Porträt zum 65.

Monika Baumgartner: Von der Rumplhanni zur Mama Lisbeth

Kontrastprogramm zur Schauspielerei: Baumgartner in ihrem Raumausstattungsgeschäft in München.

Die Volksschauspielerin Monika Baumgartner feiert am Dienstag ihren 65. Geburtstag – und hat immer noch genug zu tun.

Ihr Name ist Monika Baumgartner, doch für nicht wenige Zuschauer ist sie die Lisbeth Gruber, die Mama vom „Bergdoktor“. Seit 2007 spielt Baumgartner diese Rolle, darüber gerät ein wenig in Vergessenheit, dass es neben dem ZDF-Dauerbrenner immer wieder auch andere Projekte gab und gibt. Und dann ist da ja noch das Raumausstattungsgeschäft in München, das sie gemeinsam mit ihrer Schwester führt. Heute wird die beliebte Volksschauspielerin 65 Jahre alt. Den Geburtstag verbringt sie daheim mit der Familie, wie Baumgartner im Interview verrät.

Paraderolle: Baumgartner mit Hans Sigl (re.) und Heiko Ruprecht in „Der Bergdoktor“ (seit 2007).

Die Zahl der „Bergdoktor“-Fans ist in den vergangenen Jahren enorm gewachsen. Bis zu sieben Millionen Menschen schalten pro Folge ein. Zurzeit wird die zehnte Staffel gedreht. Warum die Serie so erfolgreich ist? „Die Geschichten sind gut, die Figuren sind authentisch“, sagt Monika Baumgartner. „Das Publikum nimmt uns die Geschichten ab.“ Das geht so weit, dass mancher Fan nicht mehr zwischen der Schauspielerin und ihrer Rolle unterscheidet. „Die sprechen mich dann an und sagen mir, ich soll doch mal gescheite Frauen für meine Söhne finden.“ Wie lange sie noch in die Rolle der Lisbeth Gruber schlüpfen wird, kann Baumgartner nicht sagen: „Ich denke, das steht und fällt mit Hans Sigl.“ Hauptdarsteller Sigl spielt den Arzt Martin Gruber. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Serie ohne ihn weitergehen würde.“

Wenn sie nicht gerade zwischen ihrem Heimatort Gröbenzell (Landkreis Fürstenfeldbruck) und dem Drehort am Wilden Kaiser pendelt („Es ist immer wieder schön, dort drehen zu dürfen, wo andere Urlaub machen“), steht sie für andere Filme oder Serien vor der Kamera. Viel Beachtung fand ihre Darstellung einer biestig-bösen Schwiegermutter in dem ZDF-Fernsehfilm „Die Gruberin“ (2013). „Und ich dachte schon, ich kriege nie wieder andere Rollen, weil ich da gar so böse sein musste. Aber es hat irrsinnig Spaß gemacht.“

Durchbruch im Fernsehen: Baumgartner (li.) mit Heide Ackermann in „Rumplhanni“ (1981) von Rainer Wolffhardt nach dem Roman von Lena Christ.

Ansonsten hätte Baumgartner große Lust, einmal wieder Theater zu spielen. Dort liegen auch ihre schauspielerischen Wurzeln. Nach ihrer Ausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München stand sie mehrere Jahre zunächst in Mannheim und anschließend in Hamburg auf der Bühne. Später arbeitete sie in München am Volkstheater, am Bayerischen Staatsschauspiel und an den Kammerspielen. „Die Zeit mit Franz Xaver Kroetz am Residenztheater, zum Beispiel bei ,Bauern sterben‘ mit Jörg Hube, war wunderbar, genauso wie die mit Hans Brenner am Volkstheater“, schwärmte sie vor einigen Jahren in einem Interview mit unserer Zeitung. „Das war eine intensive Arbeit, die mein Leben beeinflusst hat. Ich habe die Stücke immer noch präsent und weiß Dinge, als wären sie gestern gewesen.“

Seit Ende der Siebziger stand Baumgartner immer öfter auch vor der Film- und Fernsehkamera. Einem größeren Publikum bekannt wurde die gebürtige Münchnerin in dem Fernsehfilm „Die Rumplhanni“ (1981) nach dem Roman von Lena Christ. Es folgten Serien wie „Unsere schönsten Jahre“ „Zur Freiheit“ oder „Rosowski“ und die Mitwirkung in Krimis von „Derrick“ bis „Tatort“, von „Der Bulle von Tölz“ bis „Unter Verdacht“.

Kultserie: Baumgartner (re.) in „Zur Freiheit“ (1987/88) von Franz Xaver Bogner mit (v. li.) Robert Giggenbach, Ruth Drexel und Toni Berger.

Auch im Kino konnte sich Baumgartner profilieren, unter anderem im für den Oscar nominierten Film „Das schreckliche Mädchen“ von Michael Verhoeven oder in „Superstau“ an der Seite von Ottfried Fischer. Für das Mutter-Tochter-Drama „Sau sticht“ wurde sie 1996 mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet. In „Monaco 110“ (ARD) hat die Schauspielerin, die in Komödien ebenso zuhause ist wie in Dramen, seit 2013 eine weitere Serienhauptrolle. Zurzeit bereitet Baumgartner Weihnachtslesungen vor. „Die Zeit vergeht so schnell. Es ist immer genug zu tun.“

Privat steht sie nicht nur ihrem Lebensgefährten, einem Anwalt, zur Seite, sondern auch ihrer 88-jährigen Mutter. Und mit ihrer Schwester leitet die Schauspielerin seit 20 Jahren ein Raumausstattungsgeschäft im Münchner Westend, in dem sie immer wieder auch selbst anzutreffen ist. „Ich fahre dann mit auf Montage oder helfe in der Werkstatt.“ Die Arbeit macht Baumgartner große Freude. In diesem Jahr laufe das Geschäft so gut wie nie zuvor, verrät sie. „Ich denke, wir profitieren von den niedrigen Zinsen.“

Auch im Haus und im Garten gebe es immer etwas zu tun. „Langweilig wird es nicht.“ Am Abend vor ihrem Geburtstag nimmt sich Baumgartner Zeit für die Fans des „Bergdoktors“ bei einem Treffen am Wilden Kaiser. Den Geburtstag selbst will sie dann mit der Familie im Garten mit einem kleinen Grillfest feiern.

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