130. Todestag

Gedenken an Ludwig II.: Drei Schuss für den Kini

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Rund 250 Königstreue waren am Sonntag zur Votivkapelle des Berger Schlossparks gekommen, um an den von Mythen umrankten Tod Ludwigs II. vor 130 Jahren im Starnberger See zu erinnern.

Berg - Zum 130. Mal jährt sich am Montag der Todestag von König Ludwigs II. Mit einer traditionellen Gedenkmesse wurde am Sonntag seiner gedacht.

Auf den ersten Blick erfreut sich der König bester Gesundheit, sogar bei seiner eigenen Gedenkmesse: Siegfried Matthes aus Neumarkt zeigt stets Präsenz, wenn es gilt, jenem Mann die Ehre zu erweisen, dem er so verblüffend ähnlich sieht und der vor 130 Jahren unter bis heute ungeklärten Umständen im Starnberger See den Tod fand.

Bei der alljährlichen Gedenkmesse für Ludwig II. in der Votivkapelle des Berger Schlossparks geht es diesmal etwas ruhiger zu als etwa zum 125. Todestag vor fünf Jahren – weniger Kamerateams, weniger Gedränge, dafür mehr Regenschirme und bange Blicke zum Himmel, ob es nicht doch gleich wieder regnet. Etwa 250 Besucher sind gekommen, darunter Seine Königliche Hoheit, Prinz Leopold für das Haus Wittelsbach, der ebenfalls in Berg wohnende langjährige CSU-Bundestagsabgeordnete Peter Gauweiler und natürlich auch Bürgermeister Rupert Monn.

"Das bayerische Volk will das nicht"

Organisiert wurde die Gedenkveranstaltung wieder von Christa Baumgartner, der Vorsitzenden der 1913 gegründeten „Vereinigung Ludwig II. Deine Treuen“, Dachverband aller Ludwig II-Vereine im Land. Die Kapelle bleibt an diesem Tag geschlossen, Militärpfarrer Mirko Zawiasa aus Cuxhaven hält die Messe auf den Stufen des Eingangs. Er zitiert unter anderem aus dem Brief des Apostel Paulus an die Galater: „Die Gerechtigkeit wird durch Glauben erlangt und nicht durch Gesetz.“ Bezogen auf Ludwig II. könnte man fast meinen, es ginge darum, den König vor ein paar selbsternannten Interessenssachwaltern aus Berlin zu bewahren, die am liebsten per Volksbegehren eine Öffnung der Wittelsbacher Gruft herbeiführen würden, um endlich die Todessumstände Ludwigs am 13. Juni 1886 aufzuklären. 

Guglmänner: "Es war Mord!"

Doch die Verteidigung Bayerns und Ludwigs vor preußischen Zumutungen übernimmt dann doch wieder Stefan Jetz von der Vereinigung in deutlichen Worten: „Das bayerische Volk will das nicht.“ Am Denkmal unterhalb der Votivkapelle werden Gedenkkränze der „Treuen“ und des Hauses Wittelsbach niedergelegt, nur die angekündigte Sache mit der „drei Meter hohen Metall-Seerose zu Klängen des König-Ludwig-Liedes“ entfällt: Der Mechanismus, er soll geklemmt haben, wird geraunt – es bleibt ja noch der Kopf von Siegfried Matthes. Am Ende folgt die Bayern-Hymne, und es krachen wie immer drei Salutschüsse: Werner Waldhütter mit seinen beiden bairisch dekorierten Dackeln „Kini“ und „Sisi“ ist ein paar Meter auf Abstand gegangen zu dem Lärm. Apropos Abstand: Unten am See rudern ein paar Guglmänner mit ihrem „Es war Mord!“-Schild am Gedenk-Kreuz vorbei.

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