Gewalttat in Maisach

Schon sein 3. Opfer! "Zuhälter-Schorsch" hat's wieder getan

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Das Haus, in dem das Opfer Gordana für mehrere Tage tot in einem der drei Zimmer der Mietswohnung lag. Georg S. stellte sich später.

München - Georg S. hatte bereits zwei Menschen auf dem Gewissen, als er im August 2015 aus der Sicherungsverwahrung entlassen wurde. Sein Gutachter hielt ihn nicht mehr für gefährlich - eine fatale Fehleinschätzung.

In den 1990er Jahren nannte man ihn in der Münchner Rotlichtszene nur den Zuhälter-Schorsch. Weil Georg S. mal mit einer Prostituierten liiert war. Und weil der gebürtige Straubinger ein Mann war wie ein Kleiderschrank: 100 Kilo Kampfgewicht und 1,86 Meter groß. In den letzten zwanzig Jahren war es ruhig um den heute 65-Jährigen geworden. Kein Wunder: Schließlich saß Georg S. fast die gesamte Zeit im Gefängnis. Weil er im Suff einen Mann niedergeschlagen hatte, der an den Verletzungen später starb. Und weil der Zuhälter-Schorsch im Jahr 2000 wegen Mordes verurteilt worden war. Er hatte seine damalige Lebensgefährtin, eine Friseurin, erwürgt.

Freundin Gordana wurde tot aufgefunden.

Im August vergangenen Jahres wurde Georg S. aus der Sicherungsverwahrung entlassen – 15 Jahre nach dem Mord. Der psychiatrische Gutachter war zu dem Schluss gekommen, dass S. nicht mehr gefährlich ist. Eine fatale Fehleinschätzung, die wenige Monate später einer weiteren unschuldigen Frau das Leben kosten sollte! Georg S. zog nämlich nach seiner Entlassung in den kleinen Weiler Deisenhofen bei Maisach (Kreis Fürstenfeldbruck) zu seiner Freundin Gordana (67). In eine 3-Zimmer-Wohnung ins Dachgeschoss eines Mietshauses. Die Nachbarn erlebten das Paar als harmonisch. Monatelang schien Georg S. auf einem guten Weg, sich wieder in die Gesellschaft einzufinden. Er hatte einen Bewährungshelfer und sollte fünf Jahre unter Führungsaufsicht stehen.

Allerdings verstieß er gegen die Auflage, seine neue Adresse in Deisenhofen den Behörden zu melden. Deshalb hatte er am Montagnachmittag einen Termin bei seinem Anwalt in München, der seinem Mandanten empfahl, diese Meldung schnellstens nachzuholen. Im Zuge dieses Gesprächs sagte S. plötzlich: „Ich habe aber noch ein anderes Problem. Ich habe meine Freundin getötet…“

Der Anwalt informierte daraufhin die Kripo Fürstenfeldbruck, die sogleich eine Streife nach Deisenhofen schickte. Die Beamten traten die Wohnungstür ein und fanden die Lebensgefährtin tot in der Wohnung. Georg S. wurde daraufhin gegen 17.15 Uhr in der Kanzlei seines Anwalts festgenommen. Weitere Angaben zu der Tat macht er bislang nicht. „Nach den ersten Feststellungen starb die Frau vor mehreren Tagen gewaltsam“, sagt ein Polizeisprecher.

Sein erster Frauenmord

Georg S, genannt „Zuhälter-Schorsch“: Der heute 65-Jährige hat im Jahr 2000 schon einmal eine Frau getötet. In Berg am Laim brachte er die damals 36 Jahre alte Friseurin Susan W. um. Im Jahr 1994 hatte der Schorsch bereits einen Mann so stark verprügelt, dass dieser starb.

MC, DOP, JAM

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