In der nicht ganz vollen Olympiahalle

The Cure: Augen zu, Erinnerungen an

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Robert Smith von The Cure.

München - Es ist wie früher im Jugendzentrum oder in der Gothic-Disco: Erklingt die Stimme von Robert Smith aus den Boxen, dazu der typisch monotone und kraftvolle Basslauf, ist alles gut. Lesen Sie unsere Kritik zum München-Konzert.

Smith aka The Cure hat viele der Besucher, die am Montagabend in der fast ausverkauften Olympiahalle waren, durch die Jugend be- und geleitet. Das Schöne: Robert Smith klingt auch mit 57 und nach fast 40 Jahren The Cure wie Robert Smith. Melancholisch, romantisch, einzigartig. Augen zu, Erinnerungen an. 

Während zahlreiche Bands, die die Ü30-Generation ein Leben lang begleiten, immer mal wieder ein neues Album auf den Markt werfen, damit auf Tour gehen und die Fans eigentlich nur auf die Zugaben, sprich: Klassiker warten, gibt Smith seinen Jüngern das, was sie wollen: 30 zeitlose Songs vom Beginn der Karriere 1978 („Boys don’t cry“) als Post Punk-Band über die große Pop- und New Wave-Schaffenszeit in den 1980er-Jahren („A Forest“, „Lullaby“, „Pictures of you“) bis hin zur Rückkehr in den Gothic-/Dark Wave-Bereich („From the Edge of the Deep Green Sea“) und nochmaligen Ausflügen ins Pop-Genre („Friday I’m in Love“) Anfang der 1990er-Jahre. Mehr braucht, mehr will der Cure-Fan nicht. 

Knapp drei Stunden dauert die Zeitreise, in der Smith das tut, was er schon immer gemacht hat: ab und zu leicht von einem Fuß auf den andern tippeln, den Kopf hin- und herwiegen, mal verstört in die Luft blicken – und einfach seine Lieder singen und dazu Gitarre spielen. 

Der einzige, der das ohne Brimborium auskommende Bühnen- und Erscheinungsbild der fünfköpfigen Band stört, ist Bassist Simon Gallup, der den pubertären Rocker gibt und auf der Bühne hin und her wetzt. 

Geschenkt, wichtig ist eh nur Smiths Stimme: Augen wieder zu, zurückbeamen ins Jugendzentrum und die Cure-Trance-Party genießen. Danke, dass Du auf dem Boden geblieben bist, Robert Smith!

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