Weltfremde Hausordnung

Regeln für Asylunterkünfte: Geburtstagskerzen verboten

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Weltfremde Regeln: Vor dem Sonnenbad müssen Flüchtlinge erstmal beim Landratsamt nachfragen, ob die Gartenstühle aufgestellt werden dürfen.

München - Selbst so simple Dinge wie Kerzen anzünden, Markisen aufhängen und Gartenstühle aufstellen ist nun in allen Asylunterkünften verboten. Das Landratsamt hat eine Hausordnung erarbeitet. Für die Flüchtlinge dürfte das Amtsdeutsch schwer verständlich sein. Sprachlich, aber auch vom Sinn her.

„Das Anbringen von Markisen, Sonnenschutz, Satellitenantennen, Abtrennungen und anderen Gegenständen an der Fassade und Dächern sowie das Verändern oder Bepflanzen der Fassade/Dächer ist verboten“, schreibt die Hausordnung für die Asylunterkünfte im Landkreis vor. Wer die Vorschriften für die Asylunterkünfte im Landkreis durchliest, muss vermutlich auch als Muttersprachler zweimal drüberlesen.

Nun gut, Gartenstühle, Liegen, und Sonnenschirme sind grundsätzlich verboten. Denn sperrige Gartenmöbel könnten im Ernstfall die Fluchtwege versperren, sagt Landrat Löwl: „Beim Brandschutz dürfen wir einfach keine Abstriche machen.“ Deswegen müssen die Bewohner erst um Erlaubnis fragen, wenn sie zum Beispiel ihren Sonnenschirm aufspannen wollen.

Außerdem dürfen die Asylbewerber keine Kerzen auf dem Geburtstagskuchen anzünden. Weil das Landratsamt befürchtet, dass sie mit 20 Tortenkerzen die ganze Unterkunft abfackeln könnten.

Helmut Blahusch vom Helferkreis Karlsfeld kritisiert, dass die Hausordnung, die für alle ständigen Unterkünfte wie Traglufthallen und Container gilt, gleich sind. Die ganze Geschichte - und welche Amtsklauseln noch in der Hausordnung stehen - lesen Sie hier bei Merkur.de.

Anna Schwarz

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