Mehr Passagiere, mehr Gewinn

Flughafen-Bilanz 2015: Rekord jagt Rekord

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Flughafen-Chef Dr. Michael Kerkloh.

München - Der Münchner Flughafen legt seine Jahreszahlen vor - und kann mit neuen Rekorden aufwarten.

Ein Rekord jagt den nächsten, dennoch wehte am Münchner Flughafen Mittwoch die Trauerflagge. „Wir sind tief betroffen und zeigen unsere Solidarität mit Brüssel“, sagte Flughafen-Chef Michael Kerkloh. Eigentlich wollte er die Jahresbilanz seines Airports vorstellen, die Terroranschläge in Brüssel aber hatten Vorrang: „Ich war gestern in Brüssel. Auf dem Weg zum Flughafen hat mir der Taxifahrer von den Anschlägen erzählt …“

Dann aber kam Kerkloh zu den für ihn erfreulichen Nachrichten. Neuer Fluggastrekord: Mit 41 Millionen Passagieren habe man „erstmals in der Geschichte die 40 Millionen-Marke“ überschritten. Neuer Rekord-Gewinn: 135 Millionen Euro nach Steuern. Und ein neuer Auslastungsrekord: 77 Prozent. „Das ist das bisher beste Jahresergebnis unserer Unternehmensgeschichte“, sagte Kerkloh. Die weiteren Ergebnisse im Überblick:

Flugbewegungen: Wichtig bei der Diskussion um die Frage, ob eine 3. Startbahn gebraucht wird. Kerkloh: „Hier haben wir einen Zuwachs von rund einem Prozent.“ Exakt sind es 0,9 Prozent. „Für das nächste Jahr erwarten wir hier eine Steigerung von 4 Prozent“, so der Flughafen-Chef. Das sei eine „Trendwende“.

Frachtverkehr: Neun Prozent Zuwachs, der neue Höchstwert liegt bei über 337 000 Tonnen.

Umsatz: Der stieg um 50 Millionen Euro auf 1,25 Milliarden Euro. „Auch für die Nachbarn des Flughafens eine höchst erfreuliche Nachricht“, sagte Kerkloh. „Sie erhalten für 2015 rund 35 Millionen Euro Gewerbesteuer – sieben Millionen mehr als im Vorjahr.“

3. Startbahn: „Hoffnung gibt’s immer, klar“, sagte Kerkloh. Er rechne „in diesem Frühjahr“ mit einer Entscheidung. Er betonte mehrmals, dass sich München aber auch Deutschland international nicht abhängen lassen dürfe. Kerkloh trat zudem einem „verbreiteten Vorurteil“ entgegen: Die Startbahn würde nicht vom Steuerzahler finanziert, „sondern die FMG zahlt das ganz alleine!“ Sie könnte „unter günstigsten Voraussetzungen“ in fünf Jahren in Betrieb gehen, so Kerkloh.

Neuheiten: Am Sonntag tritt der Sommerflugplan in Kraft. Die Billigfluglinie Transavia bietet jede Woche rund 100 Verbindungen zu 18 Zielen in Europa an. Am 26. April wird der neue Satellitenterminal eröffnet.

Die Flughafen-Bilanz

2015

2014

2013

Passagieraufkommen

40 981 522

39 700 515

38 672 644

Flugbewegungen gesamt

379 911

376 678

381 951

Konzernumsatz

1250 Mio. Euro

1200 Mio. Euro

1184 Mio. Euro

Gesamtergebnis nach Steuern

135 Mio. Euro

100 Mio. Euro

99 Mio. Euro

So reagiert der Flughafen auf den Terror

Der Flughafen München erwartet keine Auswirkungen der Brüsseler Terroranschläge auf das Wachstum des Flugverkehrs. Der Anstieg der Passagierzahlen sei ein globaler Megatrend, sagte Flughafenchef Michael Kerkloh: „Es wird möglicherweise eine kleine Delle geben, aber den langfristigen Trend wird es nicht aufhalten. Ich glaube nicht, dass es Auswirkungen haben wird.“ Auch nach den Terroranschlägen in den USA 2001 oder der SARS-Alarm 2003 habe es bei den Passagierzahlen „nur eine Delle gegeben, die am Ende des Tages überkompensiert worden ist“, sagte Flughafen-Infrastrukturchef Thomas Weyer. Kritisch äußerte er sich zu „reflexartigen Äußerungen“ über zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen. „Alles, was wir schnell tun können, läuft bereits“, sagte Weyer. Bundes- und Landespolizei hätten ihre Streifen und Zufallskontrollen verstärkt, die Sensibilisierung der Flughafenmitarbeiter sei erhöht.

Tobias Scharnagl

Tobias Scharnagl

Tobias Scharnagl

E-Mail:Tobias.Scharnagl@tz.de

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