Die Ehefrau des Opfers rückt ins Visier

Brutaler Mord in Söll: Neue Erkenntnisse der Polizei

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Walter Pupp (LKA Tirol), Markus Kraus (LKA Bayern) und Hansjörg Mayer (Staatsanwaltschaft Innsbruck) bei der Pressekonferenz in Innsbruck.

Innsbruck - Am 6. November wurde bei Söll in Tirol ein junger Mann aus Ottobrunn (Kreis München) brutal ermordet. Nun präsentierte die Polizei brisante neue Details zu dem Mordfall.

Es war ein dubioser Mordfall, der die Polizei vor etwa zwei Wochen vor ein scheinbar unlösbares Rätsel stellte: Ein junger Mann aus Ottobrunn (Kreis München) wurde auf einem Parkplatz an der Eiberg-Bundesstraße in der Nähe vom österreichischen Söll mit mehreren Schüssen ermordet. 

Ein LKW-Fahrer hatte den 31-Jährigen am 7. November direkt hinter der Leitplanke des Parkplatzes entdeckt, in der Nähe der Eibergklamm, die an der Stelle etwa 150 Meter tief ist. Die Ermittler zogen bald die Möglichkeit in Betracht, dass der Täter versucht hatte, die Leiche in die Schlucht zu werfen. „Das ist bisher allerdings nur eine Vermutung“, erklärte Walter Pupp vom LKA Tirol. Nach Aussagen des Ermittlers war das Opfer auf brutale Weise und mit mehreren Schüssen getötet worden, die Spuren hinterließen offenbar das Bild einer regelrechten Hinrichtung. 

Mord in Söll: Das wusste man bislang über Täter und Opfer

Bald war bekannt, dass es sich bei dem Opfer um einen 31 Jahre alten Griechen handelte - und wenige Tage später konnte im Großraum München ein Tatverdächtiger festgenommen werden. Dieser ist nach Aussagen der Polizei 28 Jahre alt und hat ebenfalls griechische Wurzeln. Laut Polizei kannten sich die beiden Männer. „Wir wissen allerdings noch nicht, wie intensiv“, berichtete der leitende Ermittler Walter Pupp.

Seitdem drangen kaum Informationen über Hintergründe und Motive der Tat an die Öffentlichkeit - höchstwahrscheinlich hielten sich die zuständigen Beamten in Tirol aus ermittlungstaktischen Gründen zurück.

Neueste Erkentnnisse der Polizei 

Doch nun brachten sie Medienvertreter und die Öffentlichkeit in einer Pressekonferenz auf den neuesten Stand ihrer Ermittlungen. Dem 28-jährigen Tatverdächtigen sind die Ermittler demnach über einen Autoschlüssel auf die Schliche gekommen. Der Schlüssel, den sie beim Mordopfer in Söll fanden, führte sie zu dem Autobesitzer nach München. Logischerweise gingen die Ermittler zunächst davon aus, dass es sich bei dem Autobesitzer um das Mordopfer handelte. 

Doch als sie schließlich die Wohnung des vermeintlichen Opfers durchsuchten, stießen sie auf eine Faustfeuerwaffe, bei der es sich tatsächlich um die Tatwaffe handelte - die Beamten hatten also die Wohnung des Täters durchsucht, der beim Opfer gefundene Schlüssel gehörte ihm. Der Wohnungseigentümer, der nach diesem Fund bereits zum Tatverdächtigen Nummer 1 avanciert war, gestand die Tat in einem Verhör. 

Die Ehefrau des Opfers war höchstwahrscheinlich involviert

In der Pressekonferenz präsentierten die Polizisten allerdings noch ein weiteres, brisantes Detail: Die Ehefrau des Mordopfers soll von der Tat gewusst und sie nicht verhindert haben - und rückt deshalb ebenfalls in den engen Kreis der Verdächtigen. Die Polizisten wurden aufmerksam auf die 31-Jährige, weil sie beabsichtigte, eine Vermisstenanzeige aufzugeben. Anschließend gab sie zu, von dem Mord zumindest gewusst zu haben. Bei der Tat selbst sei sie jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach nicht dabei gewesen. Zuletzt hatte das Paar mit der gemeinsamen Tochter in einer Pension in Obergiesing gelebt.

Sie waren gute Freunde

Der mutmaßliche Täter, seine Mitwisserin und das Mordopfer haben sich Markus Kraus (Chef der Münchner Mordkommission) zufolge gut gekannt. Was das Motiv betrifft, können die Polizisten allerdings noch immer nur Vermutungen anstellen: „Möglicherweise wollten der Tatverdächtige und die Frau zusammenkommen und den Mann deswegen aus dem Weg räumen. Vielleicht ging es aber auch um häusliche Gewalt, und der 28-Jährige wollte die Frau von ihrem Mann befreien“, erklärte Kraus. Auch darüber, wie lange die Tat bereits geplant war, kann die Polizei noch keine genaue Auskunft geben.

Die Verdächtigen, die sich gerade in Übergabehaft in München befinden, sollen schon bald nach Tirol überstellt werden.

slo

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