Berufsfischer haben Angst um ihren Fang

Tutzing - Lorenz Lidl und Johann Bäck haben Angst um ihre Fische und Angst um ihren Job. Ein Geothermie-Kraftwerk macht den Berufsfischern aus Tutzing große Sorgen. Sie sehen Sturzbäche auf sich zukommen.

Lorenz Lidl und Johann Bäck haben Angst um ihre Fische und Angst um ihren Job. Der Grund: Nahe dem Ort, wo die beiden Berufsfischer aus Tutzing ihre Netze auswerfen, soll bald ein Geothermie-Kraftwerk stehen. Die Anlage darf ihr Niederschlagswasser in den angrenzenden Rötlbach leiten – dazu hat das Landratsamt Weilheim-Schongau bereits seine Erlaubnis gegeben. Das Wasser landet schließlich im Starnberger See. Die Tutzinger Fischer fürchten jetzt um ihren Fischbestand. Darum sind sie vor das Verwaltungsgericht gezogen.

Die Angst der beiden Berufsfischer: Schädliche Stoffe könnten in den Bach und so in den Starnberger See gelangen. Zudem sehen sie durch das Einleiten des Niederschlags schon Sturzbäche auf sich zukommen. Sturzbäche, die zum einen die Mairenke vertreiben könnten – eine sensiblen Fischart –, zum anderen das Wasser aufwirbeln und verschmutzen könnten. „Die Mündung des Rötlbachs in den Starnberger See, der sogenannte Karpfenwinkel, ist nur 400 Meter von unseren Betrieben entfernt. Allein die Befürchtung, dass das Wasser belastet sein könnte, wird uns Kunden kosten“, ist Lidl überzeugt. Laut Verwaltungsgericht fischen die beiden mit ihrer Prognose aber im Trüben. Die Klage: am Mittwoch abgewiesen. Höchstens 30 Liter dürfen pro Sekunde in den Rötlbach geleitet werden, dafür sorgt die Anlage des Kraftwerks. Nur bei extremem Regen kann es mehr werden. Wasser, das laut Meinung eines befragten Experten vom Wasserwirtschaftsamt eh im Bach landen würde.

Es soll sich ausschließlich um sauberes Regenwasser handeln. Es werde in einem Auffangbecken gesammelt und von dort in den Bach geleitet. Ein Teil des Wassers aus dem Kraftwerksbereich wird zudem gleich mehrfach auf Schadstoffe getestet – eine der Auflagen.

Losgehen soll es mit der Stromerzeugung Ende 2014. „Dann werden wir etwa so viel Strom erzeugen können wie 20 große Windräder“, sagt Geschäftsführer Lutz Stahl.

Robert Feiner

Rubriklistenbild: © AP

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