: über 100 Spielorte, vom riesigen Gasteig bis zur Eckkneipe. Die tz nimmt sie mit in die Nacht der Rhythmen.

Der Hauptact in der Alten Rotation der tz hat sogar schon Wacken-Erfahrung: Da Rocka & Da Waitler sind dennoch mit Feuereifer dabei, spielen eine Stunde gscheid auf und sind begeistert von der Veranstaltung – auch, weil die insgesamt sechs Bands so vielseitig sind und alle möglichen Stile abdecken. Und das, logisch, bayerisch und bairisch! Die Halle dampft, aber es ist nicht zu voll und nicht zu stickig. Dafür sorgt die Klimaanlage, und dafür sorgt ein entspannter Ratsch im Innenhof des Pressehauses. Hier kann man auch sozusagen die Lange Nacht der Musik mit Nährwert füttern – der riesige Frog-Burger am Standl langt als Grundlage für alle Musikstationen, die man sich so vorgenommen hat. Und für Veganer gibt’s ebenfalls eine eigene Schmankerl-Station.

"Hauptschui-Punks" und Diatoniks - viele verschiedene Musik-Stile

Zum zweiten Mal hat die Lange Nacht auch in unserem Pressehaus eine Unterkunft gefunden, und wieder ist die Stimmung großartig. Der Sound ist gut, aber nicht zu laut. Das Publikum: bunt gemischt durch alle Altersstufen. Viele sind „Wiederholungstäter“ vom vergangenen Jahr, als Django 3000 unser Hauptact war. Der Schweiß ist heiß. Insofern freuen wir uns auf eine kleine Pause an angenehm kühlen Innenstadtluft im Innenhof nebst einem noch angenehmeren kühlen Ayinger-Bier.

Wir treffen Maria (25) aus Ebersberg und Uli (31) aus Garching. Die haben sich grad kennengelernt und sind sich einig: „Hoffentlich seid ihr 2017 wieder mit dabei! Des is scho echt griabig!“ Als wir die Rotation entern, präsentieren gerade ­Toibi 4.7 ihren witzigen und mitreißenden Mix aus Punk, Rock und Volksmusik-Elementen. „Hauptschui-Punks“ nennt sich das Quartett aus dem Münchner Norden, das seine Musik mit frechen Texten würzt. Test mit Auszeichnung bestanden! Außerdem mit von der Partie – und alle mit Mordsgaudi, die sie auch spielend und singend rüberbringen konnten: Heischneida mit einem wilden Mix aus Rock, Ziach und Brass. Gringo Bavaria, fünf Freunde aus Niederbayern, die Rock und Country verbinden. Otto Göttler von der einstigen Kult-Combo Bairisch Diatonischer Jodelwahnsinn mit seiner Formation Diatoniks. Und MoUSas, die zwischen Folk und Pop changieren. Fest steht: Diese Pracht-Nacht hatte eine Menge Rhythmus.

Zünftig am Isarthor

Was braucht man, um einen anstrengenden Abend durchzustehen? Na klar – eine ordentliche Grundlage. Perfekter Ort ist das Gasthaus Isarthor (wirklich mit „h“). Da gibt’s das Augustiner vom Holzfass und auch einen Schweinsbraten. Aber das ist natürlich an diesem Abend nicht der Hauptgrund, herzukommen. Der harmonische Hauptgrund heißt: MiaSpuinOiz! Und das heißt: zünftige Wirtshausmusik handgemacht! Die Musiker von MiaSpuinOiz („Wir spielen alles“) sitzen zwischen den Gästen und machen a Musi. Irgendwann singt das ganze Lokal mit! Wehe, einer widersetzt sich den „Nicht lesen!“ Schildern! Der bekommt direkt einen kleinen Rüffel. Wir lesen nicht – fahren aber angeschunkelt weiter zum nächsten Ort.

Entspannung pur

Am Eingang heißt es erst einmal: Schuhe aus! Doch das war es schon mit den Ausrufezeichen, denn drinnen ist man sofort mittendrin in der Entspannungsphase. Wir sind im Ya Wali – Heil und Meditationszentrum (Kirchenstraße 15) in Haidhausen. Und warum können wir uns so schön entspannen? Wegen der Musikgruppe Meskhane. Die spielen auf traditionellen Instrumenten islamische Sufi-Musik. Relax-Level 100! Wenn man die Augen schließt, fühlt man sich mitgenommen auf eine Reise in den Orient, an einen persischen Hof oder in ein Beduinenzelt. Einige Zuhörer sind so hin und weg, dass sie die Augen gleich in Richtung Reich der Träume geschlossen lassen. Das soll uns nicht passieren. Wir haben noch so einiges vor!

Wuselnde Werkstatt

Wo sind wir denn hier gelandet? Anhören tut sich’s nach irgendwo zwischen New Orleans und Havanna. Aber eigentlich ist es ja wurscht – Hauptsache, die Musik taugt, und das tut es! Die Express Brass Band bringt die ganze Glockenbachwerkstatt zum Feiern. Plötzlich steht da ein kleiner blonder Junge auf der Bühne und haut ein paar richtig gute Hip-Hop-Rhymes auf den Beat der Band. Hammer! Wir wissen: Diese Location ist nicht nur als einzige von Anfang an dabei auf der Langen Nacht, sondern auch eine der feierwütigsten Plätze. Das hat die Wusel-Werkstatt wieder bewiesen.

Karibische Klänge ohne Ende

Unsere letzte Station bei der diesjährigen Langen Nacht der Musik ist ab ca. 0.30 Uhr die Caribbean Embassy – also die karibische Botschaft! Was nicht wörtlich zu nehmen ist, denn hier handelt es sich um ein nobles Lokal mit Spezialitäten aus der Südsee in der Ganghoferstraße. Die Band C-Mueve bringt das ganze Lokal zum Tanzen. Wer nicht das Tanzbein schwingen kann oder will, kann sich etwa auch durch das Rumsortiment probieren. 100 Sorten stehen hinter der Bar. Schwere Auswahl. Zeit genug hat man ja – hier wird, wie auch in der Glockenbach-Werkstatt, Open End weitergefeiert! Das perfekte Ende einer musikalischen Nacht. Wir freuen uns auf das nächste Jahr!

Florian Fussek

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