Bei Rockavaria 2016

Konzertkritik: Routinierte Performance von Mando Diao

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Mando Diao bei Rockavaria 2016

München - "Das ist ein Song für die Ladies", sagt Björn Dixgård, Frontmann von Mando Diao, und damit ist vieles gesagt. Die schwedischen Festivaldauergäste sind die personifizierte Ausnahme beim Rockavaria-Festival.

Die Musiker wurden zwischen die Altrocker von Sodom und Gotthard und dem Uraltrocker Iggy Pop platziert - und man wird den Eindruck nicht los, dass sie gebucht wurden, um die Frauenquote unter den Zuschauern zumindest halbwegs im passablen Bereich zu halten. So erleiden sie ein ähnliches Schicksal wie die bemühten Incubus im vergangenen Jahr: das Stadion ist halbwegs gefüllt, aber so richtig Stimmung mag nicht aufkommen. Dafür stehen dann doch zu viele Metalheads im Publikum. Der Auftritt bleibt erwartbar. Vor einer Bühnendeko aus silbernem Geschenkpapier legen die Schweden eine routinierte Performance ohne größere Höhepunkte hin. Für treue Fans sicher ein Fest, aber von den Hardcore-Anhängern sind an diesem Samstag wohl viele zu Hause geblieben. Erst im letzten Drittel gehen auch abseits der ersten Reihen die Arme nach oben. Und das liegt nicht daran, dass Dixgård in der Münchner Spätnachmittagssonne sein T-Shirt ausgezogen hat, sondern an radioerprobten Hits wie Down in the Past oder Gloria. Die gehen ins Ohr und in die Hüfte. Vor allem, aber nicht nur bei den Ladies.

Dominik Göttler

Dominik Göttler

E-Mail:Dominik.Goettler@merkur.de

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