Sonntag Lesung im Zenith

Thriller-Autor Fitzek: Das sind meine fünf liebsten Bösewichte

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Kommt am Sonntag nach München: Bestseller-Autor Sebastian Fitzek stellt sein neuestes Buch „Das Paket“ vor.

München - Jahr für Jahr legt Sebastian Fitzek neue Bestseller vor. Am Sonntag stellt der Thriller-Autor sein Buch „Das Paket“ in München vor. Welche Fieslinge haben es ihm angetan?

Deutschlands erfolgreichster Autor feiert Geburtstag - als Schriftsteller: Seit zehn Jahren begeistert Sebastian Fitzek (45) mit Psychothrillern Millionen. Am Sonntag liest der Berliner im Zenith aus seinem neuen Buch „Das Paket“. Aber was heißt schon „lesen“: „Die Zuschauer kommen in der Regel nicht, um sich ein Buch vorlesen zu lassen, sondern um den Autor kennenzulernen“, sagt er der tz. Der Thriller-König bietet Geschichten aus seinem Alltag, es wird gescherzt und auch Karaoke gesungen. Wenn er dann doch mal zum Buch greift, dann untermalt eine Band den gelesenen Text. Über eine Leinwand bekommt man passendes szenisches Material geliefert. Fitzek nennt das Soundtracklesungen: „Die Zuschauer sehen keine Filme, sondern Stillleben, Licht und Schattenspiele. Es sind visuelle Momente, die das vorhandene Bild verstärken sollen.“ Apropos Bilder im Kopf: Der tz verrät Fitzek seine fünf Lieblings-Bösewichter in Buch und/oder Film.

Hannibal Lecter aus „Das Schweigen der Lämmer“

„Er hat das Serienkiller-Genre geprägt wie kein anderer. Danach ist es kaum noch gelungen, eine interessantere Täterfigur als ihn zu zeichnen. Die Figur ist komplett überhöht und ein totaler Ausnahmefall. Der Normalfall ist, dass Serientäter impulsgetriebene Menschen eher minderer oder mittelmäßiger Intelligenz sind. Deshalb werden sie auch häufig erwischt. Wenn man mit einem mordenden Kannibalen auf Reisen gehen will, dann ist das einfach nur ein Meisterwerk.“

Patrick Bateman aus „American Psycho“ 

„Die Verfilmung mag ich nicht so sehr, weil sie zu kurz greift - auch wenn ich Christian Bale sehr verehre. Man muss die Collage der absurden und sinnlosen Oberflächlichkeit der Wohlstandsverwahrlosung aufsaugen, um nachvollziehen zu können, zu welchen grausamen Taten dieser Charakter fähig ist. Bateman ist der kultivierte Killer, der durch seine Taten aufzeigt, dass die meisten von uns jeglichen Sinn fürs Leben verloren haben - wenn sie ihn darin sehen, viel Geld zu verdienen und sich in Oberflächlichkeiten zu verlieren.“

Frank Underwood aus „House of Cards“ 

„Es ist diese Faszination, dass man jemanden mag, der eigentlich all das verkörpert, was die Amerikaner ja gerade abgewählt haben. Ich will Hillary Clinton jetzt nicht mit Frank Underwood vergleichen, aber das System, das diese Figur verkörpert. Er ist die Inkarnation des politischen Establishments. Trotz aller Skrupellosigkeit macht ihn die Selbstironie unheimlich sympathisch. Ich mag es, wenn Menschen wissen, dass sie etwas Falsches tun und sich offen eingestehen, dass dies ihre Natur ist und die Karten offen auf den Tisch legt.“

Walter White aus „Breaking Bad“ 

„Hier wurde eine Grenze überschritten. Die Autoren haben es nicht dabei belassen, dass er aus nachvollziehbaren Gründen böse wird. Üblich wäre es an dieser Stelle, dass der Charakter mit sich selbst hadert, aber sich immer weiter darin verstrickt. Hier wird der Held wirklich böse. Er überschreitet eine Grenze, und wir verlieren ihn zum Teil auch. Mit dieser Figur hat sich auch ein gesamtes Genre weiterentwickelt, denn am Ende haben wir keinen geläuterten Helden, sondern einen, der immer mehr Gefallen am Bösen findet und sich daraus auch nicht mehr befreien kann.“

Falk Kupfer aus „Weißensee“ 

„Die Serie Weißensee hat mit dieser Figur einen Bösewicht geschaffen, den man einfach nur hasst. Aber wir brauchen ihn. Er ist der harte und starke Gegner. Er ist das klassische Bösewichtmodell, durch ihn gewinnen alle anderen Charaktere an Sympathie. Überhaupt eine wichtige Frage: Wie zeichnet man eine sympathische Figur? Meistens hängt das vom Personal ab, das diese Figur umgibt. Wenn wir jemanden abgrundtief hassen, dann haben wir Sympathie für diejenigen, die diese Figur ebenfalls hassen. Das ist mit Falk Kupfer wunderbar gelungen.“

Dominik Laska

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