Darum pilgerten Hunderte Gläubige nach Walpertskirchen

Angebliche Erscheinung: Mysteriöser Marienkult im Kreis Erding

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Zentrum des mysteriösen Geschehens: der italienische Seher Salvatore Caputa (Mitte).

München - Hunderte Gläubige sind zu einer Privatkapelle im Kreis Erding gepilgert. Eine angebliche Marienerscheinung eines italienischen Sehers. Die Erzdiözese ist von der Veranstaltung nicht begeistert.

Ein italienischer Seher, eine angebliche Marienerscheinung und Kleinbusse, die Gläubige ankarren: Auf alle Fälle ist bemerkenswert, was sich am Karsamstag in Walpertskirchen (Landkreis Erding) abgespielt hat. 

Mehrere Hundert Katholiken sind am Nachmittag zu einer Privatkapelle eines Ehepaars in dem kleinen Dorf gekommen. Sie wollten die angebliche Botschaft der Mutter Gottes durch den umstrittenen Seher Salvatore Caputa aus Südtirol live erleben. 

Eine Veranstaltung, von der die Erzdiözese München und Freising nicht besonders angetan ist. „Die angeblichen Marienerscheinungen von Salvatore Caputa wurden im italienischen Bistum Mantua untersucht“, sagt Sprecherin Bettina Göbner. Und: „Sie sind von der katholischen Kirche nicht anerkannt.“ 

Mehrere Quellen bestätigen, dass es im Vorfeld des Besuchs einen Brief der Diözese an das Ehepaar gegeben hat – mit der Bitte, die Veranstaltung abzusagen. Die Begründung: Die Gläubigen sollten nicht verunsichert werden. 

Doch die Autos und Busse rollten trotzdem an. Nicht zum ersten Mal: Bereits im September 2015 hatte es eine angebliche Marienerscheinung auf dem Hof gegeben. Und auch eine dritte Erscheinung ist schon angekündigt. 

Angebliches Heilwasser beschäftigt Verwaltungsgemeinschaft

Die jetzige Veranstaltung sei privater Natur gewesen, heißt es auf tz-Anfrage von Seiten des Paares. Weiter will es sich nicht äußern, Informationen seien im Internet zu finden. Dort gibt es ein Einladungsschreiben zur Marienerscheinung, der radikal-klerikale Internetsender gloria.tv hat ein Video veröffentlicht. 

Auch die Verwaltungsgemeinschaft Hörlkofen, zu der Walpertskirchen gehört, hat sich erst jüngst mit der Wallfahrtsstätte in spe beschäftigt – in einer ebenfalls kuriosen Angelegenheit: Sie ließ angebliches Heilwasser aus einem alten Brunnen auf dem Hof untersuchen.

Eine heilende Wirkung könne sowieso nicht nachgewiesen werden, sagt der 1. Bürgermeister von Walpertskirchen, Franz Hörmann. Es sei um die Verkeimung des Wassers gegangen. Das Ergebnis möchte er nicht verraten. Nur so viel: Die Gemeinde sei nach der Untersuchung mit dem Paar in Kontakt getreten … 

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