Ärger im Landkreis Freising

Alarm zu laut - Antwort der Feuerwehr wird zum Netz-Hit

Mit diesem Post hat die Freiwillige Feuerwehr Paunzhausen einen viralen Hit gelandet.

Einigen in Paunzhausen ist der Alarm zu laut, darüber gehen immer wieder Beschwerden bei der Freiwilligen Feuerwehr ein. Bei Facebook veröffentlicht die nun ein Statement, das es in sich hat. 

Na, bitte ned schon wieder! Wenn die Sirene losgeht im kleinen Paunzhausen im Kreis Freising stellt es im Ort dem einen oder anderen die Haare auf. Der Alarm, der die Feuerwehr zum Einsatz ruft, sei zu laut, zu lang, zu oft oder gleich alles miteinand. Wer da so nörgelt, wird allerdings im Ort geheim gehalten wie die Herkunft des Spruchs: „Gott zur Ehr – dem Nächsten zu Wehr.“ Man kann den Personenkreis jedoch so charakterisieren: Ruheständler, Zugezogene und die üblichen Gemeindegrantler.

Korbinian Lohner erhält viel Zuspruch für den Post.

Immer wieder werden Feuerwehrmann Korbinian Lohner (20) und seine 50 Kameraden von der Freiwilligen Feuerwehr wegen des Sirenenlärms angespitzt. Lohner, seit acht Jahren Aktiver, betreut auch den Facebook-Auftritt der Wehr. Und so setzte er sich am Montag an den PC und verfasste einen Appell. „Aufgrund mehrerer Beschwerden möchten wir Sie über den Sinn einer Sirene aufklären“, beginnt er seine Botschaft. Die Anlage heule außer beim Probealarm nur bei Gefahr für Mensch oder Tier sowie bei ähnlich dringenden Einsätzen. „Wären Sie nicht auch froh, wenn Ihr Leben in Gefahr ist, Ihr Anwesen in Flammen steht oder Sie nach einem Unfall im Auto eingeklemmt sind, diesen ,Lärm‘ zu hören – und zu wissen, in kürzester Zeit bekommen Sie Hilfe?“ Wer sich dennoch gestört fühle, könne der Gemeinde eine „Spende für Funkmeldeempfänger“ zukommen lassen. „Dann werden Sie die Sirene, außer zum monatlichen Probealarm, nie wieder hören.“ Mit „ein paar Reaktionen“ auf den Text rechnet Korbinian Lohner schon, wie er später erzählt. Aber das, was folgt, hätte er sich nie träumen lassen …

Seine Botschaft brettert seither durchs Internet. Über 1500-mal wurde sie geteilt, sie erhielt 6000 Likes und mehrere Hundert Kommentare. Viele mit dieser Aussage: „Traurig, über was sich der Mensch in der heutigen Zeit aufregt! Zum Glück seid ihr immer an Ort und Stelle, liebe Feuerwehr!“ Nur wenige meinen solches: „Lärmbelästigung bleibt Lärmbelästigung, egal ob haupt- oder ehrenamtlich.“ 

Bürgermeister Johann Daniel.

Paunzhausens Bürgermeister Johann Daniel (38), bei dem noch keine Beschwerde angekommen ist, sagte dem Freisinger Tagblatt zu der Sache: „Wenn man alarmieren muss, dann wird jeder der gut 50 Aktiven gebraucht. Die drei Sirenen pro Monat muss man schon aushalten.“ Er sagt aber auch, dass heutzutage öfter als früher die Sirene heult. „Das liegt da­ran, dass viele Leute wegen jedem Schmarrn die Feuerwehr rufen.“ Früher hätten die Bürger einen heruntergefallenen Ast vom Autodach noch selbst entfernt. Martin Binder (52), Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Paunzhausen, steht voll und ganz hinter dem Appell seines jungen Kollegen und meint auch: „Leider haben wir keine 18 000 Euro für die Anschaffung von Alarmpiepsern.“

Doch weshalb sich Bürger­ überhaupt aufregen, bleibt ihr kleines Geheimnis: Heuer haben die zwei Sirenen, eine ist am Feuerwehrhaus, die zweite woanders montiert, nur 16-mal zum Einsatz gerufen. Dazu kommt der monatliche Alarm gegen Samstagmittag. Der späteste Alarm, so heißt es im Einsatzbericht, war kurz vor sieben Uhr abends. Wegen einer Ölspur.

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