Konzert in der Münchner Olympiahalle

Pfiffe, Buuh-Rufe und dann viel "Baby": So war die Mariah-Show

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Mariah Carey.

München - Popdiva Mariah Carey begeisterte am Donnerstag ihre Fans in der Münchner Olympiahalle. Die Fans feierten, wurden aber kurz gehalten: Schon nach 75 Minuten war Schluss.

Wer die Beine für eine Milliarde versichert hat, sollte die teuren Haxen nicht überstrapazieren. Deshalb lässt sich Mariah Carey (Alter unbekannt) von drei jungen Burschen in sehr glitzernden Jacken (die sie dankenswerterweise offen tragen mit nichts drunter) auf die Bühne tragen. "Sweet Sweet Fantasy, Baby" haucht sie. Und hach, ist das sweet und süß und poppig. Das Baby wird sie noch in allen nur denkbaren Variationen singen, hauchen, stöhnen, röhren, quietschen. Baby. bABy. babY! BBBABY?

Pfiffe und Buuh-Rufe schon vor Konzertbeginn: Die Dame lässt auf sich warten. Um 21.18 Uhr wird der rote Halbmond-Vorhang (nein, es ist ein unglückliche verschlungenes C im M) mit rosa überzogen für die zuckersüße Mariah Show. Freudiges Gekreische dann beim Superhit "My All", das sie als die bombastische Popballade singt, die es ist.

Im Vergleich zu Las Vegas und früheren Tourneen und diese Show vergleichsweise bescheiden. Mariah Carey hat eine fünfköpfige Band, drei Background-Ladies und sechs sehr knackige Tänzer dabei. Alle dürfen der Diva mal zur Hand gehen, wenn sie Treppen rauf oder runter schreitet oder schlicht steht und singt. Manchmal aber möchte man selbst gehalten werden, weil es so schön ist: Wenn sie mit der Verstorbenen Whitney Houston auf der Leinwand im Duett"When You believe" singt. Schmacht!

Dreizehn Jahre mussten ihre Fans warten

Dreizehn Jahre mussten ihre Fans warten, bis Mariah Carey wieder nach Europa gekommen ist. Doch die Hallen sind bei Ihrer Sweet-Sweet-Fantasy-Tour nur mäßig gefüllt. In die Olympiahalle sind am Donnerstagabend nur 4500 Fans gekommen. Trotzdem: Mariah Carey ist eine der erfolgreichsten Künstlerinnen aller Zeiten. Genau so inszeniert sich die Popdiva auch. Bisweilen wirkt sie so künstlich, dass sich der Fan besorgt fragt, ob die echte Mariah schon im Rosa-Wolken-Himmel ihre fünf Oktaven jagt und auf der Bühne nur eine perfekte Mariah-Puppe mit schwacher Batterie steht. Denn alle vier Songs spätestens verschwindet la Carey hinter der Bühne. Und taucht in einem neuen aufregenden Outfit wieder auf, in das sie flux ihre Kostümbildnerin genäht hat. Dann aber powert sie stimmlich wieder so ein "Baby, Baby" raus, wie es eben nur eine macht. Die ewig süße Mariah.

Jasmin Menrad

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