So ist die Lage am Flughafen München

Die Angst fliegt mit - Lufthansa streicht Brüssel-Flüge

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München - Aufgestocktes Sicherheitspersonal am Münchner Flughafen, ein mulmiges Gefühl und ratlose Gesichter vor den Anzeigetafeln - alles Folgen der Terroranschläge von Brüssel.

Aufgestocktes Sicherheitspersonal am Münchner Flughafen, ein mulmiges Gefühl und ratlose Gesichter vor den Anzeigetafeln: Nach den Terroranschlägen in Brüssel (alle News hier im Ticker) blieben am Dienstag sämtliche Maschinen der Lufthansa mit Ziel belgische Hauptstadt auf dem Boden. Auch wenn die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt werden, bleibt die Angst und fliegt mit.

Am frühen Morgen entschied der Lufthansa-Konzern, alle Flüge von und in die belgische Landeshauptstadt zu streichen. „Insgesamt sind 25 Flüge betroffen. Etwa 2000 Passagiere mussten deshalb mit Flugausfällen rechnen“, erklärt eine Pressesprecherin der Lufthansa. Allein in München konnten gestern fünf Maschinen nach Brüssel die Startbahn nicht verlassen.

Zwei Flugzeuge nach Belgien waren allerdings schon in der Luft – als die dortige Landeshauptstadt von den Terroranschlägen erschüttert wird: Das um 7.10 Uhr in München gestartete Flugzeug wurde nach Köln umgeleitet. Zudem musste eine Maschine aus Frankfurt vom Flugplan abweichen: Hier wurde Lüttich als Zielort angesteuert.

Die Lufthansa betont, dass Flugtickets von und nach Brüssel im Zeitraum bis zum 28. März kostenfrei umgebucht oder storniert werden können. Von dieser Regelung betroffen sind alle Airlines im Lufthansa-Verbund: Austrian Airlines, Brussels Airlines, Swiss und Eurowings.

Zudem kündigte die Arbeitsgemeinschaft der deutschen Flughäfen (ADV) an, die Sicherheitsvorkehrungen an Flughäfen zu verschärfen. „Die deutschen Flughäfen setzen alles daran, die Bundespolizei und Behörden zu unterstützen“, sagt Ralph Beisel, ADV-Geschäftsführer.

Und trotzdem: Die Angst fliegt mit.

Fühle mich nicht sicher

Herta M. (64) aus Wien: „Der heutige Flug mit meinem Mann nach Rio de Janeiro war schon lange geplant. Zwar freuen wir uns auf den Urlaub. Doch nach den Terroranschlägen in Brüssel bleibt trotzdem ein mulmiges Gefühl. In Großstädten fühle ich mich schon lange nicht mehr sicher: Ohne Pfefferspray und Lady-Alarm traue ich mich dort alleine nicht mehr auf die Straße.“

Ein Freund lebt in Brüssel

Ildar Samatov (26) aus Osnabrück: „Ich bin heute Morgen von Münster nach München geflogen. Erst als ich in der Landeshauptstadt gelandet bin, habe ich von den schrecklichen Terroranschlägen in Brüssel erfahren. Das Erste, was ich gemacht habe? Ich habe sofort versucht, einen guten Freund von mir zu erreichen, der seit einigen Jahren in Brüssel wohnt. Leider vergebens! Ich hoffe, er ist momentan nur in der Arbeit beschäftigt!“

Lassen uns Freiheit nicht nehmen

Peter K. (52) und Laura F. (42) aus München: „Terroranschläge, wie die in Brüssel, können heutzutage überall passieren. Und trotzdem lassen wir uns unsere Freiheit nicht nehmen: Wir werden auch weiterhin mindestens zwei mal im Jahr verreisen. Brüssel streichen wir dennoch vorerst aus unseren Reisezielen. In unserer Heimatstadt München fühlen wir uns auch weiterhin relativ sicher.“

Giuliana Barrios

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