Am Flughafen München

Eine Fahrt mit der selbstfahrenden U-Bahn

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Der neue U-Bahn-Tunnel für die fahrerlose U-Bahn am Münchner Flughafen.

München - Für viele Passagiere am Münchner Flughafen ist es ein Ärgernis: Beim Abfliegen oder nach der Ankunft müssen sie oft mit dem Bus übers Rollfeld fahren. Eine führerlose U-Bahn soll nun ein neues Terminal mit dem Rest des Flughafens verbinden.

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Moderne Fortbewegungsmittel haben am Münchner Flughafen Tradition. Unvergessen ist die Stammel-Rede von Ministerpräsident Edmund Stoiber: „Wenn Sie vom Hauptbahnhof in München mit zehn Minuten, ohne, dass Sie am Flughafen noch einchecken müssen, dann starten Sie im Grunde genommen am Flughafen am Hauptbahnhof in München starten Sie Ihren Flug.“ Naja, die neue Airport-U-Bahn ist jetzt nicht unbedingt mit dem Transrapid zu vergleichen. Statt den Hauptbahnhof mit dem Flughafen zu verbinden, führt die neue Bahn vom Terminal 2 zum neuen Satelliten-Terminal. Trotzdem: Futuristisch schaut sie schon aus, die neue Airport-U-Bahn. „Das ist ein Meilenstein!“, jubelt Finanzminister und Aufsichtsratvorsitzender des Flughafens Markus Söder. In 47 Sekunden zum Satelliten!

Die Fahrt beginnt umwerfend. Dies ist aber nicht nur der hübschen Wägen geschuldet, sondern vor allem vom schnellen losfahren! Festhalten ist Pflicht! Auch das Anhalten ist noch durchaus ausbaufähig. Statt sanft in den Bahnhof einzufahren stoppt der Zug etwas zu früh. Dem Finanzminister ist das egal. Er filmt die Fahrt mit seinem Handy durch die riesigen Panorama-Fenster. „Das stelle ich auf Facebook“, verrät er nach der rasanten Fahrt. In Handgestoppten 47,7 Sekunden rast die Bahn mit bis zu 45 Stundenkilometer die 382 Meter lange Strecke. „Das ist schöner als eine Busfahrt. Die Bahn ist schnell und sicher“, sagt der Minister stolz. Das Besondere: Sie fährt sogar ohne Fahrer! Insgesamt werden drei Züge mit jeweils vier Waggons eingesetzt werden. Das erfordert einige Logistik, da die Fahrgäste getrennt werden müssen, je nachdem, woher sie kommen und wohin sie fliegen. Pro Stunde werden in Zukunft 10 900 Passagiere so transportiert werden.

Wenig Sitzplätze, aber das macht nichts

Das Design des Zuges kann sich durchaus sehen lassen. Im eleganten Weiß ist sowohl die Außenfassade als auch das Innere gehalten. Es gibt zwar sehr wenige Sitzplätze, aber knapp 50 Sekunden werden wohl die meisten stehen können. Toll sind die großen Fenster, aus denen man die Fahrt betrachten kann. Besonders schön ist der Blick durch das riesige Frontfenster.Wenn man also vom schnellen Anfahren und abrupten halten absieht, ist die neue Bahn wirklich gelungen. „Ich bin sicher, dass diese Bahn bei den Passagieren sehr gut ankommen wird“, sagt Flughafenchef Michael Kerkloh. Warum aber der Aufwand für 400 Meter? „Wir wollen der Passagierfreundlichste Flughafen sein!“, erklärt Söder.

Um die anfänglichen Fahr-Fehler zu beheben, ist auch noch etwas Zeit. Am 26. April 2016 wird das neue Satelliten-Terminal inklusive der neuen Bahn in Betrieb genommen. Das wird dann wirklich der größte Unterschied zum Transrapid sein – schließlich hat dieser nie einen Passagier transportiert.

Selbstfahrende U-Bahn hat Probebetrieb aufgenommen - die Bilder

Florian Fussek

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