Schon länger Probleme bei der Großmetzgerei Sieber?

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Listerien und kein Ende: Die Firma Sieber in Geretsried bleibt im Fokus von Ermittlungen.

Sieber steht seit Wochen in den Schlagzeilen und musste sämtliche Fleischprodukte zurückrufen - viel zu spät? Die Großmetzgerei soll schon viel früher von den Problemen gewusst haben.

Die Großmetzgerei Sieber in Geretsried hat offenbar bereits sechs Monate vor dem amtlichen Rückruf aller Fleischprodukte von Problemen mit Listerien gewusst. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, hatte eine interne Kontrolle im November 2015 den Nachweis der gefährlichen Bakterien ergeben. Diese stehen im Verdacht, eine Krankheitswelle mit acht Toten ausgelöst zu haben.

Die – inzwischen insolvente – Firma Sieber hatte gegen Jahresende 2015 ein privates Labor mit der Untersuchung der eigenen Waren beauftragt. Auf einem Stück Wammerl wurde dabei laut SZ Listeria monocytogenes gefunden. Weil der Grenzwert aber nicht überschritten gewesen sei, habe das Probenergebnis nicht an die Behörden gemeldet werden müssen.

Brisant ist der Fund vom November 2015 gleichwohl: Die Gesundheitsbehörden wussten zu diesem Zeitpunkt längst von einem Listeriose-Ausbruch und fahndeten nach dessen Ursache.

Schon damals vermuteten nach Informationen der SZ-Experten, dass sich die Listerien über Lebensmittel einer überregionalen Supermarktkette ausbreiteten. Gefordert wurde in diesem Zusammenhang, dass alle gefundenen Listerien an Speziallabore gesendet werden sollten, um den Bakterienstamm bestimmen zu können. Selbst setzten die Behörden diese Forderung aber offenbar nicht um: Selbst die eigenen Kontrollergebnisse der Lebensmittelbetriebe wurden nicht angefordert. Obendrein dachte anscheinend niemand daran, Grenzwerte zu senken oder außer Kraft zu setzen.

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