In Karlsfeld

Flüchtlingsunterkunft: Fußballspiel endet mit Schlägerei

Karlsfeld - In der Flüchtlingsunterkunft in Karlsfeld (Landkreis Dachau) hat es am Sonntag eine Massenschlägerei gegeben.  Es waren rund 80 Bewohner und Mitarbeiter der Sicherheitsdienstes beteiligt.  

Wenn’s um Fußball geht, verstehen Männer keinen Spaß. Weil die Sicherheitsleute Asylbewerbern Sonntagabend das Fußballspielen in der Traglufthalle in Karlsfeld verbieten wollten, gab’s eine Massenschlägerei. Nach den bisherigen Ermittlungen sollen bis zu 80 Flüchtlinge und Sicherheitsleute in die Schlägerei verwickelt gewesen sein. 40 Polizisten brachten die Lage wieder unter Kontrolle.

Knapp 300 männliche Asylbewerber leben in kleinen Sechsbett-Boxen in der Traglufthalle. Die meisten sind aus Nigeria, dem Senegal oder Pakistan. „Unsere Asylbewerber haben eine schlechte Bleibeperspektive und wissen das. Das trägt zur Frustration bei“, sagt Gregor Feindt (51), der in der Unterkunft als sogenannter Kümmerer arbeitet und vom Arztbesuch bis zu Streitigkeiten für die Belange der Asylbewerber zuständig ist.

Feindt: "Stimmung kann jeden Moment kippen

Sonntagnachmittag wollen einige junge Männer Fußball spielen – verbotenerweise in der Unterkunft. „Wenn es zu Streitigkeiten kommt, rotten sich schnell 50 Leute zusammen“, sagt Feindt. Die Sicherheitsleute wollen sich draußen besprechen, doch dann fliegen plötzlich Steine und Schuhe. Drei Asylbewerber und zwei Sicherheitsleute werden verletzt, zwei Senegalesen kurzzeitig in Polizeigewahrsam genommen.

„Wir haben hier vom Analphabeten bis zum Akademiker unterschiedlichste Menschen, die auf engstem Raum zusammenleben. Die Stimmung ist derzeit friedlich, kann aber jeden Moment kippen“, sagt Feindt.

Tagsüber geben ehrenamtliche Helfer Deutschunterricht und organisieren Ausflüge, zwei Kümmerer sind da. Am Abend und am Wochenende sind die Sicherheitsleute mit den Flüchtlingen allein. Dann kann selbst ein kleiner Streit schnell eskalieren.

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Rubriklistenbild: © Betz

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