Auf 1.700 Metern Höhe

Vor Flughafen München: Drohne kollidiert fast mit Lufthansa-Airbus

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Ein Quadrocopter mit vier Rotoren wie dieser (Modell ist nicht bekannt) flog in bedrohlicher Nähe zu dem Airbus. 

Schwabhausen/Flughafen - Zu einer lebensgefährlichen Begegnung kam es am Donnerstag auf 1.700 Metern Höhe über dem Dachauer Landkreis: Eine Drohne kollidierte beinahe mit einem Airbus der Lufthansa im Landeanflug. 

  •  Am Donnerstag ist es über Schwabhausen im Landkreis Dachau zu einer Beinahe-Kollision zwischen einem Airbus der Lufthansa und einer Drohne gekommen. 
  • Der Pilot hat nach eigenen Angaben einen orange-blauen Quadrocopter nur zehn Meter von der rechten Flügelspitze entfernt erkannt.
  • Die Flughöhe zu dem Zeitpunkt betrug 1.700 Höhenmeter. 
  • Die Polizei sucht nach dem Drohnenpiloten, da das unbemannte Flugobjekt eine erhebliche Gefahr für die Sicherheit der 108 Passagiere und Crew darstellte. 

+++ Update vom Samstag: Wie sich herausgestellt hat, handelt es sich um einen Airbus A 321 der Lufthansa, der aus Frankfurt am Main kam. An Bord waren insgesamt 108 Passagiere und 6 Besatzungsmitglieder. Laut Dachauer Polizei gibt es auch am zweiten Tag nach dem Vorfall noch keinen Hinweis auf den Drohnenpiloten im Luftraum von Schwabhausen.

Beinahe-Kollision mit Airbus: Pilot entdeckt Drohne auf 1.700 Höhenmetern

Der Airbus, in dem über 100 Passagiere saßen, befand sich am Donnerstag im Landeanflug auf den Flughafen München. In 1.700 Höhenmetern, etwa über der Ortschaft Schwabhausen im Landkreis Dachau, kam es zu der laut Polizei überaus gefährlichen Begegnung. 

Der Kapitän bemerkte beim Blick aus dem seitlichen Cockpitfenster eine Drohne, die auf gleicher Höhe flog wie der Jet und lediglich zehn Meter von der rechten Flügelspitze entfernt war. Den Piloten zufolge hatte die Drohne einen Durchmesser von 50 Zentimetern, war von orange-blauer Farbe und verfügte über vier Rotoren. 

Flugexperte: "Drohnen sind gefährlicher als Vögel"

Im Falle einer Kollision zwischen den beiden Fluggeräten wäre die Sicherheit der Passagiere erheblich gefährdet worden, wie die Crew mitteilte. Drohen können nach Expertenmeinung ein Triebwerk im schlimmsten Fall in Brand setzen. „Drohnen sind gefährlicher als Vögel“, sagte Axel Raab, der die Pressestelle der Deutschen Flugsicherung leitet. Eine Drohne sei aus Kunststoff und Metall und könne daher unter Umständen einen größeren Schaden im Triebwerk anrichten. „Das Flugzeug kann zwar auch mit einem Triebwerk weiterfliegen, aber es hat nicht umsonst zwei Triebwerke. Das ist auf jeden Fall sicherer.“

Polizei sucht nach dem Drohnenpiloten - und nach Zeugen

Der Vorfall spielte sich nach Angaben der Flugsicherung über der Ortschaft Schwabhausen im Landkreis Dachau ab – mehr als 1000 Meter über Grund. Nun sucht die Polizei nach Zeugen, die den möglichen Drohnenlenker beobachtet haben könnten. Von wo aus die Drohne gesteuert wurde, ist jedoch unklar. „Das kann in Schwabhausen gewesen sein, aber auch in einem Umkreis von mehreren Kilometern“, sagt ein Polizeisprecher.

Die zehn gefährlichsten Flughäfen der Welt

Es bestehe der Verdacht auf den Straftatbestand des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr, darauf stehen bis zu zehn Jahre Freiheitsstrafe. „Manche sind da wohl zu blauäugig“, sagt der Sprecher. Denn ein Drohnenflug in dieser Höhe ist illegal. Hobbyflieger dürfen ihre Geräte zwar ohne spezielle Erlaubnis steuern, aber immer nur in Sichtweite. Für gewerbliche Flüge, etwa für Filmaufnahmen, braucht es eine Aufstiegsgenehmigung, die das örtliche Luftamt erteilt. Dort gilt in der Regel die Maximalhöhe von 100 Metern, in Ausnahmefällen kann es etwas mehr sein. Eine Genehmigung für eine Höhe im Bereich der 1000 Meter ist jedoch ausgeschlossen. Und in der unmittelbaren Nähe von Flugplätzen darf sowieso nicht geflogen werden.

„Die Drohne hat da nichts zu suchen“, sagt Axel Raab, Sprecher der Deutschen Flugsicherung zu dem Vorfall vom Donnerstag. Und trotzdem häufen sich die Fälle: „In München war das der erste Fall, doch bundesweit gab es mittlerweile schon dreißig Sichtungen von Drohnen aus dem Cockpit.“ Raab fordert deshalb strengere Regeln für den Einsatz von Drohnen. „Wir brauchen eine Kennzeichnungspflicht“ – um bei Zwischenfällen den Halter ermitteln zu können. Zudem müssten Drohnen technisch so ausgestattet werden, dass sie auf dem Radar der Flugsicherung angezeigt werden. Bisher ist das nicht der Fall. „Deswegen konnten die Lotsen den Piloten auch nicht warnen“, sagt Raab.

kg/dg mit Material von dpa

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