Pachtvertrag nicht verlängert

Hasen suchen neue Heimat

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Ohne ihre Kaninchen und Pferde kann sich Claudia Bernau ein Leben nicht mehr vorstellen. Die Fürsorge für die Vierbeiner hält die 46-Jährige in Bewegung und ihre MS-Erkrankung in Schach. Derzeit braucht Hase Rehlein die volle Aufmerksamkeit. Das Tier wurde mit einem Augenleiden abgegeben.

Holzkirchen - Die Zeit läuft gegen Claudia Bernau. Bis April muss die Holzkirchnerin ein neues Stück Land gefunden haben, auf dem sie ihre Pferde und Kaninchen versorgen kann. Findet sie keine Alternative, muss sie die Tiere aufgeben – mit Folgen für ihre Gesundheit.

Es ist nur ein Stück Wiese auf lehmigem Boden, an drei Seiten eingerahmt von Fichtenwald. „Nichts Besonderes“, sagt Claudia Bernau. Doch für die 46-Jährige ist dieser dreiviertel Hektar ihr Lebenselixier, das sie nun zu verlieren droht. Dabei hilft es ihr, die tückische Krankheit in Schach zu halten. Seit ihrer Jugend leidet die Holzkirchnerin an Multipler Sklerose, einer unheilbaren Nervenkrankheit, die erst 2001 bei ihr diagnostiziert wurde. Mit der Prognose: In vier Jahren sitzt sie im Rollstuhl.

Heute, 15 Jahre später, läuft Bernau in Jeans, Norweger-Pullover und dicken Stiefeln mit sicherem und festen Schritt über die aufgeweichte Wiese, klettert unter Zäunen durch und hebt ein Kaninchen nach dem anderen auf das Stalldach. „Was ich von den Tieren bekomme, kann mir kein Medikament geben.“ Die fünf Pferde, 30 Kaninchen und acht Meerschweinchen, die auf dem Stück Land bei Roggersdorf ein Zuhause gefunden haben, halten die dreifache Mutter in Bewegung. Und das ist wichtig, will sie sich ihre Eigenständigkeit erhalten. „Ich muss täglich raus“, sagt Bernau.

Nur durch die Bewegung bekomme sie die Schmerzen in den Griff, die ihr durch den Tag folgen. Medikamente nimmt sie keine, damit sie jederzeit sicher Autofahren kann. Zweimal am Tag geht es raus zu den Tieren, zum Ausmisten und Füttern. Im Sommer verbringt die Familie ganze Tage hier draußen. Auf der Weide haben die Pferde Auslauf. Für die Kaninchen gibt es einen Bereich mit mehr als zehn Ställen, mit einer großen Freifläche zum Graben und Hoppeln – allerdings nur für die Weibchen. „Die Buben kann ich zusammen nicht raus lassen. Die vertragen sich nicht.“ Ein grüner Sonnenschirm steht schützend in der Anlage, für die Bernau so viele Pläne hatte.

Nun hängen dunkle Wolken über dem kleinen Idyll. Der auf zehn Jahre ausgelegte Pachtvertrag wurde nicht verlängert, im April läuft er aus. Entweder Bernau findet bis dahin eine neue Bleibe oder „ich muss die Tiere einschläfern lassen“, sagt sie mit leiser Stimme.

Die ganze Geschichte lesen Sie hier bei Merkur.de.

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