Junge Frau zeigt Zivilcourage

Dachauer muss die Frau finden, die sein Leben rettete

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Er kann wieder lachen: Helmut Grösch.

Dachau -  Hermann Grösch bekommt auf dem Weg zum Arzt einen Herzinfarkt. Eine junge Frau eilt sofort zur Hilfe – und rettet ihm das Leben. Jetzt ist er auf der Suche nach der Unbekannten.

Nur knapp eine Woche nach seinem Herzinfarkt kann der 68-jährige Hermann Grösch aus Dachau wieder strahlen. Und das hat er einer Fremden zu verdanken: Eine unbekannte Frau hat ihm vergangenen Mittwoch das Leben gerettet.

Gegen 13 Uhr war er zu Fuß auf dem Weg zu einem Arzttermin in der Münchner Straße, als er in der Nähe des Dachauer Bahnhofs, in der Goethestraße, das schmerzende Stechen in seiner Brust bemerkte. „Ich habe sofort gemerkt, dass es ziemlich heftige Angina-Pectoris-Beschwerden sind. Ich konnte fast nicht mehr gehen“, erzählt Hermann Grösch. Glücklicherweise bemerkte auf der gegenüberliegenden Straßenseite eine junge Frau sein Schnappen nach Luft. Sie handelte sofort. Und: Es war höchste Eisenbahn für den 68-jährigen Herzpatienten „Die nächsten zwei Minuten wäre ich wahrscheinlich umgekippt.“

Grösch erinnert sich dann nur bruchstückhaft an die aufmerksame Frau, die ihn sofort zu seinem Hausarzt in die Münchner Straße gebracht hat. Aber das weiß er noch: „Es war eine junge, blonde Frau mit einem kleinem weißen Hündchen und einem schwarzem Auto.“ Auf dem Weg zu Gröschs Hausarzt erzählte die unbekannte Helferin, dass ihr Vater vor vier Wochen einen Schlaganfall erlitten hat und sie deswegen so schnell reagiert habe.

Die junge Frau hat den Rentner sogar noch mit in die Arztpraxis begleitet. Grösch erreichte die Praxis gerade noch im richtigen Moment. „Mein humorvoller Hausarzt sagte zu mir: ,Bingo. 100 Prozent. Sie sind mitten im Infarkt.’“

Nachdem er mit dem starkem Herzstechen seinen Hausarzt erreichte, brachte ihn nur wenige Minuten darauf ein Krankenwagen in das Amper-Klinikum Dachau. Dort öffneten ihm die Ärzte die verschlossene Arterie, so dass Grösch nur vier Tage nach seinem Herzinfarkt das Krankenhaus wieder verlassen konnte. Nach der erfolgreichen Operation wird er jetzt eine Rehabilitationstherapie beginnen.

Jetzt würde sich Hermann Grösch gerne bei seiner Lebensretterin bedanken. „Ich weiß nicht, wie es sonst ausgegangen wäre. Ihre Hilfe war vielleicht lebensrettend für mich.“ Deswegen würde er der Unbekannten gerne einmal die Hand schütteln und für ihre Hilfe „Vergelt’s Gott“ sagen.

Grösch ist zuversichtlich und kann, wenige Tage nach der lebenbedrohlichen Situation, wieder lachen. Doch für seine Frau Maria-Rita Grösch schwingen immer noch die Ereignisse des letzten Mittwochs mit. Sie kämpft mit den Tränen. „Die unbekannte Helferin hatte in einer Notlage die richtige Wahrnehmung. Ich finde es so großartig, dass sie reagiert hat.“ Für das Ehepaar Grösch hat die unbekannte junge Helferin gezeigt, dass es noch aufmerksame Menschen gibt, die in der Öffentlichkeit nicht wegschauen. Sie wollen die Lebensretterin auf diesem Weg suchen und sich für ihre Hilfe revanchieren. „Diese Frau hat so super reagiert. Wir wünschen ihr, dass sich jemand wie sie verhält, wenn sie in so eine lebensbedrohliche Notlage kommt.“

Wer kennt die Helferin?

Wer hat einen Hinweis auf die junge Frau? Bitte melden Sie sich bei uns in der Redaktion unter Telefon 0 81 31/5 63 35.

Anna Schwarz

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