100.000 Euro Schaden

Range Rover in Flammen! Feuerteufel schlägt zum elften Mal zu

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Das war mal ein Range Rover: Das Auto mit Anhänger steht an der Polzstraße und ist komplett ausgebrannt. 

Fürstenfeldbruck - Es ist der elfte Fall in Bruck. In der Nacht auf Mittwoch hat der Feuerteufel wieder zugeschlagen. Anwohner der Polzstraße meldeten dort gegen 2.20 Uhr einen in Flammen stehenden Range Rover.

Elf Autobrände in nicht einmal fünf Wochen: Eine rätselhafte und beängstigende Feuerserie hält Fürstenfeldbruck in Atem. Dienstagnacht hat der Feuerteufel wieder zugeschlagen. Mit 100.000 Euro ist der Schaden diesmal so hoch wie nie zuvor. Und trotz Fahndung mit Polizeihubschraubern konnte der Täter wieder unerkannt entkommen.

Mittwoch, 2.28 Uhr: Esther H. schreckt aus dem Tiefschlaf. Von draußen hört sie den schrillen Ton einer Alarmanlage. Als sie aus dem Fenster schaut, sieht sie lodernde Flammen. Sie ist schockiert. Dass ihr Auto brennt, bemerkt sie im Halbschlaf zuerst gar nicht. Dann wird ihr Ehemann Günther wach.

Leihwagen geht in Flammen auf

In der Nacht: Die Feuerwehr Fürstenfeldbruck versuchte noch zu löschen.

Günther N. eilt aus dem Haus auf die Polzstraße. Draußen wird ihm klar: Das ist mein Range Rover, der da in Flammen steht. "Da war nur noch ein Feuerball", so schildert er am Morgen danach dem Fürstenfeldbrucker Tagblatt seine Eindrücke.

Der Range Rover ist eigentlich gar nicht sein Auto, er gehört einem Autohändler. Günther H. hatte am Dienstag seinen eigenen Range Rover in die Werkstatt gebracht, um den Wagen überholen zu lassen. Für die Zeit der Reparatur wurde dem 63-Jährigen ein Leihwagen zur Verfügung gestellt - ein nagelneues Exemplar vom Typ "Sport" im Wert von 90.000 Euro. Als Günther N. abends zurückkommt, stellt er das Luxusgefährt vor seiner Haustür in Bruck ab. An den Feuerteufel verschwendet er keinen Gedanken.

Polizei kann bei Taten kein Muster erkennen

Die Polizei dagegen hat den Brandstifter derzeit immer auf der Rechnung. Es gibt inzwischen sogar eine Ermittlungsgruppe "Autobrände". Was der Kripo die Suche nach dem Täter so schwer macht: In der Tatabfolge lässt sich kein Muster erkennen. Erst schlug der Feuerteufel nur am Wochenende zu, dann auch werktags. Zuerst steckte er nur teure Wagen in Brand, dann ältere und günstigere - und zuletzt wieder einen richtig teuren.

Die Feuerwehr löscht noch in der Nacht den Brand, doch von dem Range Rover sind nur noch ein paar Metallteile übrig. Der Aschehaufen ist kaum noch als Autowrack zu erkennen. Auch ein dahinter geparkter Anhänger wurde in Mitleidenschaft gezogen.

Anwohner sorgen sich um ihre Autos

Morgens versammelt sich die Familie N. mit ihren Nachbarn auf dem Gehsteig. Ihnen allen steht die Sorge ins Gesicht geschrieben. Nach dem elften Anschlag innerhalb eines Monats ist die Angst groß. Wann und vor allem wo schlägt der Feuerteufel wieder zu? Erwischt es das nächste Mal das eigene Auto?

Vielleicht hilft ja die ausgesetzte Belohnung von 2000 Euro, den Übeltäter doch noch zu schnappen. Die Polizei bittet die Bevölkerung dringend um Mithilfe. Wer Hinweise geben kann, soll sich umgehend bei der Kripo Fürstenfeldbruck melden, Telefon (08141) 6120.

So fahndet die Polizei

Elf kaputte Autos, zahlreiche Einsätze - und keine Spur von dem Feuerteufel. Seit Ende Juli sucht die Polizei nun nach dem Unbekannten, der in Fürstenfeldbruck immer wieder Autos anzündet.

Zahlreiche Fahndungsmaßnahmen hat die Polizei schon ausprobiert - bislang ohne Erfolg.

Ein Fahndungsplakat soll Zeugen an die ausgebrannten Autos erinnern, doch bislang ist das Hinweisaufkommen sehr gering. "Wir haben vereinzelt Hinweise bekommen, die jedoch nicht zur erhofften heißen Spur geführt haben", sagte ein Polizeisprecher. Auch konnte die Belohnung von 2000 Euro, die die Polizei ausgesetzt hat, nichts daran ändern. "Wir hoffen das im letzten Fall nun jemand etwas Verdächtiges gesehen hat."

Brennt ein Auto, suchen zahlreiche Beamten nach dem Feuerteufel. Auch ein Polizei-Hubschrauber wurde am Mittwochmorgen eingesetzt.

"Wir hoffen, dass die Bevölkerung die Augen aufhält und uns verdächtige Beobachtungen meldet", so die Polizei. Jede Beobachtung könne hilfreich sein, den Feuerteufel endlich zu stoppen.

Peter Loder

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