Tierquäler tritt Katze: 1750 Euro Strafe

Germering/Eichenau - Ein erwachsener Mann hat eine junge Katze so brutal getreten, dass sie in die Tierklinik musste. Seine Ausrede: Er wollte seinen alten herzkranken Dackel schützen.

Die Szene spielte sich in Eichenau ab. Ein Zeuge hat sie von seinem Garten aus beobachtet. Der 58-jährige Germeringer holte mit dem Fuß Schwung und trat zu. Die Katze war erst acht Monate alt. Völlig verstört humpelte sie auf drei Beinen heim und musste mit Verdacht auf Schulterbruch in die Tierklinik.

Dem 58-Jährigen flatterte ein Strafbefehl über 1050 Euro wegen Tierquälerei und Sachbeschädigung ins Haus. Den wollte er aber nicht bezahlen. Er erhob Einspruch und so wurde der Fall vor dem Amtsgericht in Fürstenfeldbruck verhandelt.

Dort wies der Mann jede Schuld von sich. Die Katze habe einen Buckel gemacht, und sich mit erhobenem, dicken Schwanz auf seinen Dackel gestürzt. Er habe nur seinen Fuß zwischen die beiden Tiere gestellt. Dabei müsse er die Katze berührt haben.

Ironischer Kommentar des Richters zu dieser Version des Vorfalls: „Also ein Kampftiger, der sich auf einen Hund stürzt.“ Glauben konnte er dem 58-Jährigen nicht. Zum einen waren die dokumentierten Verletzungen der Katze einfach zu schwer, als dass das Tier sie sich nur dadurch zugezogen haben konnte, dass sie gegen den Fuß des Hundebesitzers gelaufen war. Zweitens gab es ja die Aussage des Zeugen.

Der Gang vors Gericht erwies sich für den Germeringer schließlich als Schuß in den Ofen. Seine Strafe erhöhte sich. Zum einen, weil er nicht geständig war. Zum anderen, weil er sich weigerte, das Einkommen seiner Frau anzugeben. Deshalb wurde letzteres geschätzt. Das Gericht veranschlagte einen Tagessatz danach mit 50 Euro. Der ursprüngliche Strafbefehl war von 30 Euro ausgegangen. Die Zahl der Tagessätze blieb bei 35. Der 58-Jährige muss jetzt also 1750 Euro berappen.

Die Katze hat den brutalen Tritt bis heute nicht verwinden können. Zwar war ihre Schulter nicht, wie im ersten Augeblick befürchtet, gebrochen. Das Tier ist körperlich wieder völlig gesund. Aber ihr Vertrauen zu den Menschen hat die Mizi eingebüßt. Sie ist extrem scheu und zurückhaltend, vor allem Fremden gegenüber. sus

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