Hundsgemeiner Angriff

30-Kilo-Schäferhund verbeißt sich in Chihuahua

Dachau - Ein ungleiches Duell mit fatalem Ausgang: Ein Schäferhund attackierte einen kleinen Mischling. Der ist jetzt tot. Der Angreifer landet in der Hundeschule. Beide Frauchen sind in psychologischer Behandlung.

Es war ein schöner Sommerabend im vergangenen August. Der Gatte (52) plauderte mit der Nachbarin – und merkte nicht, wie der Schäferhund seiner Frau hinterrücks ausbüxte. Von dem Tier ist laut Zeugen in der Gartenanlage in Haimhausen bekannt, dass es kein Freund von Radlern oder Joggern sei. Kinder würden es immer ärgern, weil es so gerne und ausgiebig belle und sich aufrege, rücke man ihm auf die Pelle.

Jenes Exemplar der Gattung Vierbeiner, die einst zum Hüten und Treiben von Schafen gezüchtet worden war, bog um die Ecke und. . . traf auf einen wuscheligen Winzling, kaum größer als ein Chihuahua. 30 Kilo Hund prallten auf fünf Kilo Hündchen.

Es entwickelte sich ein „Gewurrle“, wie das Frauchen des Mischlings (60) vor Gericht angab. Der Schäfer habe sich in den Mischling verbissen und diesen mehrfach in die Luft geschleudert. „Es war das schlimmste Erlebnis, das ich je hatte“, sagte die Zeugin.

Mutig war sie damals dazwischengegangen und krachte mit dem Schäferhund zusammen, rettete aber ihr Hündchen aus dessen Fängen. Das Hündchen erlitt massive Thoraxverletzungen und einen schweren Schock. Sein Frauchen plagte sich hinterher mit einer Wunde an der Lippe sowie einer Sprunggelenksverletzung herum – und entwickelte eine posttraumatische Belastungsstörung.

Der Mischling wurde zunächst operiert. Der leicht lädierte Schäferhund in die Hundeschule abkommandiert. Sein Frauchen zum Psychologen manövriert – die Aufregung war auch für sie zu groß.

Auch die angeschlagene Psyche des Hündchens sollte kuriert werden. Doch dazu kam es nicht mehr. Ein Tiermediziner schläferte den Kleinen ein. Die Leiden, so diagnostizierte er, seien zu groß. Der Tod bringe die Erlösung.

Vor Amtsrichter Lars Hohlstein nahmen die Schäferhundehalterin (57) und deren Gatte auf der Anklagebank Platz. Fahrlässige Körperverletzung lautete der Vorwurf. Hohlstein sprach die Halterin frei, weil sie sich zur Tatzeit im Haus befunden habe und sich auf ihren Gatten habe verlassen dürfen. Der Gatte wurde zu einer Geldstrafe in Höhe von 600 Euro verurteilt.

Thomas Zimmerly

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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