Moderner Supermarkt in Unterhaching

Video: Aldi eröffnet "Filiale der Zukunft" - das ist neu

Unterhaching - Aldi Süd präsentierte am Mittwoch seine „Filiale der Zukunft“. Sehen Sie hier unter anderem einen Rundgang durch das neue Geschäft. 

Aldi, Lidl und Co. stehen unter Druck. Billig allein reicht nicht mehr aus. Die Discounter haben in den vergangenen Jahren Marktanteile verloren, die Supermärkte um die Ecke haben dazugewonnen – sie sind mit eigenen Billigangeboten, größerer Auswahl und mehr Service besser auf die sich wandelnden Kundenwünsche eingegangen. Deshalb rüsten die Discounter auf. Zum Beispiel mit Frischfleisch und backfrischem Brot aus dem Automaten.

Dass noch mehr geht, zeigt Aldi Süd nun mit einer „Filiale der Zukunft“ in Unterhaching (Landkreis München). Optisch kann die umgestaltete Filiale sicherlich punkten. Die Kassen und die Aktionstische werden durch Holzverkleidungen optisch aufgewertet. Die Warentische sind einheitlich in Grau gehalten. Insgesamt wirkt der Raum heller und schicker. Aldi Süd scheint sich optisch vom Discounter-Design hin zum Supermarkt-Look verändern zu wollen. Die Geschäftsleitung bestreitet diese Annäherung jedoch. „Aldi Süd bleibt Aldi Süd“, betont Jeanette Thull, Geschäftsführerin für den Zentraleinkauf, als sie die neue Filiale vorstellte.

Die Raumaufteilung der Aldi-Filialen soll sich in Teilen ändern. Die größte Umgestaltung gibt es in der Obst- und Gemüseabteilung. Künftig soll sie das Herzstück jeder Filiale werden. Sie ist nun mittig platziert – nicht wie gewohnt bei den Kassen.

Die Ware soll auch ansprechender präsentiert werden. Zum Beispiel wird das große Weinregal künftig indirekt beleuchtet. „Die neue Gestaltung stellt die Qualität der Produkte in den Vordergrund“, sagt Lars Linscheid, Geschäftsführer von Aldi Ebersberg und Verantwortlicher der „Filiale der Zukunft“. Die leicht veränderte Anordnung der Produkte wird den Einkauf wahrscheinlich aber nicht revolutionieren.

Für bessere Orientierung findet der Kunde in Zukunft an jedem Regal eine Beschilderung der angebotenen Produkte. An den Außenwänden soll ein Kundenleitsystem mit Artikelgruppen den Einkauf erleichtern. Technische Neuerungen gibt es allerdings kaum. Einzige Ausnahme: digitale Schaukästen an den Außenwänden. „Der Kunde wünscht sich Ruhe, Zeit und Entschleunigung“, sagt Jeanette Thull. Deshalb gibt es einen Kaffeeautomaten und eine kleine Sitzbank vor dem Ausgang – vor allem für ältere Kunden. Viele dürfen es allerdings bei der Größe der Bank nicht sein.

Noch dieses Jahr will Aldi Süd weitere 200 Filialen umbauen, bis Ende 2019 sollen die restlichen Standorte folgen. Ob das neue Konzept den Namen „Filiale der Zukunft“ zu recht trägt, kann sicherlich bezweifelt werden. Denn bis auf die optische Aufwertung sind kaum essentielle Neuerungen zu finden. Das meiste ist aus den großen Supermarktketten bereits bekannt.

von Lisa-Marie Birnbeck (Text), Christine Novotny und Christian Engel (Video)

Rubriklistenbild: © Videoredaktion

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