Motorradfahrer stößt Bienenkasten um

Verfolgungsjagd durchs Moos - Imker stellt Bienenhasser

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Verteidigt seine Bienen mit Inbrunst: Imker Josef Dlesk verjagt den Tierhasser.

Dachau - Ein Motorradfahrer stößt offenbar mehrmals Bienenstöcke in einem Wald in Kreis Dachau um. Der Imker startet eine Verfolgungsjagd auf den Grobian.

Imker Josef Dlesk (47) war fassungslos. Ein Unbekannter hatte in den vergangenen zwei Monaten viermal seine Bienenstöcke in einem Wäldchen zwischen Mitterndorf und Günding (Kreis Dachau) heimgesucht. Er stieß dabei immer zwei Kästen um, Königinnen und viele Bienen starben. Doch Dlesk fand sich damit nicht ab - er stellte den Mann, verfolgte ihn, und jetzt hat die Polizei einen Verdächtigen. "Am Vatertag ging es los. Dann kam er immer wieder", sagt Dlesk.

Eine Biene sammelt Blütenstaub.

Nach dem dritten Zwischenfall installierte der Imker zwei Wildkameras in der Nähe der Insekten. Als er Montag die Bilder auswertete, sah er einen Mann in Motorradkluft. Und er sah, wie dieser die Bienenkörbe umstieß. Dlesk ging mit den Bildern zur Polizei. Doch als er zurück bei seinen Bienen war, wurde es richtig turbulent …

"Ich wollte gerade mit meiner Frau die Bienenkästen wieder aufrichten, als plötzlich ein Motorradfahrer daherkam und 'Hallo' sagte. Es war derselbe wie auf den Fotos: selber Helm, selbe Jacke, selbe Hose", berichtete der Imker den Dachauer Nachrichten. Er konfrontierte den Unbekannten mit den Bildern. Und der? Der gab auf der Stelle Gas. 

Verfolgungsjagd durchs Dachauer Moos

Josef Dlesk und seine Ehefrau zögerten ebenfalls keine Sekunde, sprangen in ihr Auto und nahmen die Verfolgung auf. Die Jagd ging quer durchs Dachauer Moos. Beim Golfclub Eschenried bog der Motorradfahrer auf seiner kleinen Chopper-Maschine ab in ein Waldstück. Josef Dlesk konnte nicht folgen. Da hat sich der Imker über sich selbst geärgert: "Ich hätte ihm natürlich nicht die Fotos zeigen, sondern ihn in ein Gespräch verwickeln sollen, damit er seinen Helm abnimmt. Doch ich war derart überrascht, als er vor mir stand."

Dlesk ist seit fünf Jahren Imker und besitzt 18 Bienenvölker. Mit einem Partner führt er in Unterweikertshofen ein Geschäft für Imkereibedarf. Durch den Vandalen war bereits ein Schaden in Höhe von 2000 Euro entstanden. Viel Geld für einen kleinen Betrieb. Doch vor allem tun ihm die Bienen leid.

Er hatte sich natürlich das Kennzeichen gemerkt. Die Polizei Dachau hat einen Verdächtigen (46) ermittelt. Der sagt aber, er wäre zum ersten Mal bei den Bienen gewesen und hätte die Kästen aus Versehen umgestoßen. Mit den anderen Fällen habe er nichts zu tun. Falls er es dennoch ist, bleibt dem Imker das Motiv schleierhaft: "Ich habe ihn noch nie gesehen."

Thomas Zimmerly

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