Trauer in Krailling

Besitzer zwei Wochen nach Brand in Ferrari-Werkstatt gestorben

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Thomas „Tommy“ S. war ein lebenslustiger Mann.

Krailling - Vor zwei Wochen zerstörte ein Feuer eine Werkstatt in Krailling. Der Besitzer wurde schwer verletzt, mehrere Luxuswagen verbrannten. Nun die traurige Nachricht: Der Mann erlag seinen schweren Verletzungen.

Was in den letzten Minuten vor der Explosion in der Kraillinger Ferrari-Werkstatt geschah, wird sich vermutlich nie mehr rekonstruieren lassen. Denn der, der es weiß, hat am Donnerstag um 9.30 Uhr im Murnauer Unfallkrankenhaus für immer die Augen geschlossen.

Nach dem verheerenden Großbrand in der Werkstatt in der Konrad-Siebler-Straße im Kraillinger Gewerbegebiet am 8. Januar ist Inhaber Thomas „Tommy“ S. (48) nun seinen schweren Brandverletzungen erlegen. Das gab die Polizei am Freitag bekannt. Die Trauer um ihn ist grenzenlos. Denn Tommy S. hatte nicht nur einen Top-Ruf in der Branche. Er war auch ein Mann, der die schönen Seiten des Lebens, die Liebe und die Freundschaft aus ganzem Herzen genoss.

Mit einem Hauptschulabschluss in der Tasche verließ der junge Thomas vor ungefähr 30 Jahren die Schule – wild entschlossen, seinen Traum von den schönsten Autos der Welt zu verwirklichen. Viele Jahre lernte er in verschiedenen Häusern (S&T Ferrari, Walger Ferrari, Mille Miglia Motors) alles, was es über die italienischen Superstars Ferrari und Maserati zu lernen gibt. Er machte seinen Meister und eröffnete im April 2009 eine eigene Werkstatt für Ferrari und Maserati, aber auch für alle anderen Fabrikate. Er galt als absoluter Fachmann. Ihm vertrauten die Kunden gern die kostbarsten Autos an.

Am 8. Januar war der 48-Jährige ab mittags allein in der Werkstatt gewesen. Um 15.50 Uhr erschütterte eine Verpuffung das Haus, dann schossen Flammen aus Fenstern und Türen. Thomas S. lief noch aus eigener Kraft auf die Straße, wurde sofort in die Klinik für Schwerbrandverletzte geflogen. 60 Prozent seiner Haut waren verbrannt. Er fiel ins Koma, aus dem er nicht erwachte. Die Werkstatt wurde komplett zerstört und gilt noch immer als einsturzgefährdet. In Anbetracht der massiven Zerstörung befürchten die Brandfahnder, die Ursache nicht mehr finden zu können. Der Schaden wird auf rund 2,5 Millionen Euro geschätzt. In und an der Werkstatt standen zum Unglückszeitpunkt elf teure Autos, die zum Teil schwer beschädigt wurden – darunter vier Ferraris, ein Rolls Royce, vier US-Stretchlimousinen, ein Mercedes und ein Suzuki.

Fotostrecke

Thomas S. hinterlässt seine Lebensgefährtin, seine Tochter und viele Freunde. Ihnen allen bleiben die schönen Erinnerungen und Fotos mit Tommy am Strand von Ibiza und am Starnberger See, in den angesagten Clubs und Locations der Stadt, auf der Wiesn, auf der Harley und am Hockenheim-Ring.

Dorita Plange

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