Welttag des Buches

Münchner Buchhändler: Diese Neuerscheinungen müssen Sie lesen

München - Lesen ist eine der schönsten Beschäftigungen. Zum Welttag des Buches am 23. April haben Münchner Buchhändler aufgeschrieben, welche Neuerscheinungen Sie lesen müssen.

Juli Zeh: Unterleuten.

Diese Empfehlung hat die Sendlinger Buchhandlung geschrieben:

Dieser Roman wird als der Gesellschaftsroman des Jahres gehandelt.

In diesem Buch lauert das Unheil unter der scheinbar idyllischen Oberfläche. In der Nähe des brandenburgischen Dorfes Unterleuten will eine Investmentfirma einen Windpark errichten. Das schürt böses Blut. Lang und gut verdrängte Streitigkeiten zwischen den Einwohnern kommen plötzlich an die Oberfläche. Zugezogene Berliner Aussteiger, die mit ihrer Arroganz und Ignoranz jedes Fettnäpfchen mitnehmen, rivalisieren mit kauzigen Originalen, die den Ort nach der Wende prägten und einen gewissen „Bestandsschutz“ für sich in Anspruch nehmen. Wendegewinner gegen Wendeverlierer? Im Dorf bricht jedenfalls schon bald die Hölle los.

Dieser Roman wird als der Gesellschaftsroman des Jahres gehandelt - viel Vorschusslorbeeren für ein Buch mit 640 Seiten. Aber ja, lesen Sie dieses intensive, spannende und wichtige Buch über Mensch und Moral.

Juli Zeh: Unterleuten. Luchterhand, 2016. 

Michael Köhlmeier: Das Mädchen mit dem Fingerhut.

Diese Empfehlung hat Friederike Wagner vom Buchpalast in München-Haidhausen geschrieben:

Ein kleines Mädchen ist allein in einem fremden Land mit ihm fremder Sprache. Es gibt Menschen, die dem Kind helfen, auch die Polizei hilft und bringt es in ein Heim. Dort trifft das Mädchen auf zwei Jungen, Schamhan und Arian, die es auf ihrer Flucht mitnehmen. Sie sorgen für das Mädchen und sich selbst, so gut es geht: im Freien lebend, in Hütten Schutz suchend, Nahrung und Decken stehlend. Von der Fürsorge der Kinder untereinander, ihrem Überlebensinstinkt, ihrer Lebenslage, die alles andere als kindlich ist, schreibt Michael Köhlmeier gleichzeitig so fesselnd und poetisch, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.

Michael Köhlmeier: Das Mädchen mit dem Fingerhut. Hanser Verlag, 2016. 

David Garnett: Dame zu Fuchs.

Diese Empfehlung hat die Autorenbuchhandlung München geschrieben:

Eine Entdeckung! Diese 1922 zum ersten Mal erschienene Erzählung ist auch beinahe 100 Jahre später fesselnd und begeisternd! Ein junges Ehepaar zieht sich in England auf seinen Landsitz zurück. Bei einem Spaziergang passiert das Unglaubliche: Die junge Dame verwandelt sich plötzlich in einen Fuchs. Doch ihr Ehemann lässt sich davon nicht im Geringsten beunruhigen und organisiert Haushalt und Leben einfach neu. Unbeirrt hält er an seiner Liebe fest, bis die Füchsin schließlich immer mehr ihrer wahren Natur folgt. Vergnüglich, ironisch, unterhaltsam und ernst, wunderbar neu übersetzt und sieht hübsch ausgestattet aus: das ideale Geschenk für einen selbst - oder Freunde.

Eine Empfehlung zum selben Roman hat Hugendubel am Stachus geschrieben:

Diese Erzählung aus dem Jahr 1922 berichtet von einer unerhörten Begebenheit: Bei einem Spaziergang mit ihrem Mann verwandelt sich Silvia Tebrick in einen Fuchs. Zeitlos elegant erzählt und optisch wunderschön gestaltet zählt "Dame zu Fuchs" zu den ganz besonderen Büchern in diesem Jahr.

David Garnett: Dame zu Fuchs. Dörlemann Verlag, 2016.

Deborah Feldman: Unorthodox.

Diese Empfehlung hat die Buchhandlung Lehmkuhl geschrieben:

Das Buch erzählt die authentische Geschichte der jungen amerikanischen Autorin, die sich erst im Erwachsenenalter aus den Fesseln ihrer extremen jüdisch-orthodoxen Gemeinde in Williamsburg, New York, befreien kann. Schonungslos offen und ehrlich wird der Leser mit den viele Lebensbereiche einschränkenden Auswirkungen fanatischen Glaubens konfrontiert.

Eine Empfehlung zum selben Roman hat die Buchhandlung Horne geschrieben:

Liebling des Frühjahrs ist "Unorthodox": eine sehr junge Frau, die sich gegen unglaubliche Widerstände aus der ultraorthodoxen Familie und Gemeinde in der Nähe New Yorks frei kämpft. Sie ist jetzt 29 Jahre alt, lebt in Berlin und schreibt hoffentlich weitere Bücher. Eine starke Frau.

Deborah Feldman: Unorthodox, Secession Verlag für Literatur, 2016.

Emanuel Bergmann: Der Trick.

