Unten wartete Polizei

Starnberger (18) kraxelt auf Cheops-Pyramide

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Atemberaubender Ausblick von der höchsten Pyramide der Welt. Doch "Roofing" ist ein hochriskanter Trend.

München - In acht Minuten ist Andrej Ciesielski aus Starnberg auf die 4500 Jahre alte Cheopspyramide geklettert. Den atemberaubenden Ausblick hielt er in einem Video fest. Das sagt die Münchner Polizei zum lebensgefährlichen "Roofing"-Trend.

Selfie auf der Spitze der Pyramide: Der 18-jährige Andrej Ciesielski nach dem achtminütigen Aufstieg.

Seine Ausrüstung: Turnschuhe, Kopfhörer und ein blau-weiß kariertes Hemd. Seine Mission: Die berühmte Cheopspyramide besteigen - ungesichert! Andrej Ciesielski (18) aus Starnberg ist am 18. Januar auf das 4500 Jahre alte Weltwunder in Ägypten gekraxelt. Illegalerweise!
Auf Youtube hat ein Video seines Trips auf die höchste Pyramide der Welt (139 Meter) mehr als 1 Million Aufrufe. Auch im Fotonetzwerk Instagram gefallen Tausenden die atemberaubenden Aufnahmen. 

#cairo #egypt #travel

Ein von Andrej Ciesielski (@andrejcie) gepostetes Foto am

Atemberaubend - aber auch hochriskant! „Roofing“ heißt der lebensgefährliche Trend, der aus Russland, USA und den arabischen Staaten zu uns geschwappt ist. Adrenalin-Junkies klettern ohne Sicherung auf hohe Gebäude - und filmen und fotografieren sich. 

Acht Minuten hat der Realschulabsolvent, der noch bei seiner Mutter wohnt, gebraucht, bis er auf der Spitze der Pyramide war.

„Als ich zu klettern begann, stand ein Straßenhändler hinter mir“, schreibt Ciesielski auf seinem Blog. „Aber ich kümmerte mich nicht um ihn. Ich drehte mich um, er lachte und ich kletterte weiter.“ Oben dann: eine traumhafte Aussicht.

20 Minuten dauerte der Abstieg des Teenagers. Unten wartete die Polizei auf ihn. Bis zu drei Jahre Haft drohten Ciesielski. Dieses Mal hat er Glück gehabt: Die Beamten ließen ihn auf dem Revier laufen. 

Lebensgefährlicher Trend „Roofing“: Das sagt die Polizei

In Ägypten hätte Ciesielski für seinen gefährlichen Ausflug bis zu drei Jahre ins Gefängnis wandern können. In Deutschland kommen beim Thema „Roofing“ drei Paragraphen ins Spiel, sagt Polizeisprecher Werner Kraus. 

Einmal die „Belästigung der Allgemeinheit“ (§ 118, Ordnungswidrigkeitengesetz), auf die eine Geldstrafe steht. Außerdem kann es um den Delikt der Sachbeschädigung (§303 StGB) gehen, wenn etwa eine Mauer beschädigt wird. 

Mögliche Gefängnisstrafe: bis zu zwei Jahre. In den meisten Fällen wissen die Immobilien-Eigentümer nichts von der gefährlichen Kraxelei. „Dann wird wegen Hausfriedensbruch nach Paragraph 123 StGB ermittelt.“ Strafe: Bis zu einem Jahr Haft.

In München seien in jüngster Zeit keine Fälle von „Roofing“ bekannt, so Kraus. „Aus Sicherheitsgründen können wir nur davon abraten. Das ist ein sehr gefährlicher Trend.“ 

Auf potenziell interessante Gebäude wie die Frauenkirche hätten die Beamten ein besonderes Auge.

Ramona Weise

Ramona Weise

E-Mail:ramona.weise@tz.de

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