Familienvater aus Reitmehring bei Wasserburg

Blutbad in Grafing: Trauer um Todesopfer Peter W.

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Peter W. († 56) hat den heimtückischen Messerangriff in der stehenden ­S-Bahn nicht überlebt.

München - Vor einer Woche hat Paul H. (27) am Grafinger Bahnhof ein Blutbad angerichtet. Aus dem Nichts stach er auf Passanten ein, tötete den 56-jährigen Peter W. und verletzte drei weitere Männer teilweise lebensgefährlich. Die tz berichtet über die Trauer um das Todesopfer.

Es sind deutlich sichtbare Zeichen der Liebe. Zeichen gegen die Gewalt. Die Stufen zum Bahnsteig in Grafing sind voller Blumen, Kerzen und Karten mit Botschaften an die Opfer. Viele trauern dort um Peter W. († 56): Der Familienvater aus Reitmehring bei Wasserburg fand an jenem Morgen des 10. Mai den Tod – erstochen von einem wohl psychisch Kranken. Paul H. (27) wurde nach der Befragung in die Psychiatrie gebracht. Opfer Peter W. aber lebt in den Herzen seiner Familie weiter.

Die Bilder vom Tatort sind noch immer unfassbar. Ein stehender Zug, herrenlose Fahrräder und überall blutige Fußabdrücke – eine Spur wie im Horrorfilm. Doch am vergangenen Dienstag war das Geschehen am Grafinger Bahnhof die grausame Realität. Aus dem Nichts stach der vermutlich unter Drogen stehende Arbeitslose aus Hessen mehrmals auf Peter W. ein. Der leidenschaftliche Motorradfahrer wollte gerade in die S-Bahn Richtung München einsteigen. So, wie er es jeden Werktag um kurz vor fünf Uhr machte. An seiner Arbeitsstelle – der 56-Jährige war IT-Spezialist bei der Regierung von Oberbayern – sollte er nie ankommen. Stattdessen kämpfte er stundenlang mit dem Tod, und erlag noch am selben Tag seinen schweren Verletzungen in einer Klinik.

Was seiner Familie in dieser schweren Zeit Kraft gibt: die Liebe. Die erträgt den Schmerz und überlebt den Tod, heißt es in einer Traueranzeige. Auch im Internet trauern viele Freunde und Angehörige um Peter W. „Ich habe einen treuen Freund und Gesprächspartner verloren“, schreibt ein Weggefährte. Ein weiterer Freund berichtet: „Als ich die Nachricht bekommen habe, war ich erschüttert.“ Auch wenn Peter W. ebenso dramatisch wie sinnlos aus dem Leben gerissen wurde, wird er in den Gedanken und Herzen seiner Angehörigen weiterleben.

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