Diese Empfehlung hat die Sendlinger Buchhandlung geschrieben:

Emanuel Bergmann: Der Trick.

Von diesem Debüt waren wir restlos begeistert! Gute Unterhaltung und feiner Lesestoff. 2007 in Los Angeles: Der zehnjährige Max Cohn legt alle Hoffnung in den „Großen Zabbatini“, der einst ein großer Bühnenzauberer in Berlin war, heute allerdings alt, mürrisch und obdachlos ist. Max ist überzeugt, dass Zabbatinis spezieller Liebeszauber die Scheidung seiner Eltern verhindern kann. 1934 in Prag: Der 15-jährige Rabbinersohn Mosche Goldenhirsch bewundert im Zirkus die Zauberkünste des „Halbmondmanns“ und seiner Assistentin. Von da an ist es um ihn geschehen: Er ist entschlossen, Zauberkünstler zu werden. Mosche läuft von zuhause weg, schließt sich dem Zirkus an und wird schließlich der „Große Zabbatini“. Reicht seine Magie heute noch aus, um Max zu helfen? „Der Trick“ ist eine aberwitzige, wundervoll erzählte Geschichte über menschliche und magische Illusionen.

Emanuel Bergmann: Der Trick. Diogenes, 2016.

Abbas Khider: Ohrfeige.

Diese Empfehlung hat Friederike Wagner vom Buchpalast geschrieben:

Abbas Khider: Ohrfeige.

Sprachlich elegant, gleichzeitig sehr offen und direkt erzählend, ist dieser Roman von Abbas Khider eine fantastische Möglichkeit, Einsicht in die Lebenssituation von Asylbewerbern zu bekommen. Der Leser begleitet Karim, einen jungen Mann aus dem Irak, im Jahr 2001 bei seiner Flucht nach Westeuropa. Versehentlich eigentlich gelangt er nach Deutschland und erzählt von den dreieinhalb Jahren seines Lebens in Asylunterkünften, später in einer winzigen Wohnung. Das Warten auf Bescheide und erzwungene Untätigkeit bestimmen die Tage. Das Miteinander der Asylbewerber, Kontakte zu Behörden und Bevölkerung, Sehnsucht nach der Familie, das Gefühl der Hilflosigkeit und Einsamkeit - über all dies teilt Karim sich mit und lässt den Leser teilhaben. Fesselnd und poetisch.

Abbas Khider: Ohrfeige. Hanser Verlag, 2016.

Jane Gardam: Eine treue Frau.

Diese Empfehlung hat die Buchhandlung Lehmkuhl geschrieben:

Eine wunderbar englische, unterhaltsame Geschichte findet ihre Fortsetzung. Mit „Ein untadeliger Mann“ überraschte die Autorin bereits im letzten Jahr und lässt uns jetzt im Frühjahr die Lebens-und Liebesgeschichte des Ehepaares Edward Feathers und seiner Frau Betty, die zwischen Asien und England platziert ist, weiter verfolgen. Amüsant, intelligent, spritzig – freuen wir uns auf den Abschluss der Trilogie, die in diesem Herbst erscheinen wird.

Jane Gardam: Eine treue Frau. Hanser Verlag München, 2016. 

Catalin Dorian Florescu: Der Mann, der das Glück bringt.

Diese Empfehlung hat Friederike Wagner vom Buchpalast geschrieben:

Catalin Dorian Florescu: Der Mann, der das Glück bringt.

In dem Roman von Catalin Dorian Florescu tauchen vergangene Welten auf: das New York des frühen 20. Jahrhunderts und die Lebenswelt des Donaudeltas in Rumänien. Hier lebten die Großeltern von Ray und Elena, die sich in der Nacht des 9.11. in New York begegnen und sich erzählend vom Grauen des gerade Erlebten in frühere Zeiten hineindenken. Während Ray kaum aufhören kann, über das Leben seines Großvaters zu erzählen, bleibt seine eigene Geschichte lange verborgen. Elena widerum fällt es schwer, von ihrer Mutter zu sprechen und sie hält sich lange am Alltäglichen ihres Lebens fest. Ich fand es faszinierend, mit den Menschen aus ganz einfachen Verhältnissen die damalige Welt lesend zu erleben. Die harte Realität und der Traum lagen oft sehr nah beieinander und die in meinem Kopf entstandenen Bilder waren sehr lebendig und vielschichtig.

Catalin Dorian Florescu: Der Mann, der das Glück bringt. Beck Verlag, 2016.

Thomas Glavinic: Der Jonas-Komplex

Diese Empfehlung hat Hugendubel am Stachus geschrieben:

Ein fulminanter, unglaublich stimmiger Roman mit drei Hauptfiguren, die nur auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben. Keiner schreibt so gut wie Glavinic. Dieses Buch ist ein einziger literarischer Rausch.

Thomas Glavinic: Der Jonas-Komplex. S. Fischer, 2016.

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Diese acht Bücher müssen Sie in Ihrem Leben gelesen haben

Am Welttag des Buches 2015 nannte Franz Klug von der ältesten Buchhandlung Münchens acht Bücher, die Sie lesen sollten. Der Buchhändler hat gute Gründe für seine Auswahl.

Rubriklistenbild: © mzv-mm

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