Stefanie Kloß und ihre Band in der Olyhalle

Konzert-Kritik: Der Silbermond ist aufgegangen

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Stefanie Kloß (31) und ihre Band Silbermond in der Olyhalle: Viel fürs Auge.

München - Silbermond war zu Gast in der gut gefüllten Olympiahalle. Unsere Konzertkritik über den Auftritt der vier gebürtigen Bautzener.

Wer ist heute nur mitgeschleppt worden?“, fragt Silbermond-Frontfrau Stefanie Kloß. Einige Hände gehen hoch, unter anderem die eines jungen Mannes in Reihe zwei. „Meine Freundin schaut zu, und ich filme“, sagt er zur Arbeitsaufteilung. Am Ende des Konzerts erkundigt sich die 31-jährige Sängerin, ob es ihm trotzdem ein bisschen gefallen hat und er wiederkommen würde. Seine Antworten: „Geile Performance.“ Und: „Immer!“

Der Mann trifft es ganz gut auf den Punkt. Was die vier gebürtigen Bautzener (und ein erstmals auf der Tour unterstützender Pianist) am Samstagabend in der gut gefüllten Olympiahalle bieten, ist nicht nur ehrlicher Deutschpop, mal rockig, mal balladesk-emotional (Allzu menschlich). Sondern und vor allem auch eine pompöse Show. Silbermond fahren schweres Geschütz statt Leichtes Gepäck auf, wie ihre aktuelle, fünfte Platte heißt. Und präsentieren sich nach dreijähriger Schaffenspause und Fast-Trennung trotzdem mit neuer Leichtigkeit, reifer, lässiger, musikalisch differenzierter. Nur der Sound in der Halle zeigt – wieder einmal – Schwächen.

Kurz vor 21 Uhr kämpft sich Stefanie Kloß von hinten durch die Menge zur in lila Licht getauchten Bühne. In der Folge rennt sie diese unentwegt entlang. Trieft vor Schweiß. Dirigiert mehrmals einen famosen Publikumschor. Staunt mit ihren großen Augen über die Zuneigung. Und hat beim Trennungslied Das Leichteste der Welt Tränen in den Augen.

Zu Himmel auf holt sie Fans auf den langen Steg, später ihre stillen, aber musikalisch überzeugenden Jungs zu einem Akustikteil mit alten Songs. Sie erinnert dabei an ihre erste Fahrt im Sprinter nach München. Vor In Zeiten wie diesen gibt sie ein (auf der Platte etwas vermisstes) Statement für Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung und Demokratie ab, zu Krieger des Lichts unterstützen Trommler auf den Rängen Silbermond.

Bei Ich bereue nichts laufen Bilder aus der fast 20-jährigen Bandkarriere über die drei bunten Videowände. Nach mehr als zwei Stunden folgt schließlich ein gigantischer Konfettiregen und die Empfehlung, trotz Erwachsenwerden die Zeit zu tanzen nicht zu vergessen, selbst wenn am nächsten Morgen der Wecker klingelt. Was zumindest am Folgetag für wenige Menschen galt. Schließlich war das ein Sonntag.

Marco Mach

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