Zieht die Dinger endlich aus dem Finger

Schon wieder! Beinahe-Crash mit Drohne am Flughafen

München - Schon wieder hat eine Drohne am Münchner Flughafen für Gefahr gesorgt. Ein Lufthansa-Pilot entdeckte beim Landeanflug eines der gefährlichen Geräte - zehn Meter neben der rechten Flügelspitze.

Da hört der Spaß auf – und die Polizeiermittlung beginnt: Am Himmel über dem Erdinger Moos fliegt mehr herum, als das Flughafen-Radar erfassen kann. Zum dritten Mal seit Anfang August hatten Piloten großer Flugzeuge im Landeanflug auf München Begegnungen der gefährlichsten Art – mit Drohnen! Jüngst am Samstag …

Rückblick: In 1700 Metern Höhe entdeckte ein Pilot eines Lufthansa-Airbusses am 4. August über Schwabhausen bei Dachau zehn Meter neben der rechten Flügelspitze eine Drohne. Neun Tage später meldeten Kapitäne der Lufthansa und der Air Malta innerhalb einer Viertelstunde Drohnenbegegnungen. Und jetzt das: In der Einflugschneise zwischen Fraunberg und Berglern (Kreis Erding) wurde am Samstag um 18.15 Uhr im Abstand von etwa 30 Metern zu einer Passagiermaschine eine Drohne gesichtet. Die Kripo Erding (Tel. 08122/968-0) ermittelt wegen gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr und bittet um Hinweise. Drohnenflüge in solche Höhen sind verboten, Flughäfen im Umkreis von 1,5 Kilometern ohnehin tabu. Wer dabei erwischt wird, riskiert bis zu zehn Jahren Haft. Völlig zu Recht –meint Axel Raab, Sprecher der Deutschen Flugsicherung: „Drohnen sind weitaus gefährlicher als Vögel, weil ihre Metallteile sogar Triebwerke in Brand setzen können.“ 

Nicht auszudenken, wenn so ein Ding die Cockpitscheibe durchschlagen würde. „Wir fordern eine Registrierung von Drohnenbesitzern und eine Transponder-Pflicht, dass wir sie endlich auf dem Radar sehen können. Bislang sehen wir sie nicht. Sie sind zu klein. “ Im Bundesverkehrsministerium wird bereits an strengen Vorschriften gearbeitet. Bis dahin gilt: Augen aufhalten. Tag und Nacht. 

Rubriklistenbild: © dpa

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