Konzert im Prinzregententheater

Ritchie Blackmore: Rock-Legende im tz-Interview

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Ein Paar im Leben und auf der Bühne: Ritchie und Candice.

München - Am Montag spielen Blackmore’s Night im Prinzregententheater. Die tz sprach vor dem Konzert mit dem legendären Gitarristen Ritchie Blackmore.

Ritchie Blackmore ist eine Rock-Ikone. Für Gitarristen ohnehin: Kaum einer, der nicht den Riff zu Smoke on the Water kennt. Doch Blackmore, der mit Deep Purple Musikgeschichte schrieb, verweigert sich seit den Neunzigern dem Hard Rock und tourt lieber mit seiner Frau Candice Night in einer Art mittelalterlichem Wanderzirkus. Am Montag erreichen Blackmore’s Night das Prinzregententheater. Wir sprachen mit dem legendären Gitarristen.

Zuletzt traten Sie im Olympia in Paris auf ...

Ritchie Blackmore: Ja. Da war ich schon 1963, als Gitarrist bei Jerry Lee Lewis. Ich bin ja schon eine ganze Weile unterwegs als Musiker.

Und wie war das Konzert 2015?

Ritchie Blackmore: Wir hatten eine wunderbare Zeit. Wir haben recht lange gespielt. Unsere Konzerte können schon über drei Stunden dauern. Das hängt vom Publikum ab.

In München sind Sie im Prinzregententheater. Kennen Sie den Saal?

Ritchie Blackmore: Ja, das ist ein großartiger Konzertsaal, wunderschön gestaltet. Und ich weiß, dass es nicht einfach ist, dieses Theater für Musiker wie uns zu bekommen.

Sie treten wieder in mittelalterlichen Kostümen auf?

Ritchie Blackmore: Irgendein Schauspieler hat einmal gesagt, dass man immer irgendetwas verändern müsse, wenn man auf die Bühne tritt. Um die eigene Identität nicht mitzuschleppen. Und wenn es ein künstlicher Schnauzbart ist. Ich trage meine hohen Stiefel. Wir lieben es, eine Art mittelalterliches Happening zu schaffen.

Es gibt in Deutschland eine aktive Mittelalterszene. Kennen Sie die?

Ritchie Blackmore: Ja, zum Beispiel dieses große Festival in Landshut. Da würde ich gerne auftreten. Bisher hat es nicht geklappt.

Würden Sie auch gerne im Mittelalter leben?

Ritchie Blackmore: Man darf das nicht zu sehr romantisieren. Ich liebe die Musik und die Klamotten, aber sonst war es damals sehr hart, von der Pest mal ganz zu schweigen.

Was macht an diesem Projekt so viel Spaß?

Ritchie Blackmore: Es ist nicht so engstirnig. Es gelten keine Regeln. Wir können alles einbauen, was wir wollen.

Bei Deep Purple gab es auch Annäherungen an alte Musik, etwa im Stück „April“.

Ritchie Blackmore: Während der ersten Jahre wussten wir bei Deep Purple gar nicht, wohin die Reise geht. Irgendwann einmal haben wir beschlossen, ein reines Hard-Rock-Album einzuspielen. Wenn das nicht geklappt hätte, wären wir wieder zurück zur orchestralen Musik. Wer weiß? Aber so kam das Album In Rock heraus. Der Rest ist Geschichte.

Es gibt aber Gerüchte, dass Sie planen, wieder Hard Rock zu spielen ...

Ritchie Blackmore: Das stimmt. Im nächsten Jahr im Sommer plane ich drei oder vier Shows mit alten Stücken. Zwei Termine wird es in Deutschland geben. Ich bin aktuell sogar dabei, Leute zu kontaktieren, die ich gerne in der Band hätte. Und das Ganze soll dann auch aufgenommen werden. Ich habe allerdings eine ganz schlechte Angewohnheit: Ich ändere oft meine Meinung.

Antonio Seidemann

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