Unglaubliche Rettung

Herz-Drama: Kicker trifft Zuschauer am Schrittmacher

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Links: Einwechselspieler Ilija Esegovic gab den verhängnisvollen Schuss ab. Rechts: Manfred Müller wurde am Schrittmacher getroffen.

Günzlhofen - Herz-Drama am Fußballplatz: Beim Torschuss hat ein Kicker den Herzschrittmacher eines Zuschauers getroffen.

Es ist die Geschichte eines irren Fußballspiels und einer unglaublichen Rettung: Ein verirrter Torschuss trifft einen Zuschauer – genau auf dessen Herzschrittmacher. Der Mann wird mit dem Hubschrauber in eine Klinik gebracht und hat Riesenglück!

Manfred Müller (75) ist am Sonntag als Zuschauer am Spielfeldrand des VSST Günzlhofen (Kreis Fürstenfeldbruck). Beim Kreisliga-Derby gegen den FC Aich steht er seitlich hinterm Tor.

Das Drama nimmt in der Halbzeitpause seinen Lauf. Ilija Esegovic (26), einer der Günzlhofener Einwechselspieler, machte sich mit Torschusstraining warm. Statt ins Tor fliegt Esegovic’ Ball aber seitlich ins Aus, hüpft einmal auf und prallt gegen Müllers Brust. Das berichtet das Fürstenfeldbrucker Tagblatt.

Der Schock: Der Zuschauer wird sofort ohnmächtig. Ulli Jais (48) steht direkt neben dem Rentner – und reagiert sofort. Mit anderen Zuschauern und einem Sanitäter bringt er den 75-Jährigen in die stabile Seitenlage. „Der Patient war kurz weggetreten, hatte blaue Lippen und Atemnot“, sagt Sanitäter Klaus Zeidler (65).

Schütze merkt erst nicht, was passiert ist 

Schütze Esegovic sieht nicht sofort, was passiert ist. „Erst als viele Menschen beim Tor zusammengelaufen sind, hab ich gemerkt, dass da was nicht stimmt.“ Auch der Fußballer spurtet jetzt los. „Ich hab versucht, zu helfen, ihm meine Jacke gegeben“, sagt er. Eine knappe Minute später gelangt Müller wieder zu Bewusstsein. „Er war ansprechbar und hat sich relativ schnell erholt“, berichtet Zeidler. Nach einer kurzen Untersuchung beschließt der Notarzt, Müller per Hubschrauber in eine Münchner Herzklinik transportieren zu lassen. Hier kennt man den Patienten gut: Er hatte bereits elf Herzinfarkte und war schon früher zur Behandlung dort.

Knapp eine halbe Stunde später kann das Spiel dann weitergehen – Günzlhofen gewinnt schließlich mit 5:1.

Die wichtigste Nachricht des Tages ist aber: Manfred Müller geht es wieder gut. VSST-Präsident Michael Staudenmeir telefoniert bereits am Sonntagabend kurz mit ihm. Er sagt: „Der Herzschrittmacher hatte nach der Erschütterung nicht mehr ganz rund gearbeitet und Aussetzer gehabt.“

Mittlerweile ist Manfred Müller wieder stabil – er konnte am Montagnachmittag aus dem Krankenhaus entlassen werden. „Am Telefon hat er fast geweint, weil sich alle so um ihn gekümmert haben“, erzählt seine Lebensgefährtin Hildegard Weindl (69).

Elena Wlacil

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