Ali Evran: „Es gibt zu viele Clubs hier“

Wenn Promoter Ali Evran (r.) los legt, mischt er das Münchner Nachtleben für gewöhnlich ordentlich auf.
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Wenn Promoter Ali Evran (r.) los legt, mischt er das Münchner Nachtleben für gewöhnlich ordentlich auf.

Angefangen hat alles, als Ali Evran 16 Jahre alt war, er eine fünfköpfige Tanzgruppe gründete und für die Choreographie die nötige Musik dazu mixte.

Auflegen machte ihm Spaß, es folgten Gigs im Jugendzentrum als DJ, 1993 mit dem Black Sunday im Jackie O. die erste selbst veranstaltete Party, mit der er aus Platzmangel schon bald ins damals gerade neu eröffnete Soul City umzog.

Nach drei Jahren wechselte Ali Evran ins Promoterfach, war dabei zuständig für Konzeption, Umsetzung, Kontrolle und Koordination von Marketing- und Werbemaßnahmen für diverse Münchner Veranstalter. Heute mischt der 34-Jährige, der tagsüber ganz bürgerlich die Darsteller der BR-Soap Dahoam is dahoam als Techniker ins rechte Licht setzt, mehr denn je mit im Münchner Nachtleben. Die tz sprach mit ihm:

Siehst Du Dich nun eher als Promoter oder Veranstalter?

Eher als Veranstalter, der komplexe Aufgabenbereich ist das Spannende für mich. Alle Gedanken, Visionen, Konzepte, Maßnahmen, Kontakte ein- und umzusetzen finde ich sehr anspruchsvoll. Aber ein Veranstalter sollte meiner Meinung nach auch ein guter Promoter sein, das wäre die ideale Kombination.

Was genau macht ein Promoter?

Der Promoter sollte die angesprochene Zielgruppe für die Party, die er bewirbt, begeistern können. Er sollte das Kunststück beherrschen, andere Menschen für seine Party mit Argumenten zu überzeugen, gegebenenfalls überreden, offen und freundlich auf die Leute zugehen können. Und sich selber mit der Party identifizieren, denn beim promoten ist es jederzeit denkbar, einen möglichen Sponsor an Land zu ziehen.

Welche Partys machst Du derzeit?

Partys mit Event-Charakter sind derzeit mein Steckenpferd. Dazu gehören die Sporty Nights und das Munich Beach Clubbing im beach38°, das High Class Clubbing, Soul-City Clubbing im Crowns Club, Lounge 6 im Cube (neue Location im Lehel), und demnächst wieder die Soulcietee live mit Norbert Schmitz in diversen Off-Locations.

Ich liebe das Nachtleben, weil …

… es eine eigene Welt mit ihren eigenen Regeln ist. Das find ich sehr spannend, man lernt immer wieder viele neue Leute kennen und kann sehr viel Spaß mit ihnen haben.

Wie hat sich das Nachtleben in den letzten Jahren verändert?

Es gibt zu viele Clubs in München, der Konkurrenzkampf sorgt leider für Masse statt Klasse.

Welche Location fehlt Dir?

Eine schöne Beach-Location mit Outdoor- und Indoor-Bereich hat mir jahrelang gefehlt, aber die haben wir ja jetzt mit dem beach38 am Ostbahnhof, wo wir bereits regelmäßig monatlich Veranstaltungen fahren.

Pläne, auch mal einen eigenen Laden zu machen?

Nein, derzeit nicht, reizen würde mich vielleicht eine Location in einem Sommerurlaubsland.

Deine beste Party?

Meine Soulcietee live in der Nacht zum 1. Mai im P1. Der nächste Tag war ein Feiertag, die Hütte war brechend voll und die Live-Band hatte eine sensationelle Performance hingelegt. Die Gäste waren außer sich, ein unvergesslicher Abend damals für mich und das ganze Team.

Mit welchem DJ Deiner Wahl würdest Du gerne mal eine Party schmücken?

Mit Tom Novy, dann würde sich ein Kreis schließen, denn wir beide haben unseren Ursprung im ehemaligen Classics am Maximiliansplatz, wo wir beide auflegten. Von ihm halte ich sehr viel und er wäre eine Bereicherung für meine Events.

Thomas Oßwald

Quelle: tz

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