Kraxler zwischenzeitlich festgenommen

In China: Starnberger klettert auf 420 Meter hohen Turm

München - Roofing ist ein neuer Trend. Das Ziel: Ein Selfie und Fotos aus luftiger Perspektive. Das tat nun auch ein Starnberger in Shanghai. Unten erwartete ihn jedoch Unangenehmes.

Sein Leben ist der Abgrund – und dafür erntet ein 18-jähriger Starnberger im Internet haufenweise Bewunderung und Anerkennung. Andrej reist um die Welt und postet auf seiner Facebook-Seite Erinnerungsfotos. Er klettert gerne. Berge sind nicht sein Ding. Er mag hohe Gebäude. Anfang Februar bestieg er die Cheops-Pyramide (tz berichtete). Ungesichert. Illegal. Sein neuester Streich: In Shanghai erklomm Andrej den 420 Meter hohen Jin Mao Tower. Unten warteten bereits chinesische Polizisten.

Seine Bilder verursachen schon beim bloßen Anblick Schwindel. Angst? „Das hat bei mir noch nie eine Rolle gespielt“, sagt der risikofreudige Realschul-Absolvent zur tz. „Höhenangst ist reine Kopfsache. Das habe ich schon überwunden.“

Fotos machen ist Pflicht

Die sollte man bei solchen Aktionen auch nicht haben. Der Kick beim sogenannten „Roofing“ (vom Englischen roof für Dach): ohne Sicherung und möglichst unbemerkt an die Spitze eines Wolkenkratzers kraxeln. Und oben angekommen werden mit Selfie-Sticks und Helmkameras spektakuläre Fotos und Videos gemacht – damit man der Netzgemeinde auch den Beweis für seine Heldentaten erbringen kann.

Seine tollkühne Tour in China absolvierte Andrej nicht allein. „Ich war mit einem Roofer aus Deutschland unterwegs. Wir verstehen uns gut und können aufeinander Acht geben.“ In seinem Video, das er mittlerweile auf YouTube hochgeladen hat, kann man sehen, dass die beiden Jugendlichen wie normale Touristen in den Aufzug steigen, sich aber mit Schraubenziehern Zugang zum Dach verschaffen und am Ende sogar noch über eine schmale Leiter bis ganz nach oben klettern. Alles innerhalb weniger Minuten. War’s wirklich so einfach? „Nein“, sagt Andrej. „Wir wussten, dass es vor uns schon viele nicht geschafft haben. Auch für uns war es der dritte Versuch.“

Festnahme auf dem Boden

Zehn Minuten verbringen Andrej und sein Begleiter auf der Antenne. In dieser Zeit wurden sie aber längst von Menschen im benachbarten Shanghai World Financial Tower beobachtet. Bei ihrer Rückkehr in die Hotellobby im Erdgeschoss warteten bereits Polizisten. Andrej: „Zwölf Leute haben uns in Empfang genommen. Danach wurden wir eine Stunde lang verhört.“ Insgesamt sieben Stunden mussten die Gipfelstürmer in der Zelle einer Polizeistation verbringen. Danach durften sie aber ohne Konsequenzen gehen.

Andrej ist wieder in der Heimat. Sein nächstes Projekt steht aber schon fest: „Bald geht’s nach Hongkong. Alles wird mit einer Drohne gefilmt. Mehr möchte ich aber noch nicht verraten!“

Rubriklistenbild: © fkn

auch interessant

Meistgelesen

In der S8: Mann bedroht Fahrgäste mit Messer
In der S8: Mann bedroht Fahrgäste mit Messer
Schrecklicher Geruch: In meiner Wohnung lag ein Toter
Schrecklicher Geruch: In meiner Wohnung lag ein Toter
Schimmel-Streit: Bayern-Star beim Hauskauf belogen?
Schimmel-Streit: Bayern-Star beim Hauskauf belogen?
Sexueller Missbrauch: Speichelproben sollen Täter überführen
Sexueller Missbrauch: Speichelproben sollen Täter überführen

Kommentare